Friedrich-Schiller-Universität Jena
 

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Lämpel & Co.

Er ist das Klischee eines Lehrers: Wilhelm Buschs "Lehrer Lämpel". Engagiert, menschlich und gebildet -
"Daß dies mit Verstand geschah, war Herr Lehrer Lämpel da." - könnte er Vorbild für die heutige Studentengeneration angehender Lehrer sein. Und seine Tugenden sind es sicher auch. Wäre da nicht seine Naivität den Schülern oder besser Nicht-Schülern Max und Moritz gegenüber. Ihr Verhalten überrascht und überrumpelt sogar den erfahrenen Lehrer. Der Anschlag auf seine Meerschaumpfeife führt dazu:
"Nase, Hand, Gesicht und Ohren
Sind so schwarz als wie die Mohren.
Und des Haares letzter Schopf
Ist verbrannt bis auf den Kopf."

Natürlich ist dies an den heutigen Schulen keine reale Situation. Doch auch moderne Jung-Lehrerinnen und -Lehrer machen bei ersten Kontakten mit Schülern Erfahrungen, an die sie in ihrem Studium keineswegs gedacht haben: Praxisschock. Damit dieser Schock so gering wie möglich ausfällt, sind die Lehramtsstudiengänge an der Friedrich-Schiller-Universität vor einigen Jahren reformiert und das "Jenaer Modell der Leh­rerbildung" eingeführt worden. Wich­tiger Bestandteil ist das Praxissemester. Dieses haben gerade die ersten Modell-Studierenden absolviert und sind mit neuen Erfahrungen an die Universität zurückgekehrt. Ihr Fazit: Das Praxissemes­ter hat ihre Einstellung zum Studium ver­ändert und ihnen für den zukünftigen Beruf wichtige Einsichten geliefert.

Ihre Erfahrungen - aber auch die ihrer Dozenten - sowie das Jenaer Modell stehen im Mittelpunkt dieses Uni-Journals.

Durch das Jenaer Modell ist die Ausbildung der Lehramtsstudierenden auf eine neue Stufe gehoben worden - auch wenn es an einigen Stellen noch immer ein wenig "zwickt". Diese Stufe muss auch die Bologna-Reform erklimmen, bei der sich mancher wieder an Wilhelm Busch erinnert fühlt:
"Übers Wasser führt ein Steg,
und darüber geht ein Weg."
Die Einführung von Master- und Bachelor-Studiengängen als bester Weg zu einem erfüllenden Beruf. Doch die Realität erinnert manchmal fast daran:
"kracks! Die Brücke bricht in Stücke."

Wer sie angesägt hat, darüber lässt sich trefflich streiten. Doch die vielfäl­ti­gen Gespräche der letzten Monate, nicht zuletzt der Bologna-Tag, haben gezeigt, dass die Friedrich-Schiller-Universität auf dem besten Weg ist, die Problem-Stufe zu überwinden, damit wir bald alle sagen können:
"Gott sei Dank! Nun ist's vorbei
Mit der Übeltäterei!!".
Axel Burchardt




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letzte Änderung:  am 2010-06-28 15:48:29   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang