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„Sturm“ – King George Island – Antarctica

Dienstag 08.01.2008

Seit gestern Nacht tobte ein Sturm über der Insel. Obwohl wir uns noch nördlich des Polarkreises befinden, sind Minusgrade und Schneestürme im Sommer, wie wir sie heute erleben, nicht selten. Der Schnee wird uns schmerzhaft ins Gesicht geblasen, an einen längeren Hike, um zu kartieren, ist nicht zu denken.

Am Nachmittag ließ der Wind ein wenig nach und wir machten uns, gut eingepackt, auf den Weg, die Küste der Ardley Bay zu erkunden. Am Strand entlang ging es Richtung Neftebasa. Eine Gruppe von Küstenseeschwalben (14 Individuen) saß zusammengekauert an der Wasserkante und trotzte dem starken Wind. Diese arktischen Brutvögel sind Rekordhalter unter den Zugvögeln, wenn sie auf über 20.000 Kilometern vom arktischen in den antarktischen Sommer fliegen. Sie ähneln den Antarktisseeschwalben, die wir regelmäßig auf unseren Touren zu Gesicht bekommen.

Auf einem kleinen Hochplateau nicht weit von der Küste entfernt, fand Udo, unser Geologe, das erste Fossil, ein etwa fünf Zentimeter großes versteinertes Stück Holz. Es hatte sich also mehr als gelohnt, trotz extremen Wetter die Station zu verlassen, auch wenn der langsam auftauende Permafrost in den schneefreien Gebieten trotz Gummistiefel ein Vorankommen erschwert..

Der zunehmende Sturm zwang uns zur Rückkehr und so blieb uns nur die übliche Schreibtischarbeit, d.h. Daten zu digitalisieren und Tagebuch zu schreiben.


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