Friedrich-Schiller-Universität Jena
 

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Erst viel, dann wenig

Sie ist schon eine ziemlich einmalige Institution an der Friedrich-Schiller-Universität: die Senatskommission zur Aufarbeitung der Jenaer Universitätsgeschichte im 20. Jahrhundert. Am 3. November 1998 vom Senat gegründet, sollen Historiker und historisch arbeitende Wissenschaftler bis 2008 die dann 450-jährige Geschichte der Universität Jena neu- oder wiederentdecken.

Dazu wurde mit dem Senatsbeschluss eine temporäre Kommission eingerichtet, die aus einigen ehrenamtlichen und wenigen hauptamtlichen Mitarbeitern besteht – eigene Mitarbeiter gibt es, ja, es muss sie geben. Denn das Aufgabenspektrum und der doch recht enge Zeitrahmen verlangen nach intensiver Forschung und Koordinierung. Die Kommission soll die Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts ohne politische Vorgaben und ohne jegliche Denkbeschränkung aufarbeiten.

Für diese Mammutaufgabe ist es wichtig, möglichst viele Partner in den Fakultäten und universitären Einrichtungen zu finden und zur Mitarbeit zu motivieren. Die Kommissionsmitglieder sind für Anregungen und Vorhaben aus den einzelnen Bereichen jederzeit offen. Für Gespräche und Anfragen stehen die Mitglieder gerne zur Verfügung. Zusätzlich werden Zeitzeugen – gerade für die Zeit des Nationalsozialismus sowie der DDR gesucht, mit deren Erfahrungen und Erinnerungen wichtige Quellenlücken gefüllt werden können. Interessenten sind aufgerufen, sich direkt an die Kommission (siehe Seite 31) zu wenden. Außerdem müssen die Kommissionsmitglieder die vielfältigen, bereits laufenden Projekte koordinieren und manchmal auch dirigieren, um am Ende möglichst umfassende Daten und Analysen zu erzielen.

Doch dann gilt es einen zweiten Höhepunkt zu erreichen. Als das Kernziel der Kommissionsarbeit steht die Aufgabe, 2008 eine neue Universitätsgeschichte des 20. Jahrhunderts vorzulegen. Im dann 450. Lebensjahr der Alma Mater Jenensis soll eine gut lesbare und für die breite Öffentlichkeit leicht zugängliche Kurzfassung erwerbbar sein. Die bis dahin erschlossene Datenfülle muss dann wieder destilliert und auf ein Minimum kondensiert werden.

Alle diese Aufgaben würden einen einzelnen Wissenschaftler weit überfordern. So war die Senatsentscheidung nur konsequent, um das erhoffte Ziel zu erreichen, die Kommission zu gründen. Dies ist aber mehr als eine Entscheidung über einige befristete Mitarbeiterstellen, es ist auch ein universitätspolitisches Signal nach innen und außen: Die Friedrich-Schiller-Universität ist bereit, sich mit ihrer Geschichte gründlich und unvoreingenommen zu befassen.

Eine Auswahl bisheriger (Zwischen)Ergebnisse ihrer Arbeit stellt die Kommission in dieser Sonderausgabe des Uni-Journals vor. Die Artikel lassen schon jetzt die unterschiedlichen Sichtweisen und Bewertungen der Historiker aufscheinen und damit ahnen, dass 2008 ein prägnantes Werk vorliegen wird.

Axel Burchardt

letzte Änderung:  am 2012-01-30 09:04:42   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang