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Deutsch als Fremdsprache, Neuere Geschichte, Interkulturelle Wirtschaftskommunikation (Magister) |
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1985-1987
1987-1989 |
Ausbildung zum Wirtschaftskaufmann Abiturlehrgang an der VHS redaktioneller Mitarbeiter bei der Thüringischen Landeszeitung | |
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1990-1997 |
Studium an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Auslandsstudium 1993-94 in Japan (Austauschprogramm zwischen der FSU und der Reitaku Universität Kashiwa) Fremdsprachenlehrer an Volkshochschulen in Jena und Erfurt, | |
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1997-2000 |
Graduiertenkolleg „Didaktik des Fremdverstehens“ an der Universität Gießen (mit DFG-Stipendium) | |
| 2000-2007 | Deutschlehrer an verschiedenen japanischen Universitäten | |
| 2002 |
Abschluss der Promotion an der FSU Jena, Institut für Auslandsgermanistik | |
| seit 2007 | Assistant Professor an der Juristischen Fakultät der Keio-Universität, Japan | |
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Worin besteht Ihre derzeitige berufliche Tätigkeit?
Ich arbeite an einer Jurisitschen Fakultät, d.h. ich unterrichte vor allem Studierende der Fächer Jura und Politikwissenschaften (B.A.-Niveau), die sich parallel zu ihrem Fachstudium intensiv mit der deutschen Sprache und der Gesellschaft der deutschsprachigen Länder beschäftigen. Dabei bin ich in der glücklichen Situation, die gesamte Bandbreite der Tätigkeit eines Deutschlehrers abdecken zu können – vom Unterricht für Anfänger bis hin zu inhaltsorientierten Kursen der Oberstufe (Politik, Gesellschaft, Zeitgeschichte).
Welche Kenntnisse und Fähigkeiten sind für diese Tätigkeit wichtig?
Für wichtig halte ich als Lehrer natürlich vor allem die Freude am Unterrichten, die Fähigkeit, sich immer wieder neu auf die Studierenden einzustellen, die Fähigkeit, das Handeln im Klassenraum selbstkritisch zu betrachten und Lust auf Veränderungen. Besonders wichtig ist für mich derzeit, dass ich Curricula und vor allem auch Unterrichtsmaterialien selbst entwickeln kann. Das erfordert zum einen, dass ich mich in Themen einarbeite, die nicht unmittelbar zu Deutsch als Fremdsprache gehören. Zum anderen muss ich politische oder historische Zusammenhänge so didaktisch aufbereiten, dass die Studierenden sie sprachlich bewältigen können, ohne dabei zugleich intellektuell unterfordert zu werden.
Welche für Ihren Beruf wichtigen Kompetenzen haben Sie wie erworben?
Da man das Unterrichten letzlich erst durch das Unterrichten selbst erlernt, waren die praktischen Erfahrungen besonders wichtig: Praktika in Hochschulsommerkursen, mehrwöchige Praktika an Universitäten im Ausland (Goethe-Institut Tokio, Georgia Institute of Technology, Atlanta) und dann natürlich die Jobs, die ich schon während des Studiums machte.
Welche Motivationen haben Ihre Studien- bzw. Berufswahl bestimmt?
Mein Berufswunsch zu Beginn des Studiums war eher diffus. Ich wollte etwas „mit Sprache“ machen. Dass das gerade neu gegründete Institut für Auslandsgermanistik eine ziemlich konkrete Berufsperspektive bot, hat mir da sehr geholfen. Der neue Studiengang warb unter anderem damit, dass die Absolventen später im Ausland arbeiten könnten. Das war 1990 und für mich als Ostdeutscher natürlich eine sehr reizvolle Vorstellung. Später habe ich dann bei den Praktika gemerkt, dass mir das Unterrichten wirklich liegt.
Was raten Sie Studierenden Ihrer Fächer?
Man kann als Absolvent des Studienganges DaF nicht nur Deutschlehrer werden. Die Perspektiven sind sehr vielfältig und liegen vor allem in Bereichen, in denen sich verschiedene Kulturen begegnen (weshalb es große Überschneidungen zur IWK gibt). Aber wer sich tatsächlich dafür entscheidet, Deutschlehrer/in zu werden, sollte sich nicht nur mit den Techniken des Unterrichtens beschäftigen. Der Umgang mit diesem Handwerkszeug wird letztlich erst in der Praxis selbst erworben. Für viel wichtiger halte ich es, dass man im Studium lernt, Gewohnheiten zu hinterfragen (die Logik von Lehrwerken beispielsweise, die Rollen von Lehrenden und Lehrenden, die Bedeutung der Grammatik im Sprachlernprozess u.a.m.). Auch die eigenen Gewohnheiten gehören natürlich dazu. Deshalb finde ich es ebenso wichtig, dass man lernt, den eigenen Unterricht zu evaluieren.
Entscheidend ist daher, so früh wie möglich selbst zu unterrichten und diese Erfahrung zu reflektieren, wofür der Austausch mit anderen Studierenden ebenso wichtig ist wie die Beschftigung mit der Fachliteratur. Außerdem ist es wichtig, selbst noch einmal zu erleben, wie es ist, mit dem Lernen einer fremden Sprache zu beginnen.
Für angehende DaF-Lehrende ist meines Erachtens die intensive Beschäftigung mit Politik, Geschichte oder Soziologie im Nebenfach hilfreicher als ein philologisches Studium, denn im Ausland gelten sie oft als eine Art Vertreter der gesamten deutschen Gesellschaft. Hinzu kommt, dass die traditionelle Germanistik in vielen Ländern immer mehr an Bedeutung verliert.
Ich würde wieder nach Jena gehen, weil...
mich auf jeden Fall nach wie vor an Jena das Flair der Stadt, die tolle Umgebung und auch die Größenordnung der Universität reizen würde. Die Bedingungen in Jena, kurze Wege und Übersichtlichkeit, erleichtern es, den Studienablauf zu organisieren und Kontakte zu finden.
Anfang der neunziger Jahre waren die Bedingungen ideal. Ich gehörte bei DaF und IWK zu den ersten Jahrgängen, die Kurse waren dem entsprechend immer sehr überschaubar und die Lehrenden jederzeit zugänglich. Dies hat sich etwas geändert, so dass ich mit Empfehlungen vorsichtig sein muss.