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Symposium "Lichtgedanken" anl. der 450-Jahr-Feier der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Jena, 30. Januar 2008

Hohe Festversammlung,

Zum Jubiläumssymposion „Lichtgedanken“ und damit zum ersten Höhepunkt der Feierlichkeiten 450 Jahre Universität Jena darf ich Sie alle sehr herzlich an der Friedrich-Schiller-Universität begrüßen. Es ist eine große Ehre für die Universität, dass sich eine so illustre Festgemeinde hier eingefunden hat, um an diesem Jubiläum und an diesem Symposion teilzuhaben.

„Lichtgedanken“ – so lautet mit Schiller und im Blick auf die traditionellen Stärken unserer Universität, auf Optik und Photonik ebenso wie auf Reformation, Aufklärung und Klassik das Thema des Jubiläumssymposions und das Motto des Jubiläums. Lichtgedanken, das ist eine glückliche und durchaus universitäre Wortverbindung, denn man wird kaum etwas finden, das Gedanken in einem so elementaren Sinn angeregt hat wie das Licht. Das „fiat lux“ ist nach dem ersten Schöpfungsbericht der Bibel das erste Wort Gottes überhaupt, und bis zum letzten Kapitel der Apokalypse ist die Bibel durchzogen von Licht-Gedanken, die bezeugen, dass das Wissen um die lebensspendende, orientierende, Erkenntnis inspirierende Kraft des Lichtes zum ltesten Wissensbestand der Menschheit gehört. Erinnert man sich zudem, dass es Lichtforscher u.a. aus Jena waren, die 2007 mit dem Zukunftspreis des Bundespräsidenten ausgezeichnet wurden, dann wird man jedenfalls hier in Jena das Licht als das Alpha und Omega der Wissenschaft bezeichnen dürfen.

Und in gewisser Weise verstehe ich so auch Schiller, dem die Licht-Verliebtheit der Aufklärer gewiss vertraut war, wenn er in seinem Gedicht „Die Gunst des Augenblicks“ schreibt:

„Von dem allerersten Werden
der unendlichen Natur
Alles Göttliche auf Erden
Ist ein Lichtgedanke nur“.

Ist das nicht harte Kost für einen Wissenschaftler? Ich meine damit weniger die Anspielung Schillers auf den Schöpfungsbericht, an der sich die leidige Kreationismusdebatte ruhig einmal abarbeiten könnte, sondern ich meine die Reduktion gerade der besten Gedanken auf den Geistesblitz, der ebenso schnell kommt wie er vergeht und der – welcher schreibende Wissenschaftler wüsste das nicht – uns bereits so unendlich fern und entglitten scheint, wenn wir den Kampf mit dem Satzbau gewonnen und den Aufsatz oder das Buchmanuskript fertiggestellt haben. Aber gerade darin hat Schiller das Drama und das Glück der Wissenschaft zugleich eingefangen: Er weiß: es gibt kein Licht auf der Erde, ihm gegenüber ist der Mensch und Wissenschaftler passiv. Und in der Tat: Einfälle, Gedankenblitze, Lichtgedanken sind nicht verfügbar, nicht planbar, sie kommen, wann sie wollen, aber keineswegs immer, wenn wir es wollen. Aber sie nutzen gar nichts, wenn man nicht gut vorbereitet ist, das blitzartig erleuchtete Szenario treffsicher erkennt und in gründlicher Nachbearbeitung für die wissenschaftliche Kommunikation aufbereitet. Und wie oft scheitern diese Prozesse – das Drama. Aber da ist auch das Glück: Kennen wir nicht auch alle das Kreativität freisetzende Glücksgefühl eines gut gelungenen Seminars? Oder einer Entdeckung? Oder jener „Horizontverschmelzung“ im wissenschaftlichen Diskurs, die man das Verstehen oder das „Ereignis der Wahrheit“ genannt hat?

Lichtgedanken – dem Drama und Glück des Wissenschaftlers und der Institution der Wissenschaft schlechthin, der Universität, ist dieses Jubiläumssymposion gewidmet, und ich wünsche Ihnen allen das Erlebnis, dass Ihnen bei diesem Symposion möglichst oft „ein Licht aufgeht“.

Aber nicht Lichtgedanken zu äußern, sondern Lichtgestalten zu begrüßen ist meine Aufgabe bei dieser Eröffnung. Ich begrüße die Präsidentin des Thüringer Landtages, Frau Kollegin Schipanski, sehr herzlich unter uns. Ihr waches und in vielen Funktionen geschultes Interesse für die Wissenschaft und gerade auch für ethische Fragen hat uns in Jena immer wieder ermutigt. Dafür und für Ihre Anwesenheit heute herzlichen Dank. Ich begrüße die Abgeordneten des Thüringer Landtages, an ihrer Spitze die Fraktionsvorsitzende der CDU, Frau Lieberknecht, eine wirkliche Freundin der Universität und nicht selten verständige Nothelferin, wenn es um politische Unterstützung geht, sowie die Abgeordneten Kaschuba und Seela.

Von der Regierungsbank freue ich mich, Sie, lieber Herr Minister Goebel, wieder einmal hier in Jena begrüßen zu dürfen. Ich danke Ihnen zunächst sehr herzlich, dass Sie mit einem Grußwort zu dieser Auftaktveranstaltung beitragen. Sie haben mit dem neuen Thüringer Hochschulgesetz Ernst gemacht mit der Autonomie und sind damit einer Einsicht des Ehrenbürgers dieser Universität, Hans-Georg Gadamers gefolgt, nach der „das Vertrauen zu den Vertrauenswürdigen wirksamer ist als jede Finanzkontrolle“. Für diesen Mut Ihnen, dem Staatssekretär Herrn Kollegen Bauer-Wabnegg und dem Leiter der Hochschulabteilung Dr. Eberbach, die ich ebenfalls herzlich begrüße, an dieser Stelle Anerkennung und Dank. Wenn wir es nun auch noch gemeinsam schaffen, dieser Einsicht gegen Alltagsattacken des Finanzministeriums zum Siege zu verhelfen, wird die Vertrauensrendite in lichte Höhen steigen. Ein herzlicher Gruß geht auch an die Staatssekretäre Baldus, Haußner und Richwien sowie alle anderen Vertreter der Landesregierung, die von Erfurt dem Licht entgegen gereist sind, um hier und heute dabei zu sein. Und um die Gewaltenteilung perfekt zu machen, begrüße ich den Präsidenten des OLG Jena, Herrn Stefan Kaufmann, sehr herzlich an der Universität.

Jena ist Stadt der Wissenschaft 2008, und deshalb begrüße ich alle Kooperationspartner der Stadt und Stadtverwaltung besonders herzlich, an ihrer Spitze den Oberbürgermeister Dr. Albrecht Schröter und die Vorsitzende des Stadtrates, Frau Dr. Lukin. Dass der Alt-OB Dr. Peter Röhlinger anwesend ist, ist für die Universität eine besondere Ehre und Freude, Ihnen, Herr Röhlinger, ein herzliches Willkommen.

Jena wäre nicht Stadt der Wissenschaft 2008, wenn nicht eine exzellente Kooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft die Innovationsdynamik dieser Stadt ausmachte. Ich begrüße deshalb alle Vertreter der Wirtschaft sehr herzlich und freue mich außerordentlich, dass ich bei vielen, noch nicht bei allen, ein herzliches Dankeschön für Spenden und Sponsoring zur Finanzierung des Jubiläums in den Willkommensgruß einschließen kann. Ich begrüße sehr herzlich den Vorstand von Carl Zeiss Oberkochen, Herrn Dr. Kurz, Herrn Dr. Kaschke und Herrn Dr. Gerlinger und mit Ihnen das vertraute Jenaer Trio der Herren Popp, Krauss und Simon. Zeiss hat seine Verbundenheit mit der Universität dadurch zum Ausdruck gebracht, dass der diesjährige Jahresempfang in der Universität im Anschluss an diese Eröffnung stattfindet. Dafür bereits jetzt unseren herzlichen Dank. Von der Thüringer Aufbaubank begrüße ich Herrn Wierlacher in Jena. Stellvertretend für die zahlreichen Jenaer Wirtschafts- und Bankenvertreter grüße ich die Herren Krekel, Leiteritz und Fischer, Herrn Beyer sowie die Herren Führböck und Noack. Ihnen allen herzlichen Dank für die gute Kooperation der Vergangenheit, die für die nächsten 50 Jahre viel erwarten lässt.

Ich komme zu den Lichtgestalten der Wissenschaft und begrüße sehr herzlich erstmals in seiner Amtszeit, wenn ich es recht sehe, an der Universität Jena den Präsidenten der Deutschen Forschungsgemeinschaft Herrn Kollegen Kleiner. In gewisser Weise sind Sie der Lichtmeister der deutschen Wissenschaft, jedenfalls sitzen Sie an den Lichtschaltern. Ich darf Ihnen nicht nur dafür danken, lieber Herr Kleiner, dass Sie den Festvortrag bei dieser Eröffnung übernommen haben, sondern auch dafür, dass Sie sich mehrfach und in unterschiedlichen Kontexten für die Sache der Universitäten eingesetzt haben. Ich habe auch mehrfach dankbar registriert, dass Sie mich – stets mit den Ihnen eigenen leuchtenden Augen – als Repräsentant eines Mitgliedes der DFG angesprochen haben – selbstverständlich ist das nicht. Wir freuen uns auf Ihren Vortrag und danken Ihnen, dass Sie hier sind.

Aus Thüringen begrüße ich den Rektor der Technischen Universität Ilmenau, Magnifizenz Scharff, und die Rektorin der FH Jena, Frau Kollegin Beibst. Herzlich willkommen heiße ich auch den Präsidenten der Erfurter Akademie, Herrn Prof. Köhler. Für den Beutenberg grüße ich stellvertretend die Kollegen Boland, Brakhage, Herrlich, Popp und Tünnermann. Aus der Universität selbst grüße ich die Prorektoren, den Medizinischen Vorstand des Universitätsklinikums Herrn Kollegen Höffken, den Alt- und Neukanzler, das Mitglied des Universitätsrates Herrn Dr. Schuchardt, den Altrektor Herrn Machnik, sowie alle Kolleginnen und Kollegen, Mitarbeiter und Studierenden und unsere Fundraiser, Herrn Raithel und Herrn Guttmacher.

Es bleiben mir einige Worte des Dankes. Ich danke zunächst und vor allem allen, die durch Vortrag und Diskussionsbeitrag zu dem Symposion beitragen. Dessen spiritus rector, Herrn Kollegen Manger, danke ich besonders herzlich für sein unermüdliches Engagement und die höchst anregende Kooperation über ein dreiviertel Jahr hinweg. Ein besonderer Dank geht an den Hauptsponsor des Symposions, die Stadtwerke Jena, ohne die in Jena nur die Glühwürmchen leuchteten. Last, but not least geht ein besonders herzlicher Dank an das Jubiläumsteam, allen voran an Frau Dr. Siebe, aber auch an Frau Hillesheim, Mehlhorn und Schorch, ohne die wir das Jubiläum auf 2058 hätten verschieben müssen. Ich denke, als äußerliches Dankeschön wird der Rektor mal wieder kochen dürfen.

Herr Minister Goebel, wenn das nicht ein Stichwort für Ihr Grußwort wäre!

Meldung vom: 2008-02-05 09:49
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