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Geburtszange Ende 18. Jh.

Aus der Sammlung geburtshilfliche Instrumente:
Geburtshilfliche Zange von Johann Christian Stark

 

Uni Jena Slg Geburtshilfe Geburtszange von Stark 

Foto Ivonne Przemuß

Geburtshilfliche Zange, Johann Christian Stark zugeschrieben, um 1785 
Länge 37 cm, Breite 8 cm, Höhe 7 cm 
Inv.-Nr.: 2011/003

Zangen wurden seit dem 17. Jahrhundert in der Geburtshilfe von einzelnen englischen und holländischen Geburtshelfern verwendet und als Familiengeheimnis gehütet. In Deutschland fanden sie erst um 1770 allgemeine Verbreitung. Die rund 70 Objekte umfassende Sammlung geburtshilflicher Instrumente am Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena enthält eine Vielzahl solcher Stark, Osiander, Naegele u. a. Geburtshelfern zugeschriebenen Instrumente, die ihre Entwicklung dokumentieren.

Eine von Stark verwendete "Zange mit englischem Schloß" wurde erstmals von Johann Heinrich W. Doebner in seiner im Jahr 1785 entstanden medizinischen Dissertation beschrieben. Der Medizinprofessor Johann Christian Stark (1753 - 1811) wirkte als Geburtshelfer und Chirurg an der Universität Jena sowie als Leibarzt am Weimarer Hof. Berühmt wurde er vor allem durch eine 1783 erfolgreich durchgeführte Kaiserschnittentbindung bei einer Weimarer Hofdame. 

Bei dem Objekt des Monats handelt es sich um eine zusammengesetzte Zange, in deren Gestaltung Erkenntnisse englischer und französischer Geburtshelfer eingeflossen sind. Die Griffe aus braunem Hartholz und das Edelstahl-Schloß werden dem Begründer der englischen Geburtshilfe William Smellie (1697-1763) zugeschrieben, die gefensterten Löffel aus Edelstahl sind auf Andreas Levret (1703-1780), den Begründer der französischen Geburtshilfe, zurückzuführen.  Die Zange von Stark zeichnet sich durch ihre erst weit in der Spitze beginnende, stark in die Höhe steigende Beckenkrümmung aus.

Instrumente aus der Sammlung geburtshilflicher Instrumente am Universitätsklinikum der Friedrich-Schiller-Universität Jena werden regelmäßig im Rahmen von Ausstellungen zur Geschichte der Geburtshilfe der Öffentlichkeit präsentiert und befinden sich auch als Dauerleihgaben in Museen wie z.B. dem Romantikerhaus in Jena.
Die Sammlung wurde im Jahr 2012 mit finanzieller Unterstützung des ThMBWK und des Lehrstuhlinhabers für Geburtshilfe an der Friedrich-Schiller-Universität Jena Prof. Dr. Ekkehard Schleussner von der Firma ICOA fachgerecht restauriert.

Tilde Bayer

Publikationen 

  • Konstanze und Hans-Dietrich Kunath: Zur historischen Entwicklung geburtshilflicher Instrumente. Med. Dissertation, Jena 7.6.1977.

     
  • Rosemarie Nöthlich: "Geburten und Beobachtungen in dem Accouchierhauß gesamlet'". Aufzeichnungen aus dem Besitz des Mediziners Johann Christian Stark (1753-1811)." Stadtmuseum Jena, Jena 2010.
Kontakt

Prof. Dr. Ekkehard Schleußner

Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Abteilung Geburtshilfe
Bachstraße 18
07740 Jena
Tel: +49 (0)3641/933230

nicht öffentlich
nur nach Vereinbarung

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