Dicker Nebel und strömender Regen verhinderten erst einmal die geplanten Feldarbeiten.
Wir besuchten deshalb zwei russische Wissenschaftler, die in der Station überwintert haben, informierten uns über ihre Arbeit und erbaten Daten, um die unterschiedlichen Untersuchungsjahre zu vergleichen.
Alexander ist für den Empfang und die Auswahl von Satellitenfotos der Antarktischen Halbinsel und der Weddellsee verantwortlich. Die besten Bilder werden per email nach St. Petersburg geschickt und dort zur Erstellung von Eiskarten herangezogen. Außerdem werden im Rahmen eines Monitorprogramms regelmäßige hydrologische Datenaufnahmen gemacht, d.h. Wassertemperatur und Salzgehalt gemessen. So konnte er feststellen, dass die Wassertemperatur im Jahr 2007 im Durchschnitt 1 Grad niedriger als im Vorjahr war und die winterliche Meereisausdehnung das Maximum der letzten 40 Jahre darstellte. Der außergewöhnlich kalte Sommer ist die Nachwirkung dieser Erscheinung. Außerdem werden Gezeitenmessungen durchgeführt. Für uns Biologen war besonders interessant, dass im Rahmen des Monitorprogramms auch auffällige Durchzugsereignisse der Vögel, die häufig auch von der Eis- und Wettersituation abhängen, registriert werden.
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Eine weitere wichtige Person ist der Meteorologe Viktor. Auch wenn jede Minute Lufttemperatur, Temperatur der Bodenoberfläche, Luftfeuchte, Richtung und Geschwindigkeit des Windes, Windspitzen und Luftdruck und weitere Daten automatisch gemessen werden, registriert er selbst u.a. die Menge und Art des Niederschlages, die Höhe und Deckung der Bewölkung, die Wolkenart, die Sonneneinstrahlung, die Sichtbarkeit und besondere Wettererscheinungen. Viermal am Tag schickt er seine aufgenommenen Daten ins Zentrum nach St. Petersburg; dort werden sie zusammengefasst und an die WMO weitergegeben und im Internet veröffentlicht. Die Zuverlässigkeit der Daten zu garantieren, bedeutet insbesondere im Winter, Störungen an den Geräten durch Schnee und Eis umgehend zu beseitigen.

Am frühen Nachmittag, das Wetter hatte sich stabilisiert, haben wir uns auf den Weg nach Ardley Island zur Pinguinzählung gemacht. Die Ebbe hatte für drei Stunden eine Landbrücke zur Insel freigelegt. Die Adeliepinguine sind bald „flügge“, Zeit, den Bruterfolg zu bestimmen, d.h. die Zahl der Jungen zu erfassen. Diese verlieren gerade ihre Flaumfedern und sehen, bis auf die weiße Kehle, den adulten Tieren schon sehr ähnlich. Die jungen Zügel- und Eselspinguine sind noch relativ klein, so dass deren Erfassung erst nach dem 20.1. geplant ist.
Ardley ist im Gegensatz zu King George Island sehr grün, Moose, Flechten und Deschampsia-Matten überzogen die Hügel. Allerdings sind diese sehr empfindlich und regenerieren sich nur sehr langsam. An einigen Stellen waren noch Fahrspuren aus den 80er Jahren zu sehen. Heute gehört die Insel zu den besonders geschützten Gebieten der Antarktis (ASPA) und darf nur zu Fuß bzw. Zodiak und mit Genehmigung (die uns natürlich vorliegt) betreten werden. Für wissenschaftliche Zwecke und Notfälle gibt es Schutzhütten, unter anderem eine ehemalige DDR-Hütte, die heute den Chilenen gehört.