Temperaturen knapp über Null, Nebel und Regen: wir entschließen uns, das Felswatt in der Stationsbucht bei Niedrigwasser nach Wirbellosen abzusuchen. Die Gezeitentümpeln sind normalerweise ein sicherer Ort, um marine Gliederfüßer und Weichtiere zu finden. Zu den Krebstieren gehören die häufigen Flohkrebse, die auch auf der Speiseliste der Antarktisseeschwalben stehen. Schon seltener findet man Meeresasseln. An die Tide angepasst sind die Napfschnecken, die eine kapuzenförmige Schale besitzen und sich mit einem kräftigen Muskel an Steinen anheften. Auf diese Weise überstehen sie die Ebbe, da die kalkhaltige Schale sie vor Austrocknung schützt. Diese Tiere sind außerdem die Hauptnahrung von Dominikanermöwen. In der näheren Umgebung von Möwennestern kann man daher große Ansammlungen von leeren Napfschneckenschalen finden.
Andere Schnecken und Muscheln sind relativ selten und dann dünnschalig, da es an Kalk mangelt.
Sich an Steine anzuheften, um der Wasserströmung zu entgehen, ist ein weit verbreitetes Prinzip mariner Invertebraten. So konnten wir an den Unterseiten größere Steine auch Egel finden.
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Ganz besonders interessant waren die Vertreter der Stachelhäuter. Wir fanden Seesterne und eine Seegurke. Während man beim Seestern die fünfstrahlige Körpereinteilung, die für alle Stachelhäuter typisch ist, noch gut erkennen kann, ist diese bei vielen Seegurken von außen nicht mehr zu sehen.
Nach dieser sehr nassen Sammelaktion, es regnete, setzten wir uns in den Aufenthaltsraum der Station, um uns die Tiere genauer anzusehen. Katja, unsere russische Meeresbiologin, konnte uns viel über die Großgruppen berichten.
Später schauten wir uns Fotos an, die von Tauchern hier vor Ort gemacht worden sind. Zu sehen waren wunderschöne Aufnahmen von farben- und formfrohen Korallen, Seelilien, Schlangensternen, Asseln und anderen Gruppen. Trotz der sehr niedrigen Wassertemperatur sind auch polare Gewässer relativ artenreich und vielfältig.