An diesem Tag erwarteten wir eine Hercules C130 der chilenischen Luftwaffe mit zwei Journalisten. Sie werden uns in den nächsten Tagen begleiten und unsere Arbeit auf King George Island im Rahmen des IPY sowie das Leben in der Station Bellingshausen fr den MDR dokumentieren. Wir begrüßten sie herzlich. Unsere anfängliche Scheu vor der Kamera verging schnell, da Dirk und Jörg sehr freundlich und aufgeschlossen sind. Sie begleiteten uns bereits bei der Tour an diesem Tag und drehten die ersten Szenen.
Heute war der Tag, an dem wir die Kartierung der Antarktische Schmiele Deschampsia begannen. Als weitere Gefäßpflanze gibt es nur noch die Antarktische Perlwurz Colobanthus quitensis.
Wir machten uns also auf den Weg Richtung Artigas, begleitet vom Kamerateam. In der Nähe von Neftebase trafen wir den zweiten Teil unserer Gruppe, die zuvor aufgebrochen waren, um dort nach Fossilien zu suchen. Diesmal waren ihre Bemühungen von großem Erfolg gekrönt. Zahlreiche Steine mit eingeschlossenen Pflanzenfasern oder ganzen Blättern wurden gefunden.
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In der Nähe einer kleinen Brutkolonie von Dominikanermöwen waren wir vor einigen Tagen eine große Fläche mit Antarktischem Gras gestoßen. Dieses Gras wächst vereinzelt, in kleinen Polstern oder in großen Patches. Um die Größe eines solchen Patches abzuschätzen, legen wir gedanklich ein Quadrat über die Fläche und messen die Länge und Breite. Bei kleinen Grasflächen benutzen wir als Hilfe unsere Körpermaße, z.B. die Länge zwischen dem ausgestreckten Daumen und dem kleinen Finger, was etwa 20 cm entspricht. Bei sehr großen Arealen benutzen wir unsere Schrittlänge als Hilfsmittel zur Messung. Außerdem maßen wir die Deschampsia-Areale mit GPS ein, um später Karten erstellen zu können, mit denen die Ausbreitung dieses Grases dargestellt werden soll. Die diesjährigen Daten werden dann mit Daten aus den Vorjahren verglichen, um zu beurteilen, wie sich die Klimaerwärmung auf die Ausbreitung von Deschampsia auswirkt. Schon in den letzten Jahren konnte ein vermehrtes Auftreten festgestellt werden, u.a. auch an den vom Gletscherrückzug betroffenen Flächen.
Am Abend bereitet Wolodja, unser Koch, wie immer, ein schmackhaftes warmes Essen. Obwohl er 7 Tage in der Woche dreimal täglich für uns kocht, ist er immer zum Scherzen aufgelegt.
