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Promotion


Laut Angaben des Statistischen Bundesamtes wächst die Zahl der Nachwuchswissenschaftler mit Doktortitel in Deutschland stetig. Während im Jahr 2003 über 23.000 Promovenden ihre Promotionsprüfung ablegten, waren es seit 2005 jährlich stets über 25.000. Dazu kommen noch die vielen Doktoranden, die auf dem langen, beschwerlichen Weg bis zum höchsten akademischen Grad aufgeben. Schätzungen zufolge kommt nicht einmal jeder zweite Doktorand ans Ziel.
Für Studierende der höheren Fachsemester und frisch gebackene Hochschulabsolventen, die vor der Frage stehen, ob sie eine Promotion anstreben sollen, sind nachfolgend allgemeine Informationen zur Promotion (Voraussetzungen, Ablauf, Finanzierung, usw.) sowie spezielle Informationen zum Promovieren in Jena (z.B. Promotionsordnungen, Graduiertenkollegs, Beratungsmöglichkeiten) zusammengestellt.

 

Allgemeine Informationen zur Promotion

 


Was ist eine Promotion? Wie läuft das Promotionsverfahren ab?

 

Der Begriff "Promotion" bezeichnet die Verleihung des Doktorgrades bzw. das dazu gehörige akademische Verfahren, über das der Doktortitel erworben und die Befähigung zu eigenständiger Forschung an einer wissenschaftlichen Hochschule oder einer vergleichbaren Einrichtung nachgewiesen wird. Die Promotion beinhaltet schriftliche, wissenschaftliche Forschungsarbeit (Dissertation), welche eigenständig erbracht wird und neue wissenschaftliche Erkenntnisse dokumentiert, eine mündliche Prüfung (Rigorosum) und/oder ein wissenschaftliches Streitgespräch (Disputation). Mit der Promotion gilt die wissenschaftliche Ausbildung grundsätzlich als abgeschlossen.
Der genaue Ablauf des Promotionsverfahrens wird in der Prüfungsordnung des zuständigen Fachbereiches der Hochschule festgelegt. Das Verfahren unterscheidet sich sowohl von Hochschule zu Hochschule als auch von Fach zu Fach zum Teil sehr deutlich.


 

Ist eine Promotion sinnvoll für meine Karriere?

 

Die Gründe von jungen Akademikern, sich für eine Promotion zu entschließen, sind vielfältig. Einerseits spielt bei vielen Promovenden die Begeisterung für das wissenschaftliche Arbeiten im Allgemeinen oder für ein Spezialgebiet im Besonderen eine große Rolle. Andererseits hofft ein großer Teil, sich durch einen Doktortitel von der Masse der Hochschulabsolventen abzuheben und damit seine Berufschancen verbessern zu können. Doch nicht überall sind die zwei prestigeträchtigen Buchstaben für die Karriere so entscheidend. Daher sollte im Vorfeld bedacht werden, ob der Doktorhut überhaupt Sinn macht. Nachfolgende Informationen haben in erster Linie eine grobe Orientierungsfunktion. Es ist anzuraten, sich zusätzlich über die Arbeitsmarktaussichten der einzelnen Branchen und Berufsbilder (zum Beispiel bei der Agentur für Arbeit oder der Zentralen Studienberatung) zu informieren.

Wer nach dem Studium im wissenschaftlichen Bereich weiterarbeiten will und eine Laufbahn an einer Hochschule oder an außeruniversitären Forschungseinrichtungen anstrebt, der kommt um den Erwerb des Doktortitels nicht herum. Ähnliches gilt für gut bezahlte Jobs in der Chemie- und Pharmaindustrie, für die die Promotion eine Art Pflicht ist. Für Diplomchemiker ohne Promotion gibt es z.B. nur wenige qualifizierte Jobs. Auch viele geisteswissenschaftliche Karrieren in Museen und freien Instituten sind nur mit Titel möglich. Wer beabsichtigt in der freien Wirtschaft zu arbeiten, glänzt dagegen eher mit fundiertem Praxiswissen als mit akademischen Graden. Wer trotzdem promovieren möchte, dem empfehlen Karriereberater bereits während der Promotionsphase Praxiserfahrungen, z.B. durch eine freiberufliche Tätigkeit, zu sammeln. Dass sich die Mühen der Promotion in der Regel finanziell bezahlt machen, zeigt die letzte Kienbaum-Studie zu "High Potentials". Der Nutzen der Doktorwürde ist zwar von Branche zu Branche unterschiedlich, im Durchschnitt verdienen Promovierte als Berufseinsteiger im Durchschnitt 3000 Euro mehr pro Jahr als überdurchschnittlich gute Absolventen ohne Promotion. Je praktischer aber die angestrebte Tätigkeit ist, desto weniger macht sich der Titel auf dem Gehaltszettel bemerkbar.

 


Wie lässt sich die Promotion erfolgreich finanzieren?

 

Neben der Frage nach dem Nutzen der Promotion für die Karriere sollte vor Promotionsbeginn unbedingt auch über die Finanzierung des Lebensunterhalts nachgedacht werden. Diese ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der wissenschaftlichen Arbeit. Wer sich weniger Gedanken machen muss, wie er das Geld für seinen Lebensunterhalt zusammen bekommt, kann mehr Zeit und Energie in seine Dissertation stecken. Die Kosten für eine Promotion dürfen dabei nicht unterschätzt werden. Schätzungsweise 36.000 EUR sind für die Lebenshaltung mindestens anzusetzen, bei monatlich 1000 EUR in drei Jahren. Hinzu kommen noch zahlreiche Ausgaben für Archivaufenthalte, Kongressbesuche, Druckertinte, usw.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, seine Promotion zu finanzieren:

  • Stelle am Lehrstuhl: Vor allem Naturwissenschaftler und Ingenieure haben oft feste Promotionsstellen und sind in Forschungsprojekte eingebunden.
  • Promotion nebenher: Manche Promovenden sind voll berufstätig oder haben eine Teilzeitstelle bei einer Firma mit Interesse am Dissertationsthema. Beides erfordert eine sehr hohe Selbstdisziplin!
  • Freiberufliche Tätigkeit: Im Idealfall lassen sich Job und Kenntnisse aus dem Studium als EDV-Trainer, Kursleiter oder Dozent verbinden.
  • Aufnahme in ein Graduiertenkolleg: Abgesichert durch Stipendien führen mehrere Doktoranden ihre Arbeit im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern getragenen Forschungsprogramms durch. Für die Aufnahme ist eine Bewerbung erforderlich.
  • Stipendium: Einige der großen Begabtenförderungswerke vergeben Stipendien an Doktoranden. Auch hier ist eine individuelle Bewerbung mit fachlichen Gutachten erforderlich.
  • Graduiertenstipendien aus Landesmitteln: Neben den bundesweiten Förderungsmöglichkeiten gibt es auch die Möglichkeit, sich um ein Stipendium seines Bundeslandes zu bemühen, für welches ebenfalls eine Bewerbung erforderlich ist.

Einen zentralen Überblick über die diversen Fördermöglichkeiten für Graduierte erhalten Sie hier. Sie können sich zur Förderproblematik auch bei der Zentralen Studienberatung beraten lassen. 

 

Welche Voraussetzungen muss ich für eine Promotion mitbringen?

 

Die Zulassung zur Promotion setzt in der Regel den Erwerb eines akademischen Grades (Diplom, Magister, Staatsexamen oder Master) voraus. Darüber hinaus können die einzelnen Fakultäten weitere Anforderungen (z.B. bestimmte Fremdsprachkenntnisse oder Mindeststudienaufenthalte an der jeweiligen Einrichtung) stellen.  Da sich eine Promotion über mehrere Jahre erstreckt (die meisten Doktoranden arbeiten zwischen zwei und fünf Jahren an ihrer Arbeit), sollten Promovenden neben der offiziellen Zulassungsvoraussetzung folgende Eigenschaften mitbringen, die beim Promovieren von noch größerer Bedeutung sind als bisher im Studium: Organisationstalent, Selbstdisziplin, Selbstmotivation (insbesondere, wenn man zu Hause arbeitet und nicht am Lehrstuhl angestellt ist), Leistungsbereitschaft und Selbständigkeit.

 

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Promovieren in Jena

 

Die vom Universitätssenat gegründete Jenaer Graduierten-Akademie hat zum Ziel, den Doktoranden der Friedrich-Schiller-Universität optimale Bedingungen für eine erfolgreiche Promotion auf höchstem internationalen Niveau zu gewährleisten. Erreicht werden soll dies durch attraktive Studienprogramme, die fachspezifische und interdisziplinäre Inhalte vereinen, maßgeschneiderte Angebote zur Erweiterung allgemeiner Schlüsselqualifikationen, eine intensive individuelle Betreuung durch ein Team von Professoren mit hoher internationaler Reputation, die Einbindung in lebendige Doktoranden-Netzwerke und ein in seiner Dichte und Qualität spannendes Jenaer Forschungsumfeld. Sie ist die Beratungs-, Informations- und Verwaltungsstelle zur Einschreibung und Rückmeldung von Promotionsstudenten. Sie kümmert sich außerdem um die Verwaltung von Graduierten- (u.a. Thüringer Landesgraduiertenstipendien), Wiedereinstiegs-, Promotionsabschluss- und Sonderstipendien sowie von Graduiertenkollegs. Der Jenaer Graduierten-Akademie gehören aktuell zwei Modellschulen an, in welchen neben anderen Institutionen jeweils mehrere Graduiertenkollegs mitarbeiten.



 

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Weiterführende Links

(Linksammlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit und Wertung der Inhalte)


  • www.thesis.de - Interdisziplinäres Netzwerk für Promovierende und Promovierte e. V. mit Informationen, Foren, Statistik und Kontaktmöglichkeiten
  • www.doktorandenforum.de - Doktoranden-Forum mit Antworten auf diverse Fragen (Wie anfangen mit dem Promotionsvorhaben?, Wie das Promotionsvorhaben finanzieren?) sowie Anregungen für die laufende Arbeit an der Dissertation, Tipps rund um die Fertigstellung der Dissertation sowie Links & Literatur rund um die Doktorarbeit
  • www.drarbeit.de- Stellenbörse für Studierende, die auf der Suche nach geeigneten Arbeitsgruppen und Themen für Ihre Diplomarbeit oder Doktorarbeit in Naturwissenschaft und Medizin sind
  • www.tipps-fuer-doktorarbeiten.de - Tipps für Doktorarbeiten (von der Suche nach einem Doktorvater bis zum Druck der Doktorarbeit) aus der Erfahrung eines Promovierten
  • de.bab.la/phrasen - Sammlung von Phrasen/Mustersätzen für das wissenschaftliche Schreiben in einer Fremdsprache
  • www.studis-online.de - Überblick über wichtige Etappen einer Promotion
  • www.doktorandenboerse.info - Datenbank zu Promotionsstellen
  • www.dfg.de - Informationen zu Graduiertenkollegs
  • www.hochschulkompass.de - eine weitere Datenbank zur Suche von Promotionsstellen
  • www.academics.de - Überblick zum Promovieren
  • www.studserv.de - Überblick über den Ablauf einer Promotion
  • www.bildung-news.com/promotion/ - verschiedene Artikel zur Promotion, darunter auch "10 gute Gründe für/gegen eine Promotion"


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