Friedrich-Schiller-Universität Jena - Winckler_1_3
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Forschungsthemen im Überblick

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Zellbasierte Testsysteme für die Suche nach Pflanzenextrakten mit antidementiven Eigenschaften

Mitarbeiter: Dr. Friedemann Gaube, Robert Penzis

Morbus Alzheimer (Alzheimer's disease, AD) ist die häufigste Form der Demenz. AD ist eine chronische, progessiv verlaufende, neurodegenerative Erkrankung, die nach Angaben der WHO weltweit 18 Millionen Menschen betrifft. Bis 2045 werden es vielleicht bereits 34 Millionen Menschen sein. Diese Krankheit stellt also in den nächsten Jahrzehnten - vor allem auch durch die zunehmende Lebenserwartung der Menschen - ein immer bedrohlicher werdendes Problem dar. Neue medikamentöse Therapien, die den Verlauf der AD verlangsamen oder gar zum Stillstand bringen können, werden dringend benötigt.

Dass auch Pflanzenextrakte als medikamentöse Optionen zur Behandlung der AD  in Betracht kommen, wurde durch die Einführung der Ginkgo-biloba-Zubereitungen in die Therapie der Demenz eindrucksvoll gezeigt. Es scheint also sinnvoll zu sein, nach weiteren Pflanzenextrakten mit antidementiven Eigenschaften zu suchen. Man geht heute davon aus, dass die so genannte L-Glutamat-induzierte Exzitotoxizität an dem Untergang von Neuronen in AD-Patienten beteiligt ist. Die L-Glutamat-induzierte Exzitotoxizität entsteht durch einen unphysiologisch hohen Einstrom von Calcium-Ionen in das Zellinnere von Neuronen durch die so genannten N-Methyl-D-aspartat-Rezeptoren (NMDA-Rezeptoren). Dass man durch Hemmung der L-Glutamat-induzierten Exzitotoxizität das Krankheitsbild der AD positiv beeinflussen kann, wird eindrucksvoll durch die Markteinführung des NMDA-Rezeptorblockers Memenatine untermauert. Wir benutzen transgene Zellkulturzellen, die NMDA-Rezeptoren exprimieren, um nach Pflanzenextrakten zu suchen, die die L-Glutamat-induzierte Exzitotoxizität herabsetzen können.