Schnelleinstieg Reader

Home|Suche|Friedolin|Webmail de

Wortmarke FSU

3. Zukünftige Rahmenbedingungen


Mehr noch als der Bologna-Prozess wird die Exzellenz-Initiative die
Universitäten verändern. In der durch sie angestoßenen hochschulpolitischen
Diskussion kommt die Frage nach universitärer Bildung nicht
vor. Anschließbar ist sie hier allein an eine negative Aussage: die nämlich,
dass die Einheit von Forschung und Lehre als Qualitätsmerkmal
aller Universitäten eine Gleichheitsillusion geworden sei. Diese Einheit
von Forschung und Lehre - so die These der vorliegenden Denkschrift -
ist das eigentliche Fundament, auf dem sich universitäre Exzellenz erst
herausbilden kann. Die Exzellenz-Initiative tritt mit einer starken Fokussierung
auf Forschung an, die angeführte Gleichheits-"Illusion" zu
beenden und die Universitätslandschaft in ausgewiesene einzelne Forschungszentren
und übrige Lehr- und Forschungsbereiche zu differenzieren.
Im Blick auf den internationalen Forschungswettbewerb ist dieser
Ansatz verständlich. Greift er in seinen indirekten Folgen so weit
durch, dass er tatsächlich reine Lehrinstitute an den Universitäten oder
gar reine Lehruniversitäten schafft, dann setzt er der eingangs formulierten
normativen Vorstellung universitärer Bildung ein Ende. Wer in
der Einheit von Forschung und Lehre als Spezifikum universitärer Bildung
nichts als eine Illusion sieht, wird dieses Ende als neue Aufrichtigkeit
und neuen Pragmatismus begrüßen. Wer darin keine Illusion, sondern
eine allgemeine Charakterisierung des Kerns von Universität sieht,
wird deren Einschränkung auf ausgewählte Universitäten bedauern. Das
Auseinanderdriften von Forschung und Lehre wäre im Selbstverständnis
von Universitäten insgesamt kein gutes Zukunftskonzept. Der Exzellenz-
Initiative in der Forschung sollte jedoch keine - wie mitunter
gefordert wird - Lehrinitiative folgen. Vielmehr muss es eine Universitäts-
Initiative geben, die das Spezifikum universitärer Lehre als Leitmaßstab
für Universitäten ins Gedächtnis ruft. Forschungsorientierte
Lehre müsste dann auch dort gesichert und verbessert werden, wo keine
bereits langfristig gefestigten Schwerpunkte existieren, sondern flexibel
an fächerübergreifenden, neuen Inhalten gearbeitet wird.


<< Internationalität und Regionalität

Autorenspiegel >>

 

Logo Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Logo Total E-Quality Coimbragroup Partnerhochschule des Spitzensports