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Student in Jena – Für’s (Berufs)Leben lernen und Spaß haben

Jena ist heute wie damals durch die Studenten geprägt. Seit der Wende hat die Anzahl der Studierenden an der Universität jährlich im Schnitt um 1.000 zugenommen. Die Studenten von Uni und FH stellen gegenwärtig rund ein Viertel der Stadtbevölkerung, die um die 100.000er Marke pendelt. Freilich haben sich die jungen Leute wohl nur selten aufgrund der studentischen Traditionen für ein Studium an der Friedrich-Schiller-Universität – oder FSU, wie sie kurz genannt wird – entschieden.

Sie kennen wahrscheinlich kaum noch die alten studentischen Lieder, von denen in Jena so viele komponiert wurden. Ob sie wissen, dass sich hier jene Urburschenschaft formierte, deren schwarz-rot-goldene Fahne seit dem Treffen auf der Wartburg 1817 den demokratischen Geist von Einigkeit und Recht und Freiheit symbolisiert - heute als Nationalfarben der Bundesrepublik? Auf jeden Fall schätzen die heutigen Hochschüler die gut organisierten Studiengänge, von denen etwa Physik, Psychologie, Germanistik, Sport- und Biowissenschaften und Medizin in den bekannten Magazin-Rankings immer besonders gut abschneiden, und die Möglichkeit, sich früh direkt in der Forschung zu engagieren. Für das studentische Wohlgefühl sorgen genauso moderne Hörsäle, ein zentraler Campus und die zahlreichen Cafés in der Innenstadt oder die "Kneipenmeile" in der Wagnergasse.

Soft Skills

Studieren in Jena heißt aber nicht nur, sich durch Erwerb von reinem Fachwissen auf einen Beruf vorzubereiten. Die Hochschüler der Saalestadt üben in einer Vielzahl von Initiativen auch die so genannten "Soft Skills" wie Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz ein, die Personalchefs oft für genau so relevant für die Karriere halten wie den guten Studienabschluss.

Besonders am Herzen liegen den Studenten in Jena dabei ihre ausländischen Kommilitonen. So haben sie im "Int.Ro" ("International Room") einen Ort geschaffen, in dem sich deutsche und ausländische Studenten regelmäßig zum Internationalen Frühstück treffen, Hochschüler mit Professoren in "Themen-Talks" weltpolitische Fragen diskutieren oder man sich einfach zwanglos auf einen Kaffee treffen und in internationalen Zeitschriften blättern kann. Außerdem vermitteln die ausschließlich ehrenamtlich aktiven Studenten Sprachpartnerschaften zwischen Deutschen und Ausländern und organisieren die "Internationalen Tage", auf denen sich ausländische Studierende und ihre Unis sowie Kulturgruppen präsentieren. "Fremdheit überwinden" heißt dabei das Ziel der engagierten jungen Leute. Inzwischen ist der "Int.Ro" Teil des im Oktober 2008 gegründeten Internationalen Centrums.

Überwunden wird "Fremdheit" für alle auswärtigen, aber auch die hiesigen Studierenden durch zahlreiche studentische Kommunikationsprojekte. Diese sind in allen Medienbereichen mit eigenen Produkten oder Produktionen aktiv: bei Print, Radio, Fernsehen und Internet. Die Jenaer Studierenden haben sogar eine eigene "Agentur für Kommunikation": Als "Goldene Zwanziger" bieten Studierende verschiedener Fachrichtungen integrierte Kommunikationskonzepte "jenseits der ausgetretenen Pfade". So entwerfen sie zum Beispiel regelmäßig eine Kampagne, damit sich mehr Studenten in Jena mit Hauptwohnsitz anmelden und so die Stadt ihren Großstadt-Status behält. Jenaer Hochschüler nehmen auch ihre berufliche Zukunft früh selbst in die Hand. Angehende Wirtschaftswissenschaftler zum Beispiel gründeten den Verein "Jena Business Strategy", der nicht nur den Austausch mit anderen Hochschulen organisiert, sondern vor allem auch den Kontakt zwischen Absolventen und Unternehmen.

Um diese Fähigkeiten auch den Doktorandinnen und Doktoranden zugute kommen zu lassen, wurde am 1. Juni 2006 die Graduierten-Akademie durch den Senat der Universität gegründet. Sie hat zum Ziel, den Doktoranden der Friedrich-Schiller-Universität optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Promotion auf höchstem internationalem Niveau zu gewährleisten. Darüber hinaus gilt ihre Aufmerksamkeit der umfassenden Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, um sie damit auf anspruchsvolle Aufgaben in Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft vorzubereiten.

Von so viel Engagement muss sich aber auch der fleißigste Student und Doktorand 'mal erholen. Dazu bietet Jena ein vielseitiges Freizeitangebot - einiges davon wird maßgeblich von der FSU mitbestimmt. Musikalisch Interessierte können unter mehreren Chören wählen oder als Instrumentalist in der Akademischen Orchestervereinigung mitmischen. Wer dagegen einen sportlichen Ausgleich zum Büffeln sucht, findet beim Hochschulsport ein vielfältiges Angebot. Man kann bei Boule oder Yoga entspannen, in Tanzkursen Hip Hop lernen oder "Broadway Dreams" verwirklichen, folgt mit "Ultimate Frisbee" und "Modern Self Defense" den neuesten Trends, kann aber natürlich auch einfach in netten Teams Volley- oder Fußball spielen, Rudern, Laufen oder Schwimmen. Alle Informationen sind einfach über das umfangreiche Internetangebot der FSU zu erhalten unter: www.uni-jena.de.

Wenn Geist und Körper genug trainiert sind, zieht man in einen der originellen Studentenclubs Jenas oder nutzt die Städte der Umgebung, die per Semesterticket kostenlos mit der Bahn erreichbar sind.

   

Wer auch abends auf eine traditionsreiche Atmosphäre nicht verzichten will, geht in den "Studentenclub Rosenkeller". Das ehemalige Weinbauerngehöft aus dem 13. Jahrhundert, heute im Zentrum Jenas gelegen, haben Studenten in Eigeninitiative in den 60er Jahren umgebaut. Seitdem gibt es in der "Rose" Live- und Discomusik, aber auch Vorträge, Lesungen und Gesprächsrunden.

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