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Das spätantike Christentum per Mausklick lehren

Katharina Greschat ist neue Professorin für Kirchengeschichte
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29.12.2008

Augustinus von Hippo, Gregor der Große, Benedikt von Nursia – diese Kirchenmänner haben eines gemeinsam: Sie lebten zur Zeit des Übergangs von der Antike zum Mittelalter. Und genau das ist der Grund, warum sich Katharina Greschat für diese Geistlichen interessiert. Sie ist gerade zur neuen Professorin für Kirchengeschichte an die Universität Jena berufen worden – eine Professur, die damit nach drei Jahren wieder besetzt ist.

Das Spezialgebiet der Theologin ist die antike Kirchengeschichte. Besonders Spätantike und Frühmittelalter haben es ihr angetan. Eigentlich lag es nahe, dass die gebürtige Münsteranerin „irgendwas mit Geschichte“ macht. Schließlich ist ihr Vater Kirchenhistoriker. „In der Schule hatte ich einen Lehrer, der viel Wert auf Quellenkunde legte“, erzählt die 43-Jährige. „Wenn dann noch die Antike und das frühe Christentum eine Rolle spielten, war ich in meinem Element.“ Es folgte das Lehramtsstudium der Evangelischen Theologie und der Geschichte. „Ich wollte eigentlich immer Lehrerin werden, das fand ich toll.“ Wohl deshalb ist für Prof. Greschat die universitäre Lehre auch besonders wichtig. Während ihrer Zeit als Lehrstuhlvertretung von Professor Christoph Markschies an der Berliner Humboldt-Universität beteiligte sie sich an einem Multimediaprojekt zur Veranschaulichung ihrer Lehrveranstaltungen. „Durch diese Internetplattform mit Bildern, Grafiken, kleinen Arbeitsaufträgen und einem Diskussionsforum konnte ich meine Studenten schrittweise für mein Fach motivieren“, so Greschat, die sich auch für Jena solch ein Projekt gut vorstellen kann.


Individuelle Frömmigkeit in der Spätantike

An Ideen für Projekte mangelt es der sportlichen Professorin ohnehin nicht. So arbeitet sie mit Erfurter Religionswissenschaftlern zusammen in einem Forschungsprojekt über individuelle Frömmigkeit in der Spätantike. „Wir wollen herausfinden, wie sich neben der öffentlichen Religion auch individuelle Formen von Religiosität äußerten“, so Greschat. Außerdem schreibt sie an einem Lehrbuch für Alte Kirchengeschichte und verfasst für den Verlag der Weltreligionen einen Band zu Gregor dem Großen. Das Besondere an ihm: Er war der erste Mönch, der Papst wurde. Für ihre Habilitation (2004) hat sich Katharina Greschat ausführlich mit diesem Mönchspapst beschäftigt und wurde dafür kurz darauf auch ausgezeichnet.

Schon für ihre Promotion (1997) hatte die Kirchenhistorikerin mit dem Hanns-Lilje-Preis der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen eine der bedeutendsten Auszeichnungen für theologische Arbeiten erhalten. In der Arbeit beschäftigte sie sich mit den Anschauungen von Apelles und Hermogenes, zwei theologischen Lehrern des zweiten Jahrhunderts. Wie diese beiden Denker, will auch Katharina Greschat das Christentum verständlich machen. Deswegen entschied sie sich zusätzlich zum Lehramtsstudium für ein kirchliches Examen – „nicht um Pfarrer zu werden, sondern um in die Kirchengeschichtsforschung zu gehen“. Dafür sieht sie in Jena hervorragende Möglichkeiten. Besonders die gute interdisziplinäre Zusammenarbeit beeindruckt sie. Auch seien in der Saalestadt die Wege angenehm kurz. Im Januar wird die Jazzliebhaberin nach Jena ziehen. Und sie weiß schon jetzt, dass viel Herzblut ihrer Arbeit in das Vorantreiben des ProExzellenz-Projekts zur Transformation von der Spätantike zum Frühmittelalter fließen wird.

Kontakt:
Prof. Dr. Katharina Greschat
Theologische Fakultät der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 6, 07743 Jena
Tel.: 03641/941130
E-Mail:

 

Meldung vom: 2008-12-29 07:40
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