An diesen Morgen versammelten sich alle in der orthodoxen Kirche, da die Taufe Christi gefeiert wurde. Im Rahmen dieses traditionellen Feiertages hielten die beiden für ein Jahr in Bellingshausen lebenden Priestern eine Messe ab und weihten danach die Stationsgebäude und das Inventar.
Anschließend machten wir uns zusammen mit Bulat, dem russischen Glaziologen aus Moskau auf den Weg zum Collins Gletscher. Auf dem Weg konnten wir wieder typische Frostmuster finden. Diese entstehen durch Sortierung des Fein- und Grobmaterials in ringförmiger Anordnung.
Bulat, der Glaziologe, erklärte uns Messtechniken zur Bestimmung der und Dichte der Schneeschicht, die auf dem Gletschereis aufliegt. Die Erfassung der akkumulierten Schneemenge ist wichtiger Bestandteil der Massenbilanz des Gletschers. Diese gibt an, ob die Akkumulation und die Ablation von Eismassen des Gletschers im Gleichgewicht sind. Tendenziell ist in den letzten Jahren ein leichter Rückgang des Collins Gletschers auf King George Island zu verzeichnen.
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Frostmuster durch Sortierung des Fein- und Bestimmung der und Dichte der Schneeschicht |
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Ein weiteres Phänomen der Antarktis erlebten wir heute- das so genannte white out. Anfangs war die Sicht noch normal, dann zog auf dem Gletscher ein so dichter Nebel auf, dass keine Unterscheidung von Schnee und Himmel mehr möglich war. Zur Orientierung im endlosen Weiß waren wir komplett von unserem GPS-Gerät abhängig. Wir hielten uns an die vorgegebenen ausgemessenen Routen, da immer die Gefahr von Gletscherspalten besteht.
Am Vortag waren mit dem Flugzeug sechs Wissenschaftler angekommen, die vorhatten, zum 15 km entfernten Dallmann-Labor (einem deutsch-argentinisch-holländischem Annex zur argentinischen Station Jubany) mit Zodiaks weiterzufahren. Es sollte aber anders kommen.
Das Wetter, insbesondere die Windsituation, verschlechterte sich zunehmend, so dass es nicht möglich war, Zodiaks zu schicken. Aufgrund der Gastfreundschaft der russischen Station fanden die „gestrandeten“ Kollegen aber schnell eine Bleibe. Am Abend stellten sie sich und ihre Arbeit kurz vor. Zwei der drei holländischen Kollegen bearbeiten die Auswirkungen des Tourismus in der Antarktis. Zwei deutsche Wissenschaftler, Max und Claudia, arbeiten für das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung in Bremerhaven, das uns auch die Polarkleidung zur Verfügung gestellt hat. Beide sind Forschungstaucher, Max übernimmt die wissenschaftliche Leitung des Dallmann-Labors. Anita aus Rostock vervollständigt die Runde der Meeresbiologen.

Aufgrund der ungünstigen Wetterprognosen für die nächsten Tage gibt es schon Wetten, wie lange ihr Aufenthalt dauern wird…
