Schnelleinstieg Reader

Home|Suche|Friedolin|Webmail de

Wortmarke FSU

Ingrid Schnell



Ingrid Schnell

Ingrid Schnell war 29 Jahre in der Verwaltung der FSU beschäftigt und konnte vergangenes Jahr auf bereits 24 Jahre Erfahrung in der Zentralen Studienberatung zurückblicken.

Nachdem sie an der Goetheschule im nordthüringischen Roßleben das Abitur erlangt hatte, begann für Ingrid Schnell die eigene akademische Laufbahn mit dem Ingenieursstudium an der TU Ilmenau (damals Technische Hochschule). Mit dem erfolgreichen Abschluß des Studiums wurde sie Diplomingenieurin für Automatische Steuerung und kam über die Absolventenvermittlung 1975 nach Jena an das Wärmetechnische Institut. Dort arbeitete sie bis 1984 als Problemanalytikerin und Programmiererin. Während dieser Zeit kam ihr Sohn Jens zur Welt. Den Beginn seiner Schulzeit nahm Ingrid Schnell zum Anlass, im Februar 1985 von der Industrie an die Universität zu wechseln.

"Zu jener Zeit war eine Vollbeschäftigung in der Industrie mit den Öffnungszeiten im Hort nicht mehr vereinbar," meint sie rückblickend und so begann sie als Schwangerenvertretung eine Tätigkeit als Bereichsleiterin für Bewerbung und Zulassung im Dezernat für Studentische Angelegenheiten, woraus sich schließlich eine langfristige Perspektive entwickelte: "Mit der Wende wurde erstmalig eine Stelle für Studienberatung ausgeschrieben, für die ich mich erfolgreich bewarb." Nicht nur für Ingrid Schnell war diese Zeit ein Neubeginn: Ihr Sohn kam in der 7. Klasse ans Gymnasium, an dem völlig neue Strukturen, Inhalte und Ansprüche das Lernen bestimmten; auch ihr Mann musste sich mit den umfassenden Veränderungen bei seinem Arbeitgeber Carl Zeiss - etwa der Abwicklung bisheriger Bereiche - auseinandersetzen.

Ingrid Schnells langjährige berufliche Heimat, die Zentrale Studienberatung der Friedrich-Schiller-Universität, existiert in ihrer heutigen Form seit 1990. Damals hatte die FSU nur ca. 5.800 Studierende in ungefähr 100 Studienfächern (derzeitig sind es ca. 19.000 in 201 Studienfächern!). Dementsprechend bestand die Studienberatung bis 1997 mit Ingrid Schnell als einziger Beraterin in Vollzeit. Eine Sachbearbeiterstelle (Clearingbereich) kam  im August 1992 zur Unterstützung dazu. Der politische Umbruch reichte dabei bis in den Arbeitsalltag hinein und war eine spannende aber auch sehr arbeitsintensive Zeit, da von einem Tag auf den anderen die bis zur Wende geltenden zentralstaatlichen Vorgaben, ministerielle Materialien, Bewerbungsrichtlinien usw. nicht mehr galten und zeitgleich neue Abschlüsse wie Staatsprüfungen oder Magister eingeführt wurden. Der Beratungsbedarf war in dieser Zeit enorm, da auch die Eltern der Studierenden nicht mehr auf ihre Erfahrungen aus der eigenen Vergangenheit zurückgreifen konnten. In diese Zeit fiel die Wiederetablierung eines "Tages der offenen Tür" (heute Hochschulinformationstag), als einem wichtigen Baustein der studienvorbereitenden Beratung, sowie der Studieneinführungstage (STET) zu Semesterbeginn. Beide Veranstaltungen sind bis heute fester Bestandteil der Angebote der Universität für Studieninteressierte und Studienanfänger und werden maßgeblich von der Zentralen Studienberatung organisiert. Das "Schnupperstudium" für Schulklassen geht dabei wesentlich auf Ingrid Schnells Initiative - anfangs "Brückenschläge" genannt - zurück.

Es folgten der Bologna-Prozess mit dem Wegfall bisheriger Abschlüsse und der Einführung des Bachelor/Master-Systems, die Neustrukturierung des Lehramtsstudiums zum "Jenaer Modell", die Umwandlung der Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS) in "Hochschulstart" und die damit einhergehenden Veränderungen in der Vergabe der Studienplätze. Ingrid Schnell erinnert sich: "Die Erarbeitung neuer Veröffentlichungen und ein erneut höherer Beratungsbedarf waren die Folgen, die wir zum Glück mit einer weiteren halben Beraterstelle meistern konnten." In dieser Zeit war Ingrid Schnell auch mehrere Jahre im Beirat für Gleichstellungsfragen für den Bereich Verwaltung tätig, da sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf seit jeher als Herausforderung für jede und jeden Berufstätigen bzw. als große Aufgabe für die Hochschule empfindet.

Ratsuchende bekamen bei Ingrid Schnell unter den Stichpunkten Lebens- und Berufsentwürfe, Umbrüche, Sorgen, Ängste, Neubeginn, Wünsche und Ziele, trotz eines meist knappen Zeitfensters von 20-40 Minuten, immer eine persönliche Beratung. Einige Probleme erfordern sicherlich komplexere Herangehensweisen, doch im Zentrum stehen der Ansatz der "Hilfe zur Selbsthilfe" und das Erkennen der "Frage hinter der Frage", also ein schnelles sich-einstellen-Können auf jeden neuen Ratsuchenden. Eine neutrale und unvoreingenommene Ansprechpartnerin bzw. ein Ansprechpartner ist dafür besonders wichtig. Die komplexen Problemfragen erfordern eine stetige Weiterbildung bezüglich der Methoden- und Beratungskompetenz sowie einen regen Austausch im Team (kollegiale Fallberatung). Die Studienberatung steht aber auch in ständigem Austausch mit Berufskolleg/-innen bundesweit und mit sämtlichen anderen Unterstützungs- und Beratungseinrichtungen der Universität, die ihrerseits Studierende an Ingrid Schnell und "ihr" Team weitervermitteln.

Der Besuch von Elternabenden oder Bildungsmessen und die Betreuung von Schulklassen gehörten ebenfalls in das Aufgabenspektrum der studienvorbereitenden Beratung: "Vor allem die Nachfragen in der Studienverlaufs- und Studienausgangsberatung haben stetig zugenommen", resümiert Ingrid Schnell mit Blick auf ihren Arbeitsalltag. Die Formel >Nichts existiert für die Ewigkeit. Das einzig Dauerhafte ist die Veränderung<, ein Spruch von einem Kalenderblatt der Grafikwerkstatt Bielefeld, bringt das Charakteristische ihrer Arbeit in der Studienberatung ihrem Empfinden nach am besten auf den Punkt.

In Ingrid Schnells Augen kann ohne Netzwerke und erprobte Kooperationen keine erfolgreiche Arbeit gewährleistet werden. Der Zentralen Studienberatung kommt dabei selbst eine nicht zu unterschätzende Scharnierfunktion zu: Durch sie gelangten die verschiedenen Akteure, die Studienfachberater/-innen, die Kollegen/-innen aus dem Dezernat 1, aus den Fakultäten und Instituten, den Prüfungsämtern, dem Internationalen Büro, die studentischen Mentoren/-innen und Hilfskräfte, aber auch die Studienberater/-innen anderer Hochschulen sowie die Mitarbeiter/-innen des Studentenwerks Thüringen, der Bundesagentur für Arbeit, der Volkshochschule und schließlich auch Schullehrer/-innen in einen ständigen Austausch mit- und untereinander.

Die beschriebenen Arbeitsfelder und Erwartungen erforderten und erforderten von Ingrid Schnell bis zuletzt oft einen Spagat zwischen Familie und Beruf, der nicht immer leicht zu bewerkstelligen war. Die kontinuierlich neuen Aufgaben mit Freude und größtmöglichem Engagement anzugehen, war für Sie deshalb der bewährteste Weg, diese Herausforderungen bestmöglich zu bewältigen.

Im Januar 2015 trat Ingrid Schnell schließlich die 2 ½ jährige Ruhephase ihrer Altersteilzeit an und freut sich bereits darauf, mehr gemeinsame Zeit mit ihrem Mann verbringen zu können und größere Freiräume für die Enkelkinder, für Reisen und ihr langjähriges Hobby, das Tanzen, zu haben.

Wir wünschen Ingrid Schnell für die kommende Zeit viele interessante, bereichernde Momente und für die Zukunft alles Gute.

 

Logo Weltoffene Hochschulen gegen Fremdenfeindlichkeit

Logo Total E-Quality Coimbragroup Partnerhochschule des Spitzensports