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Profil


 

Die Theologische Fakultät entwickelt ihre Schwerpunkte in Forschung, Lehre und Weiterbildung in einer Doppelperspektive. Sie bemüht sich zum einen um die innere Verbindung von Fragestellungen, Methoden und Arbeitszielen im Rahmen der klassischen Fachgebiete wissenschaftlicher Theologie, die durch ihre Lehrstühle und Professuren vertreten sind (Altes Testament, Neues Testament, Kirchengeschichte, Systematische Theologie, Praktische Theologie, Religionswissenschaft). Sie strebt darüber hinaus zugleich eine Vernetzung mit anderen Fächern und Schwerpunkten an, die an der Friedrich-Schiller-Universität Jena vertreten sind. Besonderes Gewicht kommt dabei der Zusammenarbeit mit der Philosophischen Fakultät, insbesondere dem Institut für Altertumswissenschaften, dem Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients, dem Historischen Institut und dem Lehrstuhl für Praktische Philosophie/Ethik sowie der Fakultät für Sozial- und Verhaltenswissenschaften, insbesondere dem Lehrstuhl für Angewandte Ethik und dem Zentrum für Didaktik, zu. Interne und externe Bezüge wissenschaftlicher Theologie können so gleichermaßen und in gegenseitiger Befruchtung zur Geltung gebracht werden.

Mit Blick auf das angestrebte Profil der Theologischen Fakultät werden zwei Schwerpunktbereiche gezielt weiterentwickelt:

  • die historisch-genetische Erforschung des Christentums im theologischen sowie im religions- und kulturgeschichtlichen Zusammenhang mit dem antiken Judentum, der hellenistisch-römischen Antike, dem Mittelalter und der Frühen Neuzeit,
  • die empirische und hermeneutische Analyse von Religion(en), Christentum und kirchlicher Praxis der Gegenwart auf der Grundlage der christlichen Überlieferung.

Die einzelnen Lehrstühle und Professuren der Theologischen Fakultät sind zwar an den klassischen Fachgebieten wissenschaftlicher Theologie ausgerichtet, tragen aber jeweils spezifische Profilmerkmale, die den Schwerpunkten der theologischen Arbeit der Fakultät zugeordnet sind. Darüber hinaus bildet der Lehrstuhl für Religionswissenschaft ein spezifisches Profilmerkmal der Theologischen Fakultät in Jena. Damit kommt der religionswissenschaftlichen und religionsgeschichtlichen Perspektive für die Arbeit der Fakultät als ganzer besonderes Gewicht zu.

Darüber hinaus werden an den Lehrstühlen und Professuren zahlreiche weitere Arbeitsschwerpunkte gepflegt, die häufig ebenfalls fächerübergreifend und interdisziplinär angelegt sind, ohne einem der fünf Schwerpunkte unmittelbar zugeordnet werden zu können. Zu nennen sind hier insbesondere Beteiligungen an folgenden laufenden oder geplanten Projekten:

  • SFB 482 „Ereignis Weimar ‑ Jena“ bzw. „Zentrum Weimarer Klassik“ (Schwerpunkt der Friedrich-Schiller-Universität „Aufklärung, Klassik, Romantik“)
  • Graduiertenkolleg „Kulturelle Orientierungen und gesellschaftliche Ordnungsstrukturen in Südosteuropa“
  • Verschiedene Projekte zur Universitäts- und Fakultätsgeschichte


Schwerpunkte an der Theologischen Fakultät (Übersicht)


I    Bibelwissenschaften und Patristik im Kontext der Antike

II   Spätmittelalter und Reformation/Frühe Zeit

III  Liturgie und Lehre im Dialog der Konfessionen

IV  Systematische Theologie, Ethik und Hermeneutik im 20. und 21. Jahrhundert

V   Bedingungen religiöser Bildung im gesellschaftlichen Kontext Mitteldeutschlands



I Bibelwissenschaften und Patristik im Kontext der Antike

beteiligt: Lehrstühle und Professuren für Altes und Neues Testament, Professur für Kirchengeschichte
Vernetzung innerhalb der FSU: 

Graduiertenkolleg "Leitbilder der Spätantike"
Nachwuchsgruppe "Spätantike und byzantinische Literatur"
Institut für Altertumswissenschaften, Institut für Sprachen und Kulturen des Vorderen Orients 
Vernetzung über die FSU hinaus:                 
Projekt "Neues Testament und Antike Kultur" (Wuppertal, Aachen)
Corpus Judaeo Hellenisticum (Leipzig, Greifswald, Bonn)
LXX.D. (Saarbrücken, Wuppertal)

 

Inhaltliche Zielsetzung

In Erweiterung der Kooperation zwischen den bibelwissenschaftlichen Disziplinen der Theologischen Fakultät, der Patristik und den altertumswissenschaftlichen Fächern an der Philosophischen Fakultät im Rahmen des Graduiertenkollegs „Leitbilder der Spätantike“ konzentrieren sich die gemeinsamen Forschungsaktivitäten mittelfristig auf die Untersuchung von Tod und Todesbewältigung in Phasen historischen, religiösen und sozialen Umbruchs. Methodisch werden dabei normative und deskriptive Zugänge verbunden, so dass sowohl religiöse, literarische und philosophische Texte als auch Phänomene der Alltagskultur in ihrer Wechselwirkung zwischen normativem Denken und realem Verhalten studiert werden können. Eine Forschergruppe von elf Jenaer Wissenschaftlern und einem auswärtigen Kollegen hat bereits ein entsprechendes Forschungsprogramm entwickelt.

Voraussetzungen

Die enge Kooperation der biblischen Fächer und der Patristik an der Theologischen Fakultät mit den auf die Antike bezogenen Fächern der Philosophischen Fakultät, wie sie in Jena seit rund 10 Jahren entwickelt worden ist, bietet im mitteldeutschen Raum einzigartige Möglichkeiten in Forschung und Lehre. Eine Erweiterung der Kooperation mit Forschern innerhalb und außerhalb Jenas wird angestrebt. Forschungsergebnisse sollen im Sinn des Wissenschaftstransfers für Fächer über Theologie und Geisteswissenschaften hinaus aufbereitet werden.

Verbundförderung

  • „Leitbilder der Spätantike“ (DFG-Graduiertenkolleg)
  • „Corpus Judaeo-Hellenisticum Novi Testamenti“ (Thyssen-Stiftung, Deichmann-Stiftung)
  • Forschergruppe „Tod und Todesbewältigung in der Antike“ (DFG-Antrag in Vorbereitung)

Kooperationen

  • Netzwerk „Antike“ an der Friedrich-Schiller-Universität
  • Projekt „Literatur- und Theologiegeschichte des Alten Testaments“ (Heidelberg, Zürich und Frankfurt)

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II Spätmittelalter und Reformation / Frühe Neuzeit

beteiligt: Lehrstuhl für Kirchengeschichte
Vernetzung innerhalb der FSU:

Historisches Institut (Lehrstuhl für Mittelalterliche Geschichte, Lehrstuhl für Frühe Neuzeit)
Nachwuchsgruppe "Ältere Universitätsgeschichte"
Vernetzung über die FSU hinaus:            
Theologischer Arbeitskreis für Reformationsforschung
Mediäistenverband, Internationale Gesellschaft für Mediävistik

 

 

Inhaltliche Zielsetzung

Im Rahmen inneruniversitärer Vernetzung und universitätsübergreifender Verbindungen steht im Mittelpunkt der im Wesentlichen auf den Lehrstuhl für Kirchengeschichte konzentrierten Forschungen die Frage der Kontinuität und Diskontinuität zwischen gesellschaftlichen, politischen, religiösen und theologischen Gegebenheiten des späten Mittelalters und der Frühen Neuzeit, konzentriert in den Bereichen Mystik, Spätscholastik, Martin Luther. Publizistisch gewinnt diese Arbeit Ausdruck in einem Lehrbuch (Quellenband) zur Reformation (2005) sowie in Biographien zu Wilhelm von Ockham (2003) und Martin Luther (geplant 2006/07). Im Kontext einer lutherischen Landeskirche sowie in Mitteldeutschland als Kernland der Reformation ist diese Profilbildung auch als auf die Region bezogener Schwerpunkt von hohem Gewicht, zumal im Blick auf das Melanchthonjubiläum 2010 und das fünfhundertste Jubiläum der Reformation im Jahr 2017 eine intensive Zusammenarbeit der Theologischen Fakultäten Halle, Jena und Leipzig – auch in Vorbereitung des in diesem Jahr in Wittenberg stattfindenden Internationalen Lutherforscherkongresses ‑ angestrebt wird. Neben der Forschung schlägt sie sich auch in der Lehre nieder, in der in jedem Semester mindestens eine einschlägig relevante Veranstaltung angeboten wird.

Voraussetzungen

Innerhalb Deutschlands gewinnt die Jenaer Theologische Fakultät mit der Doppelkompetenz Spätmittelalter und Reformation ein spezifisches Profil. Insbesondere die Zusammenarbeit innerhalb der Jenaer Mediävistik soll weiter vertieft werden.

Verbundförderung:

  • „Kollektive Freiheitsvorstellungen in der Frühen Neuzeit“ (DFG-Paketantrag bewilligt)
  • „Ältere Universitätsgeschichte“ (fachliche Begleitung der aus Landesmitteln geförderten Nachwuchsgruppe am Lehrstuhl für Frühe Neuzeit)

Kooperationen:

  • Stiftung „Leucorea“ (Lutherstadt Wittenberg)
  • Stiftung Luthergedenkstätten


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III Liturgie und Lehre im Dialog der Konfessionen

beteiligt: 

 

Lehrstühle für Praktische Theologie, Professur für Kirchengeschichte, Professur für Neues Testament 



Vernetzung innerhalb
der FSU:
  

Lehrstuhl für Volkskunde 

Vernetzung über die 
FSU hinaus:           
             


Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD an der Theologischen Fakultät Leipzig
Theologische Fakultäten der Universitäten Halle, Leipzig und Erfurt 

 

 

Inhaltliche Zielsetzung

Der Schwerpunkt geht von der Beobachtung aus, dass religiöse Identitäten sowohl von rituellen Vollzügen als auch von geglaubten Wahrheiten (Dogmen) geprägt sind. Beide Aspekte angemessen miteinander ins Verhältnis zu setzen und die so konstituierten konfessionellen Identitäten kritisch aufeinander zu beziehen, ist Aufgabe des Schwerpunktes. Dabei wird insbesondere der Tatsache Rechnung getragen, dass das Thüringer Umfeld einerseits von einem weit fortgeschrittenen Säkularisierungsprozess geprägt ist, andererseits von einer außergewöhnlich pluralen religiösen Landschaft. Die geplanten und schon durchgeführten Projekte führen verschiedene universitäre und außeruniversitäre Institutionen zusammen.

Voraussetzungen

Die Jenaer Theologische Fakultät ist in Kooperation mit dem Institut für Liturgiewissenschaft an dem in Deutschland einzigen Studiengang für Liturgie-wissenschaft beteiligt. Die bestehenden und hinzukommenden Partnerbeziehungen der Fakultät zu ausländischen Fakultäten und Institutionen werden in die Arbeit des Schwerpunkts in Forschung und Lehre einbezogen.

Verbundförderung:

  • „Liturgische Konstellation: Filmgottesdienst als Modell einer praktisch-theologischen Grundlegung des Dialogs zwischen Kultur und Theologie (Theorie des Filmgottesdienstes)“ (DFG-Projekt beantragt)

Kooperation:

  • Aufbaustudiengang Liturgiewissenschaft in Kooperation mit den Evangelisch-Theologischen Fakultäten der Universitäten Halle und Leipzig sowie der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Erfurt, gestützt vom Liturgischen Institut der VELKD an der Theologischen Fakultät Leipzig (aus Drittmitteln der VELKD finanziertes „An-Institut“)
  • Fakultätspartnerschaften mit gezielt ökumenischem Profil: Genf - calvinistische Tradition; Sofia - orthodoxe Tradition

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IV Systematische Theologie, Ethik und Hermeneutik im 20. und 21. Jahrhundert

beteiligt:





Vernetzung innerhalb
der FSU:






Vernetzung über die FSU hinaus:           


Lehrstuhl für Systematische Theologie, Professur für Systematische Theologie,
Lehrstuhl für Religionspädagogik, Professur für Religionspädagogik, Lehrstuhl für Kirchengeschichte


Graduiertenkolleg "Menschenwürde und Menschenrechte - Entstehung, Entwicklung und Anwendung eines zentralen Wertkomplexes der Moderne" (Ethikzentrum)
Institut für Erziehungswissenschaften
Fachgebiet Interkulturelle Wirtschaftskommunikation, Südosteuropastudien
Professur für Islamwissenschaft, Lehrstuhl für Angewandte Ethik

Liturgiewissenschaftliches Institut der VELKD an der Theologischen Fakutlät, Leipzig, Theologische Fakultäten der
Universitäten Halle, Leipzig und Erfurt

 

Inhaltliche Zielsetzung

Der Schwerpunkt möchte die Verbindung von hermeneutischer und empirischer Ausrichtung in der Behandlung der Gegenwartsfragen der Religion im allgemeinen und des christlichen Glaubens im besonderen stärken. Dies geschieht durch eine fachübergreifende Verknüpfung von Fragestellungen wie z.B. der nach Menschenwürde und Menschenrechten im Rahmen von Wertkomplexen der Moderne, der Hermeneutik Karl Barths mit ihrem betonten Bezug auf die Gegenwart Gottes und seines Wortes, in einem besonderen Fokus auf religionspädagogische Aspekte wie z.B. in der kritischen Auseinandersetzung mit der „Symboldidaktik“ sowie durch den spezifischen Ansatz einer „Praktischen Religionswissenschaft“.

Voraussetzungen

Der Lehrstuhlinhaber für Systematische Theologie ist Vorsitzender der Karl-Barth-Gesellschaft. Das Programm einer „Praktischen Religionswissenschaft“ wird von Jena aus in Deutschland leitend vertreten. Projekte zur internationalen Karl-Barth-Forschung und für einen Fernstudiengang Angewandte Ethik (Bund-Länder-Kommission) sind in Vorbereitung.

Verbundfrderung:

· „Menschenwürde und Menschenrechte‑Entstehung, Entwicklung und Anwendung eines zentralen Wertkomplexes der Moderne“ (DFG-Graduiertenkolleg)

Kooperation:

  • Europäische und außereuropäische Barthforschung (Princeton, USA)
  • Schleiermacherforschung (Universität Genf)
  • Kooperation in Medienethik und Medienwissenschaft (Netzwerk Medienethik)

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V Bedingungen religiöser Bildung im gesellschaftlichen Kontext Mitteldeutschlands.
Empirische Forschungen zu Religionspädagogik und Religionswissenschaft im regionalen Kontext Thüringens

beteiligt:



Lehrstuhl für Religionswissenschaft
Lehrstuhl für Kirchengeschichte
Professur für Religionspädagogik  


Vernetzung innerhalb
der FSU:
Zentrum für Didaktik, Professur für Historische Pädagogik, Südosteuropastudien

Vernetzung über die FSU
hinaus:
Lehrstuhl für Religionspädagogik Leipzig

 

Inhaltliche Zielsetzung

Die Bedingungen religiöser Bildung in Ostdeutschland und Osteuropa unterscheiden sich aufgrund kirchengeschichtlicher und gesellschaftlicher Entwicklungen erheblich. Ein Teilaspekt des Schwerpunkts dient der empirischen Erforschung soziokultureller und religiöser Voraussetzungen des Religionsunterrichts in Mitteldeutschland. Ein zweiter Aspekt betrifft die Erforschung des Religionsunterrichts unter Berücksichtigung der spezifischen Voraussetzungen in Osteuropa. Ein dritter Teilaspekt bearbeitet die Etablierung „neuer Religionen“ in Ostdeutschland.

Voraussetzungen

Die empirische Erforschung des Religionsunterrichts in Ostdeutschland in Kooperation mit dem Lehrstuhl für Religionspädagogik in Leipzig ermöglicht die Ausbildung eines spezifischen Profils religionspädagogischer Forschung in Mitteldeutschland. Empirische Untersuchungen zur Religionsvermittlung südosteuropäischer Religionen und zu „neuen Religionen“ in den ostdeutschen Bundesländern erschließen neue Felder religionswissenschaftlicher Forschung. Mehrere Projekte zu Arbeitsfeldern des Schwerpunktes werden gegenwärtig vorbereitet (Empirische Analysen zur Religionsdidaktik in Sachsen und Thüringen, Geschichte der Religionspädagogik in Jena, Neue Religionen in Thüringen nach 1989, Religionsvermittlung in multireligiösen Räumen Südosteuropas).

Verbundförderung

  • „Thüringer Kirchengeschichte in SBZ und DDR (1945-1955)“ (Thyssen-Stiftung)

Kooperation

  • Centrum für Religiöse Studien, Universität Münster
  • Lehrstuhl Orthodoxes Christentum, Universität Erfurt
  • Lehrstuhl für Religionswissenschaft, Université de Fribourg
  • Pädagogisch-Theologisches Institut der EKM 

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