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Dr. Johanna Sänger


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Studienwahl

Bitte nennen Sie uns die genaue Bezeichnung Ihres Studiengangs. In welchem Jahr haben Sie Ihr Studium begonnen bzw. beendet?

1991-1998 Studium der Germanistischen Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Soziologie (M. A.), danach noch einen Abschluss in Kulturgeschichte, als Promotions-Voraussetzung in diesem Fach

Aus welchen Gründen haben Sie sich für dieses Studium entschieden? Warum haben Sie sich für Jena als Studienort entschieden?

Nach einem naturwissenschaftlichen Abitur in der DDR konnte ich nach der Wiedervereinigung mein Studienfach endlich selbst wählen und habe mich für das entschieden, was mich auch in der Freizeit am meisten interessierte: Literatur und Kunst in historischem Zusammenhang. Soziologie aus Interesse an gesellschaftlichen Themen. Jena als alte Unistadt und weil ich Ostthüringerin bin.

Studium

Wie haben Sie Ihr Studium empfunden? Würden Sie noch einmal das gleiche studieren? Falls nein, wieso nicht?

Das Studium war wichtig als Selbstfindungsphase und auch, um das selbstorganisierte Lernen zu lernen. Allerdings war die Kombination Studium-Nebenjob (zum Glück meist als stud. Hilfskraft) ein großer Kraftakt. Toll waren die Möglichkeiten, in anderen Fächern interessante Kurse und Vorträge mitzunehmen. Gut waren der persönliche Kontakt zu den Profs und Dozenten. Die kurzen Wege in Jena und zu anderen Kulturzentren (vor allem Weimar) waren wichtig. Meinen Schwerpunkt Kulturgeschichte habe ich erst am Ende des Studiums quasi als Synthese meiner Interessen gefunden. Ich würde heute etwas schneller und praxisorientierter studieren und noch an eine weitere Uni gehen.

Welche Schwerpunkte oder Spezialisierungen haben Sie in Ihrem Studium belegt?

Im Studium habe ich zunächst vieles ausprobiert. Wichtig waren aber Praktika in historischen Museen in Rudolstadt und der Klassik-Stiftung Weimar. Sie haben mir gezeigt, welche Qualitäten man als Wissenschaftler außerhalb der Uni braucht und Kontakte geschaffen. Danach konnte ich dort auch als Hilfskraft arbeiten. Wichtig für das eigene Selbstbewusstsein, Sprachpraxis und auch fachlich war außerdem ein Auslandsjahr in Frankreich. Französisch dafür konnte ich "nebenbei" an der Uni lernen. Mein Dissertationsthema habe ich durch ein selbstorganisiertes Rechercheprojekt von Kunstgeschichtsstudenten gefunden und eine Ausstellung zur Baugeschichte des "Turms von Jena" komplett mitorganisiert.

Übergang Hochschule – Beruf und Berufseinstieg

Wie verlief der Übergang von der Hochschule in den Beruf? Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie zu kämpfen und wie ließen sich diese lösen?

Nach dem Examen wollte ich promovieren. Dazu verhalfen nacheinander mehrere Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin, allerdings auch mit Durststrecken der Arbeitslosigkeit. Wichtig war die Unterstützung durch meinen Doktorvater und die Anbindung an das Institut, auch wenn mehrere Forschungsthemen parallel zu bearbeiten waren und ich Seminare gab. Nach der Promotion und mit einem Baby, inzwischen Leipzigerin, begann ich aktiv, nach Arbeit in Museen zu suchen, mich zu bewerben und dort vorzustellen. Allerdings dauerte auch das einige Monate, die Konkurrenz um wenige Stellen ist hier groß. Für ein wissenschaftliches Volontariat am Museum für Kommunikation in Berlin zog die Familie dorthin. Auch danach gab es 2007 Unsicherheit über die Berufsperspektive. Ich machte mich selbstständig, um Museen für Ausstellungsprojekte Recherchen anzubieten. Diese Erfahrungen führten 2008 zu einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Berlin.

Wie schätzen Sie die Berufseinstiegschancen in Ihrem derzeitigen Berufsfeld ein? Welche Rolle spielen dabei Praktika?

Praktika sind in den Geistes- und Kulturwissenschaften absolut notwendig. Das Studium führt nicht zu einem klaren Berufsbild, sondern vermittelt allgemein Wissen und wissenschaftliche Fähigkeiten, die jedoch für die Praxis nicht reichen. Die eigenen Talente zu erproben und ein Gespür zu entwickeln, worauf es im Beruf ankommt, lernt man nicht an der Uni. Für das Museum sind aber auch Kenntnisse in Urheber-, Persönlichkeits- oder Verwaltungsrecht bzw. Betriebswirtschaft wichtig. Man muss klar und prägnant schreiben können und sollte Wissen gern weitergeben wollen.
Es gibt sehr viele motivierte und qualifizierte Bewerber für alle musealen Arbeitsfelder, aber leider ständig zu wenige Stellen und Aufträge. Besserung ist nicht in Sicht. Museen sind abhängig von öffentlichen Haushalten und oft chronisch unterfinanziert. Wer hier arbeiten will, sollte sich gut darauf vorbereiten und Leidenschaft mitbringen, um eine Chance zu haben, aber auch über Alternativen nachdenken.

Beruflicher Werdegang

Bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick über wichtige Stationen Ihres beruflichen Werdegangs.

1999 Mitarbeit an Ausstellung und Buchprojekt "Der Turm von Jena"; 1999-2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin an Forschungsprojekten FSU, Bereich Volkskunde/ Kulturgeschichte und Promotion zu den Straßennamen der DDR; 2005-2007 Volontariat Museum für Kommunikation Berlin; 2008-2012 wissenschaftliche Leiterin der Sammlung Industrielle Gestaltung / wissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung Haus der Geschichte, Berlin.

Aktuelle Arbeitssituation

Wo arbeiten Sie derzeit? Bitte beschreiben Sie kurz Ihre Tätigkeiten und Aufgaben.

Seit Oktober 2012 bin ich Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte ab 1800 am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. In einem größeren Museum gibt es spezialisierte Mitarbeiter für die Sammlung, Technik, Besucher oder Veranstaltungen und Presse. Zu meinen wissenschaftlichen Aufgaben gehört die Betreuung einer umfangreichen Sammlung von Alltagsgegenständen bis hin zu historischen Dokumenten und Handschriften, d.h. die Verantwortung für die inhaltliche Erschließung, den Erhalt und auch Neuerwerbungen. Ich bearbeite Leihanfragen von anderen Museen und Recherchen von Forschern. Die Dauerausstellung zu dieser Epoche muss gepflegt werden. Wichtig ist es, bei Führungen den Kontakt zu den Besuchern und ihren Meinungen zu halten. Komplex, spannend und auch stressig sind Ausstellungsprojekte, die über mehrere Jahre hin entwickelt werden. Oft ist die Zeit knapp und man muss sich rasch in neue Themen einarbeiten. Der Umgang mit originalen historischen Zeugnissen ist ein wichtiger Ansporn für die Arbeit.

Welche Qualifikationen sind für Ihre derzeitige Tätigkeit erforderlich? Inwiefern hat Ihnen Ihr Studium beim Erwerb dieser Qualifikationen geholfen?

Voraussetzungen: historisches Studium, wissenschaftliche Forschungen und Publikationen zum Fachgebiet (günstig: Promotion), Museums- und Ausstellungserfahrungen (wichtig: Volontariat als Ausbildungszeit). Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern sind wichtig, um allen Anforderungen gerecht zu werden und sich gegenüber anderen Bewerbern durchzusetzen. Das Studium schafft die Grundlagen, reicht aber nicht aus.

Wie sind die Praktikums- und Berufseinstiegschancen bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber?

Ein Praktikum ist vor allem im Bereich Sammlungsdokumentation immer möglich, auch für Berufseinsteiger. Freie Stellen werden ausgeschrieben.

Kontakt und Tipps

Welchen Tipp würden Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg geben?

Ausprobieren, mutig sein, um die Ecke denken. Glück gehört dazu. Bereit sein, sich auf neue Anforderungen einzustellen. Spezialisierung im Studium ist manchmal eine Eintrittskarte, aber im Beruf muss man viel mehr Themen bearbeiten können.

Falls ja, geben Sie bitte eine Kontaktmöglichkeit an (z.B. Email, Telefonnummer oder Anschrift).

Studienwahl

Bitte nennen Sie uns die genaue Bezeichnung Ihres Studiengangs. In welchem Jahr haben Sie Ihr Studium begonnen bzw. beendet?

1991-1998 Studium der Germanistischen Literaturwissenschaft, Kunstgeschichte und Soziologie (M. A.), danach noch einen Abschluss in Kulturgeschichte, als Promotions-Voraussetzung in diesem Fach

Aus welchen Gründen haben Sie sich für dieses Studium entschieden? Warum haben Sie sich für Jena als Studienort entschieden?

Nach einem naturwissenschaftlichen Abitur in der DDR konnte ich nach der Wiedervereinigung mein Studienfach endlich selbst wählen und habe mich für das entschieden, was mich auch in der Freizeit am meisten interessierte: Literatur und Kunst in historischem Zusammenhang. Soziologie aus Interesse an gesellschaftlichen Themen. Jena als alte Unistadt und weil ich Ostthüringerin bin.

Studium

Wie haben Sie Ihr Studium empfunden? Würden Sie noch einmal das gleiche studieren? Falls nein, wieso nicht?

Das Studium war wichtig als Selbstfindungsphase und auch, um das selbstorganisierte Lernen zu lernen. Allerdings war die Kombination Studium-Nebenjob (zum Glück meist als stud. Hilfskraft) ein großer Kraftakt. Toll waren die Möglichkeiten, in anderen Fächern interessante Kurse und Vorträge mitzunehmen. Gut waren der persönliche Kontakt zu den Profs und Dozenten. Die kurzen Wege in Jena und zu anderen Kulturzentren (vor allem Weimar) waren wichtig. Meinen Schwerpunkt Kulturgeschichte habe ich erst am Ende des Studiums quasi als Synthese meiner Interessen gefunden. Ich würde heute etwas schneller und praxisorientierter studieren und noch an eine weitere Uni gehen.

Welche Schwerpunkte oder Spezialisierungen haben Sie in Ihrem Studium belegt?

Im Studium habe ich zunächst vieles ausprobiert. Wichtig waren aber Praktika in historischen Museen in Rudolstadt und der Klassik-Stiftung Weimar. Sie haben mir gezeigt, welche Qualitäten man als Wissenschaftler außerhalb der Uni braucht und Kontakte geschaffen. Danach konnte ich dort auch als Hilfskraft arbeiten. Wichtig für das eigene Selbstbewusstsein, Sprachpraxis und auch fachlich war außerdem ein Auslandsjahr in Frankreich. Französisch dafür konnte ich "nebenbei" an der Uni lernen. Mein Dissertationsthema habe ich durch ein selbstorganisiertes Rechercheprojekt von Kunstgeschichtsstudenten gefunden und eine Ausstellung zur Baugeschichte des "Turms von Jena" komplett mitorganisiert.

Übergang Hochschule – Beruf und Berufseinstieg

Wie verlief der Übergang von der Hochschule in den Beruf? Mit welchen Schwierigkeiten hatten Sie zu kämpfen und wie ließen sich diese lösen?

Nach dem Examen wollte ich promovieren. Dazu verhalfen nacheinander mehrere Tätigkeiten als wissenschaftliche Mitarbeiterin, allerdings auch mit Durststrecken der Arbeitslosigkeit. Wichtig war die Unterstützung durch meinen Doktorvater und die Anbindung an das Institut, auch wenn mehrere Forschungsthemen parallel zu bearbeiten waren und ich Seminare gab. Nach der Promotion und mit einem Baby, inzwischen Leipzigerin, begann ich aktiv, nach Arbeit in Museen zu suchen, mich zu bewerben und dort vorzustellen. Allerdings dauerte auch das einige Monate, die Konkurrenz um wenige Stellen ist hier groß. Für ein wissenschaftliches Volontariat am Museum für Kommunikation in Berlin zog die Familie dorthin. Auch danach gab es 2007 Unsicherheit über die Berufsperspektive. Ich machte mich selbstständig, um Museen für Ausstellungsprojekte Recherchen anzubieten. Diese Erfahrungen führten 2008 zu einer Stelle als wissenschaftliche Mitarbeiterin beim Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland in Berlin.

Wie schätzen Sie die Berufseinstiegschancen in Ihrem derzeitigen Berufsfeld ein? Welche Rolle spielen dabei Praktika?

Praktika sind in den Geistes- und Kulturwissenschaften absolut notwendig. Das Studium führt nicht zu einem klaren Berufsbild, sondern vermittelt allgemein Wissen und wissenschaftliche Fähigkeiten, die jedoch für die Praxis nicht reichen. Die eigenen Talente zu erproben und ein Gespür zu entwickeln, worauf es im Beruf ankommt, lernt man nicht an der Uni. Für das Museum sind aber auch Kenntnisse in Urheber-, Persönlichkeits- oder Verwaltungsrecht bzw. Betriebswirtschaft wichtig. Man muss klar und prägnant schreiben können und sollte Wissen gern weitergeben wollen.
Es gibt sehr viele motivierte und qualifizierte Bewerber für alle musealen Arbeitsfelder, aber leider ständig zu wenige Stellen und Aufträge. Besserung ist nicht in Sicht. Museen sind abhängig von öffentlichen Haushalten und oft chronisch unterfinanziert. Wer hier arbeiten will, sollte sich gut darauf vorbereiten und Leidenschaft mitbringen, um eine Chance zu haben, aber auch über Alternativen nachdenken.

Beruflicher Werdegang

Bitte geben Sie uns einen kurzen Überblick über wichtige Stationen Ihres beruflichen Werdegangs.

1999 Mitarbeit an Ausstellung und Buchprojekt "Der Turm von Jena"; 1999-2005 wissenschaftliche Mitarbeiterin an Forschungsprojekten FSU, Bereich Volkskunde/ Kulturgeschichte und Promotion zu den Straßennamen der DDR; 2005-2007 Volontariat Museum für Kommunikation Berlin; 2008-2012 wissenschaftliche Leiterin der Sammlung Industrielle Gestaltung / wissenschaftliche Mitarbeiterin Stiftung Haus der Geschichte, Berlin.

Aktuelle Arbeitssituation

Wo arbeiten Sie derzeit? Bitte beschreiben Sie kurz Ihre Tätigkeiten und Aufgaben.

Seit Oktober 2012 bin ich Kuratorin für Stadt- und Landesgeschichte ab 1800 am Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig. In einem größeren Museum gibt es spezialisierte Mitarbeiter für die Sammlung, Technik, Besucher oder Veranstaltungen und Presse. Zu meinen wissenschaftlichen Aufgaben gehört die Betreuung einer umfangreichen Sammlung von Alltagsgegenständen bis hin zu historischen Dokumenten und Handschriften, d.h. die Verantwortung für die inhaltliche Erschließung, den Erhalt und auch Neuerwerbungen. Ich bearbeite Leihanfragen von anderen Museen und Recherchen von Forschern. Die Dauerausstellung zu dieser Epoche muss gepflegt werden. Wichtig ist es, bei Führungen den Kontakt zu den Besuchern und ihren Meinungen zu halten. Komplex, spannend und auch stressig sind Ausstellungsprojekte, die über mehrere Jahre hin entwickelt werden. Oft ist die Zeit knapp und man muss sich rasch in neue Themen einarbeiten. Der Umgang mit originalen historischen Zeugnissen ist ein wichtiger Ansporn für die Arbeit.

Welche Qualifikationen sind für Ihre derzeitige Tätigkeit erforderlich? Inwiefern hat Ihnen Ihr Studium beim Erwerb dieser Qualifikationen geholfen?

Voraussetzungen: historisches Studium, wissenschaftliche Forschungen und Publikationen zum Fachgebiet (günstig: Promotion), Museums- und Ausstellungserfahrungen (wichtig: Volontariat als Ausbildungszeit). Erfahrungen in verschiedenen Tätigkeitsfeldern sind wichtig, um allen Anforderungen gerecht zu werden und sich gegenüber anderen Bewerbern durchzusetzen. Das Studium schafft die Grundlagen, reicht aber nicht aus.

Wie sind die Praktikums- und Berufseinstiegschancen bei Ihrem derzeitigen Arbeitgeber?

Ein Praktikum ist vor allem im Bereich Sammlungsdokumentation immer möglich, auch für Berufseinsteiger. Freie Stellen werden ausgeschrieben.

Kontakt und Tipps

Welchen Tipp würden Sie Berufseinsteigern mit auf den Weg geben?

Ausprobieren, mutig sein, um die Ecke denken. Glück gehört dazu. Bereit sein, sich auf neue Anforderungen einzustellen. Spezialisierung im Studium ist manchmal eine Eintrittskarte, aber im Beruf muss man viel mehr Themen bearbeiten können.

Falls ja, geben Sie bitte eine Kontaktmöglichkeit an (z.B. Email, Telefonnummer oder Anschrift).

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