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Internationales

Vom Wert antiker Töpferkunst

Griechische Forscherin untersucht Keramik des Jenaer Malers

"Zu guter Letzt habe ich noch Scherereien mit der Douane; ich kaufte in einem Hause von Athen für fünf Taler Vasenscherben, weil mehreres darunter war, was gut gezeichnet schien, und weil es mir interessant war, von echt attischen Töpfern etwas zu haben - Gott verzeihe mir die Dummheit! - ...und doch ist die Sache für unser kleines Museum von Wert...". Dies schrieb Carl Wilhelm Göttling, der Begründer der Antikensammlung der Universität Jena, im Mai 1852 in einem Brief. Welchen Wert die Scherben für das "kleine Museum" - und damit für die Jenaer Altertumswissenschaften - haben sollten, offenbart sich in vollem Umfang jedoch erst heute - auch dank der griechischen Gastwissenschaftlerin Dr. Kleopatra Kathariou.

Die 39-jährige Archäologin schreibt derzeit an ihrer Habilitation über die Werkstatt des Jenaer Malers. Unter diesem Namen ist Göttlings Einkauf international bekannt. "Genauer gesagt handelt es sich beim Jenaer Maler um eine Töpferwerkstatt in Athen. Die meisten bekannten Stücke aus dieser Werkstatt, die wir heute noch kennen, befinden sich in der Jenaer Sammlung - daher der Name", erklärt der Kustos der Jenaer Antikensammlung Dr. Dennis Graen. "Solche Werkstattkomplexe sind sehr selten, bisher kennen die Archäologen weltweit nur drei", ergänzt seine griechische Kollegin. Noch deutlicher wird das Glück der Archäologen, wenn man berücksichtigt, dass es sich bei dem Fund eigentlich um Abfall handelt. Viele Fehlbrände und im Brennofen geplatzte Gefäße, die zum Fundkomplex gehören, lassen keinen anderen Schluss zu.

Sammlung komplett aufarbeiten

Im Rahmen ihrer Dissertation besuchte Kathariou vor einigen Jahren zum ersten Mal die Universität Jena und besichtigte die Jenaer Stücke. "Dabei erkannte ich das Potenzial, das in der Sammlung steckt, und die Notwendigkeit einer kompletten Aufarbeitung", erklärt Kleopatra Kathariou. In den vergangenen Wochen saß sie deshalb wieder in der Sammlung Antiker Kleinkunst, zeichnete, vermaß und untersuchte jedes einzelne Stück. Die dabei entstandenen Skizzen dienen ihr dann in Griechenland als Arbeitsgrundlage.

Einblick in antike Töpferwerkstatt

"Es ist erstaunlich, wie viel Neues wir jetzt in kurzer Zeit über den Jenaer Maler erfahren haben", meint Graen. "Außer dem Werk der früheren Kustodin Dr. Verena Paul-Zinserling, die sich dabei auf die Abbildungen der rotfigurigen Gefäße und Scherben beschränkte, liegen keine umfangreichen Studien über den Fundkomplex vor. Er ist nie vollständig publiziert worden."

Die neuen Forschungen konzentrieren sich in erster Linie auf Keramik, die mit einem schwarzen Firniss überzogen ist und deren Dekoration sich auf Ritzornamente beschränkt. "Frau Kathariou stellte zum ersten Mal anhand konkreter Details fest, dass diese Gefäßfragmente zum Fundkomplex des Jenaer Malers gehören", klärt der Jenaer Archäologe auf. Gleichzeitig versucht die griechische Archäologin, die hauptberuflich in der Kulturverwaltung der Präfektur Thessaloniki arbeitet, diese Keramik in die Schaffensphasen der Werkstatt einzuordnen. All diese Informationen liefern Einblicke über die Abläufe und Organisation in einer Töpferwerkstatt im alten Griechenland.

Inzwischen hat die Griechin Jena wieder verlassen, aber im Sommer - "bei angenehmeren Temperaturen" - will sie wieder an die Saale kommen und ihre Forschungen fortsetzen. Ihr Ziel: eine vollständige Aufarbeitung und Publikation der Keramik des Jenaer Malers. sh

Dr. Kleopatra Kathariou
und Dr. Dennis
Graen betrachten Stücke
aus der Werkstatt
des Jenaer Malers.

Foto: Hollstein

 

 

 

 

 

 

 

  

 

   

 

 

Darstellung eines Greifen aus der Werkstatt des
Jenaer Malers.

Foto: Graen

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„Studenten-Barometer“

Usbekische Studentin der Uni Jena gewinnt bei internationaler Umfrage des GATE-Germany

Wie fühlen sich ausländische Studierende an ihren Gast-Hochschulen? Antwort darauf gibt das "International Student Barometer", das im Auftrag des Hochschulkonsortiums GATE-Germany erstellt wird. Bei dieser regelmäßig stattfindenden Umfrage werden ausländische Studierende in 16 Ländern auf fünf Kontinenten zu ihren Beweggründen für die Studienortwahl, Erwartungen an den Hochschulstandort sowie den Ist-Stand der Studien- und Lebensbedingungen befragt. Unter den 60 000 teilnehmenden Studierenden in Deutschland verlost GATE-Germany einen Geldpreis.

Die Gewinnerin der 1 000 Euro kommt von der Universität Jena: Naira Tulaeva (Foto) aus Usbekistan studiert seit drei Semestern im Bachelorstudiengang Deutsch als Fremdsprache und Interkulturelle Wirtschaftskommunikation. Das Renommee beider Fächer, ihr starker Praxisbezug und ihre Kombinationsmöglichkeit haben seinerzeit für Naira Tulaeva den Ausschlag dafür gegeben, sich für Jena als Studienort zu entscheiden. Sie hofft, nach Beendigung des Bachelorstudiums auch noch einen Masterabschluss in einem der Fächer an der Jenaer Universität erwerben zu können. Für die Finanzierung des weiteren Studiums komme ihr das Preisgeld genau recht und so freue sie sich über ihr Glück, so die Studentin.

Das Internationale Büro (IB) der Uni Jena hatte alle 1 360 internationalen Studierenden eingeladen, sich an der Umfrage zu beteiligen. Neben Naira Tulaeva nahmen 32 % teil, womit die Ergebnisse, die Ende April 2010 veröffentlicht werden sollen, als repräsentativ angesehen werden können. "Das Internationale Büro erwartet die Resultate mit Spannung, um zu erfahren, wie sich das Studien- und Lebensgefühl seit der letzten Umfrage vor fünf Jahren verändert haben", sagt Britta Salheiser vom IB. Man erhoffe sich u. a. Hinweise darauf, wie das eigene Beratungs- und Betreuungsangebot von den Studierenden erlebt wird. AB 

Foto: privat

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Austausch mit Irland

Studenten des Trinity College aus Dublin zu Gast

Iren_4_gnther17 Jura-Studierende und ihre Betreuer vom Trinity College Dublin waren im Februar an der Universität Jena zu Gast. Die irischen Studenten absolvieren ein vierjähriges Studienprogramm in Rechtswissenschaft mit deutschem Recht. Daher verbringen sie ein Studienjahr in Deutschland. "Jena ist ideal", sagt der Betreuer der Iren, Rechtsanwalt Ferdinand Prinz zur Lippe. Der gebürtige Deutsche ist "Lecturer" an der irischen Hochschule, die wie Jena zur Coimbra Group, einer Gruppe traditionsreicher europäischer Spitzenuniversitäten, gehört. "Im englischsprachigen Raum ist das Trinity College einer unserer wichtigsten Auslandskontakte", betont auch Prof. Dr. Matthias Ruffert. Der Jenaer Rechtswissenschaftler hat die Iren bei ihrem Aufenthalt n Thüringen betreut.

Bisher sind zwei Austauschstudenten im jeweils anderen Land gewesen. Das wird nun erweitert auf mindestens zwei Austauschstudenten pro Jahr und einen Austausch von Dozenten. AB

Rektor Klaus Dicke (2.v.l.) und Prof. Matthias Ruffert (r.) mit den irischen
Studentinnen Jenny Doyle (l.) und Hannah Unger.

Foto: Günther

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Türen nach Lateinamerika geöffnet

Universität am Austauschprogramm „Ánimo, ¡Chévere!“ beteiligt

Die Universität Jena hat ihre Kontakte nach Lateinamerika weiter ausgebaut. Sie nimmt als einzige deutsche Hochschule am neuen Projekt "Ánimo, ¡Chévere!" teil, das von der Universität Granada koordiniert wird. "Damit sind wir an drei Austauschprojekten mit Lateinamerika beteiligt", sagt Dr. Jürgen Hendrich. Dadurch bieten sich hervorragende Möglichkeiten für Jenaer Studierende und Wissenschaftler, nach Lateinamerika zu gelangen, und umgekehrt, so der Leiter des Internationalen Büros. "Gerade für die Jenaer Studierenden bestehen dank des neuen Projekts gute Chancen, ein Stipendium zu erhalten", freut sich Hendrich.

Am neuen Projekt "Ánimo, ¡Chévere!", das im Rahmen des EU-Programms Erasmus Mundus gefördert wird, nehmen zehn Partner aus Lateinamerika teil - aus Chile, Kuba, Ecuador und Venezuela. Ihre Studierenden, Doktoranden, Postdocs und Wissenschaftler erhalten Stipendien für Studienaufenthalte an den zehn beteiligten europäischen Partneruniversitäten.

Jenaer Bachelor- und Masterstudierende können sich für 10-monatige Studienaufenthalte an den Unis in Lateinamerika bewerben, Doktoranden für jeweils 6- oder 10-, PostDocs für 6- und Mitarbeiter für 2-monatige Studienaufenthalte. AB

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Vertrag mit japanischer Uni

Die Theologische Fakultät der Uni Jena hat im März mit der Theologischen Fakultät der privaten Doshisha-Universität im japanischen Kyoto ein Partnerschaftsabkommen geschlossen. "Dies ist der am besten passende Partner unter den Universitäten in Japan, wo es keine evangelische Theologie an staatlichen Universitäten gibt", betont Dekan Prof. Dr. Martin Leiner. Der in Jena unterzeichnete Vertrag gilt zunächst für fünf Jahre und sieht einen Austausch von Studierenden der Theologie, der Religionswissenschaft sowie von Lehrenden vor. Auch gemeinsame Forschungsprojekte sind geplant.

Zwar spielt das Christentum, das bis 1873 verboten war, bis heute eher eine untergeordnete Rolle im religiösen Leben Japans. "Doch es gibt durchaus eine aktive christliche Gemeinschaft in Japan", so Prof. Leiner. "Schon 1875 ist mit der Doshisha-Eigakko eine große protestantische Akademie gegründet worden." Die Doshisha ist heute eine umfassende Bildungsinstitution, die Einrichtungen vom Kindergarten über Grundschule und Oberschule bis zur Universität mit zwölf Fakultäten und insgesamt über 24 000 Studierenden umfasst. PM 

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Kooperation mit Toronto geplant

Die Universität Jena und die University of Toronto planen, einen interdisziplinären Ausbildungsgang zu entwickeln. Die in der Ausbildung vereinbarte Kooperation wird auf der intensiven Zusammenarbeit in der Forschung auf dem Gebiet der "Green Photonics" aufbauen, die bereits zwischen den Arbeitsgruppen von Prof. Dr. Peter Herman (University of Toronto) und Prof. Dr. Andreas Tünnermann und Prof. Dr. Stefan Nolte (beide Universität Jena) besteht.

Am 19. Februar haben Vertreter beider Hochschulen in Toronto im Beisein der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht eine entsprechende Absichtserklärung über die Zusammenarbeit in Forschung und Lehre unterzeichnet. Ein weiterer wesentlicher Schwerpunkt der Kooperation wird die Entwicklung und Untersuchung energie- und ressourceneffizienter Prozesse in der Produktion sein.

Die University of Toronto ist die drittgrösste nordamerikanische Hochschule mit mehr als 70 000 Studierenden. PM

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letzte Änderung:  am 2010-06-28 16:03:45   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang