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„Drake Küste“ – King George Island – Antarctica

Donnerstag 10.01.2008

Gleich nach dem Frühstück brachen wir zu unserer Tagestour in den nordöstlichen Teil der Fildes-Halbinsel auf. Das Wetter war gut zum Laufen, kaum Wind und keine Niederschläge.

Zuerst benutzten wir den Weg nach Artigas, der Station von Uruguay. Von dort aus überquerten wir die Halbinsel parallel zum Collins-Gletscher in Richtung Drake Passage. Unterwegs kartierten wir mehrere brütende Skuas. Mit dem Fernglas wurden die Ringnummern abzulesen, die uns Rückschlüsse auf das Beringungsdatum und damit auf die Lebensgeschichte der Vögel geben. Einige Tiere waren schon so alt wie wir Expeditionsteilnehmer, d.h. fast 25 Jahre. Skuas können ein Alter von mehr als 30 Jahren erreichen.

In der Nähe des Gletschers erregten kleine Hügel mit plattigen Steinen unsere Aufmerksamkeit. Wir suchten nach Fossilien, die dort durch das Zurückweichen des Eises zutage kommen. Der Erfolg blieb leider aus, dafür fanden wir Milben zwischen den Steinen und eine der beiden Mückenarten in der Antarktis, Parachlus steineni.
Durch riesige Schneefelder kämpften wir uns zum Meer in die Klotz-Bucht. Dort stiegen wir erst einmal in Richtung Gletscher auf, um aus sicherer Distanz brütende Riesensturmvögel auf den umliegenden Felsen zu kartieren und zu zählen. Wir mussten uns sehr vorsichtig bewegen, da diese Vögel sehr empfindlich gegenüber Störungen sind. In der Nähe brütende Skuas können sonst die kurzzeitig verlassenen Nester ausrauben und die Eier und Küken fressen. Die Zahl der Nester entsprach der der Vorjahre.

 

Unterhalb dieser Felsen liegt die russische Schutzhütte Priroda, bei der wir eine Mittagspause einlegten und den mitgebrachten Schinkenspeck und das frische Brot schmecken ließen. In der Nähe fanden wir zwei wenige Wochen alte Seebren, die von ihren Müttern schon entwöhnt waren und nun alleine zurechtkommen müssen. Aber sie sahen gut genährt aus und haben gute Chancen, zu überleben. Sie waren aber auch noch sehr verspielt und ließen sich von unserer Anwesenheit nicht stören, sondern schienen eher neugierig. Nach diesem Seebären-Fototermin liefen wir entlang der Drake-Küste Richtung Südwesten. Unterwegs kartierten wir brütende Kapsturmvögeln und Möwen. Weddellrobben und See-Elefanten lagen am Strand. Bei letzteren konnte man den Fellwechsel, der gerade stattfindet, sehr gut erkennen.

Nach 8 Stunden Fußmarsch kamen wir alle erschöpft, aber sehr zufrieden wieder in Bellingshausen an. Nach einem ausgiebigen Abendbrot besuchten wir noch einen guten chilenischen Freund, Alejo Contreras, der als erfahrener Bergsteiger und „Antarktisbewohner“ schon seit über 20 Jahren auf dem weißen Kontinent arbeitet. Er erzählte uns unglaubliche, aber auch spannende Geschichten über seine Antarktiserfahrungen, u.a. seine Skitour zum Südpol.

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