Das Konzept der Fortbildung Didaktik hat in der Vergangenheit immer auf Bedürfnisse der angesprochenen Zielgruppen reagiert: Im ersten Zyklus waren neben Fachleitern aus der Regelschule und dem Gymnasium auch Kolleginnen und Kollegen aus der Grundschule mit angesprochen, im dritten Zyklus nahm eine Gruppe von Fachleitern aus der Berufsschule an den Veranstaltungen teil. Aufgrund besonderer Anforderungen, die sich aus dem neuen Lehrerbildungsgesetz ergeben, schlägt die Arbeitsgruppe eine weitere Akzentuierung der Fortbildung Didaktik vor. Dazu hat die Arbeitsgruppe Fortbildung Didaktik ein Curriculum von neun konsekutiv aufeinander aufbauenden Modulen ausgearbeitet. Als Dozenten der Fortbildung wurden Mitglieder der Studienseminare, Referenten des ThILLM und Hochschulangehörige gewonnen.
Die gesetzlich angestrebte Reform der Lehrerbildung macht vom Grundsatz her alle Thüringer Schulen zu Ausbildungsschulen. Nicht mehr eine begrenzte Anzahl beteiligt sich an der Ausbildung der Lehramtsanwärter, sondern alle sind an der Aus- und Fortbildung der drei Phasen beteiligt. Damit wird ein großer Professionalisierungsschub in der Lehrerschaft eingeleitet: Schulen sind nicht nur verantwortlich für den Unterricht von Kindern und Jugendlichen, sondern sie wirken auch entscheidend an der Ausbildung des professionellen Nachwuchses sowie am eigenen Qualifikationserhalt mit.
Angesichts der neuen Verantwortlichkeit von Schulen werden neue Funktionen geschaffen: (a) die Verantwortlichen für Ausbildung und (b) die fachbegleitenden Lehrerinnen und Lehrer. Die Beauftragten sind für die Aus- und Fortbildung an ihren Schulen konzeptionell und organisatorisch verantwortlich, für die fachbegleitenden Lehrer ist eine Verantwortung fr die unterrichtliche Aus- und Fortbildung insgesamt wünschenswert.
Mit den neuen Funktionen entsteht ein großer Aus- und Fortbildungsbedarf: Gegenwärtig werden im Freistaat Thüringen die Ausbildungsplätze für Lehramtsanwärter vermehrt und es entsteht ein umfänglicher Bedarf an Praktikumsplätzen für die erste Phase, wenn - wie im Lehrerbildungsgesetz gefordert - alle Studierenden 30 Leistungspunkte schulpraktische Studien nachweisen müssen. Auf diese Situation möchte die Arbeitsgruppe mit einer Neuakzentuierung ihres Konzepts in der Veranstaltung "Fortbildung Didaktik IV" antworten.
"Fortbildung Didaktik IV": Eine Antwort auf die neuen Bedürfnisse der Theorie-Praxis-Verknüpfung in der Lehrerbildung in Thüringen