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Kultur

Symbiose von Baukunst und Natur

Ernst-Haeckel-Haus zeigt „Radiolarien“ von Jürgen Pretzsch

Radiolarien sind winzig kleine Lebewesen, deren Schönheit sich dem Auge des Betrachters nur mit Hilfe des Mikroskops erschließt. Wobei das Faszinierende an den auch Strahlentierchen genannten Einzellern ihr Skelett ist, das nach streng geometrischen Mustern aufgebaut ist. Den Biologen Gottfried Ehrenberg und Ernst Haeckel gebührt das Verdienst, die Winzlinge dem menschlichen Auge nahegebracht zu haben. Insbesondere die in den zwischen 1899 und 1904 erschienenen "Kunstformen der Natur" abgebildeten Radiolarien verblüfften und begeisterten das Publikum.

Der Erfurter Maler und Grafiker Jürgen Pretzsch schuf, inspiriert von Haeckels "Kunstformen", seine ganz eigenen Interpretationen von Radiolarien. Diese erinnern den 60-jährigen Künstler an phantastische Architekturen. Der faszinierende Wunderstrahling "Hexaconus serratus" etwa sehe aus wie ein von gotischen Türmen überzogener Planet, so Pretzsch.

Das Ernst-Haeckel-Haus der Universität Jena zeigt noch bis zum 15. Mai 2010 die Schau "Radiolarien" von Jürgen Pretzsch. Der aus Saalfeld stammende Künstler arbeitete bis 1991 als Architekt und Stadtplaner. Seine nun ausgestellten Arbeiten verraten den einstigen Broterwerb des Künstlers.

"Der Künstler kehrt an den originalen Ort seiner Inspiration zurück", sagt Dr. Thomas Bach vom Haeckel-Haus. Denn Pretzsch bekam 2004 Ernst Haeckels "Kunstformen der Natur" geschenkt und schuf davon inspiriert Zeichnungen und Drucke, bei denen menschliche Bauwerke den Gesetzen des Aufbaus der Radiolarien folgen.

Diese sternförmigen Gebilde heißen beispielsweise "Stern der Verheißung", "Jene Turrita" oder "Erfordia Turrita" und entstanden in den letzten fünf Jahren. Jedes der Blätter lädt ein zu einer Entdeckungsreise, bei der aufmerksame Betrachter eine Fülle von Details aufspüren können. sl

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Das Werk "Jene Turrita" von Jürgen Pretzsch lädt zu einer Entdeckungsreise durch Jena ein.

Foto: Günther

Die Ausstellung ist bis zum 15. Mai jeweils Dienstag bis Freitag geöffnet. Die Einlasszeiten sind 10 Uhr, 11.30 Uhr, 14 Uhr und 15.30 Uhr.

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„Arkadien“ im Unihauptgebäude

Neue Bildkomposition umrahmt den Eingang zur Aula

Aula_Foyer_Arkadien_scheereEinst entzündete sich hier die Fackel der Erkenntnis an der Fackel des Wissens - als das Hauptgebäude der Universität Jena vor gut 100 Jahren erbaut wurde, zierten die Wände vor der Aula zwei mächtige Fackelträger: die Jugend und das Alter. An gleicher Stelle können sich nun Gedanken und Ideen an einer neuen Bildkomposition "entzünden": Im Foyer vor der Aula ist seit Februar das Werk o. T. "Arkadien" des renommierten Dresdner Künstlers Stefan Lenke zu sehen. Damit klingt das Schiller-Motto "Lichtgedanken" des Jubiläumsjahres der Universität Jena nun in besonderer Weise nach. Bereits 2008, im Jahr des 450. Jubiläums der Universität und des 100. "Geburtstages" des Universitätshauptgebäudes, hat die Jenaer Universität mit umfangreichen Renovierungsarbeiten ihres Hauptgebäudes begonnen.

Aulafoyer_altNachdem der Südeingang bereits denkmalgerecht überarbeitet worden ist, hat sich dieser Prozess im Schillerjahr 2009 mit der Neugestaltung des Nordvestibüls am Fürstengraben fortgesetzt. Ziel ist es vor allem, den Bezug des Innengebäudes zu Friedrich Schiller neu zu beleben.

Dies hat der aus Jena stammende Künstler Stefan Lenke in seiner Bildkomposition (Acryl auf Leinwand) umgesetzt. Lenkes Arbeit weist im zweiten Teil ihres Titels auf den inspirierenden Ort "Arkadien" - seit der Antike Sinnbild für eine ideale Welt. "Arkadien" ist auch ein Thema des philosophisch denkenden Friedrich Schiller, der sich u. a. in dem Aufsatz "Über naive und sentimentalische Dichtung" damit auseinandersetzte. Lenkes Bildkomposition kann durchaus als Ideallandschaft verstanden werden. Bläulich-grüne Töne erzeugen eine eigene Farbsphäre im Raum; geometrisch gegliederte, abstrakt konstruierte Flächen regen zu individuellen Assoziationen und Erinnerungen an.

Stefan Lenke (Jahrgang 1976) ist in Jena geboren und hat von 1997 bis 2000 an der Friedrich-Schiller-Universität Philosophie studiert. US

Das neugestaltete Aulafoyer mit der Bildkomposition o. T. "Arkadien" des Künstlers Stefan Lenke.
Foto: Scheere











Sascha Schneider malte die Fackelträger, die vor 100 Jahren den Eingang zur Aula einrahmten.
Foto: UAJ

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Vom Erzklumpen zum USB-Stick

Ausstellung „kein Scherz – alles Erz“ in der Mineralogischen Sammlung

Kreher-Hartmann_scheereViele Stadtkinder staunen während eines Landurlaubs, dass die Milch nicht aus dem Tetrapak, sondern von der Kuh kommt. Einen ähnlichen "Aha-Effekt" verspricht die Ausstellung "kein Scherz - alles Erz' oder: vom unscheinbaren Erz zum Gebrauchsgegenstand", die seit 18. März in der Mineralogischen Sammlung der Universität Jena (Sellierstraße 6) zu sehen ist. Die Kustodin der Sammlung, Dr. Birgit Kreher-Hartmann, hat acht Vitrinen mit insgesamt etwa 250 Exponaten bestückt, um die Verwandlung oft unscheinbarer Erze in Dinge des täglichen Gebrauchs deutlich zu machen.

"Die Ausstellung erinnert daran, dass alles aus der Natur kommt", so Kreher-Hartmann. Wer denkt schon daran, dass ein Gebrauchsgegenstand par excellence wie das Handy neben Kunststoffen auch Metalle wie Zinn, Kupfer und sogar Gold enthält? Diese Metalle werden aus Erzen gewonnen, aus metallhaltigen Mineralien, die bergmännisch abgebaut werden. Zu sehen gibt es in der Ausstellung vom USB-Stick über die Dachrinne, Kleingeld und Vorhängeschlösser bis zum Bleikristall und der Antriebsscheibe eines Tornados vielerlei - die Auswahl der Gebrauchsgegenstände hat Kreher-Hartmann bei den Mitarbeitern im Haus zusammengetragen.

"Eine Vitrine ist den Elementen Gold, Silber und Platin vorbehalten", sagt die Kustodin. Hier finden die Prunkstücke der Schau ihren Platz: zwei Dukaten aus Platin, die in Russland geprägt wurden, nachdem 1810 im Ural Vorkommen des edlen Metalls entdeckt worden waren. Eine der beiden Münzen stammt von dem in Jena lehrenden Anatom Justus Christian Loder, der sie der Jenaer Universität verehrt hat. Natürlich darf der Zinnbecher nicht fehlen, trägt er seine Herkunft doch im Namen.
Erze_scheere
Die Ausstellung ist so konzipiert, dass besonders Kinder und Jugendliche angesprochen werden. "Wir bieten spezielle Führungen für Schulen und sogar Kindergärten an", sagt die Kustodin. Um den jüngsten Besuchern der Schau das Thema handgreiflich näher zu bringen, gibt es neben den Schauvitrinen eine offene Stufenlandschaft: Anfassen ausdrücklich erlaubt!
Die Ausstellung ist bis 10. September montags und donnerstags von 13 bis 17 Uhr zu sehen. Weitere Termine können vereinbart werden per E-Mail an: .                              sl

Kustodin Dr. Birgit Kreher-Hartmann mit einem Pyrit auf Baryt aus Schönbrunn (Voigtland).
Fotos (2): Scheere

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Verschiedene Gangerzstufen aus deutschen
Lagerstätten laden in der aktuellen Ausstellung
nicht nur Kinder zum Anfassen ein.

 

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Handschriften der Reformation

Rrer_Handschrift_gntherEine Sonderausstellung in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) hat vom 17. Februar bis 9. April erstmals die Reformationsquellen Georg Rörers präsentiert. Der bis heute weitgehend unbekannte Theologe war Martin Luthers Sekretär und einer seiner engsten Wegbegleiter. "Rörers zahlreichen Ab- und Mitschriften der Texte Luthers, Melanchthons und Bugenhagens ist es mit zu verdanken, dass das Werk der Reformatoren solch große Verbreitung fand", betont Dr. Joachim Ott, Leiter der Abteilung Handschriften und Sondersammlungen der ThULB. Die Ausstellung mit dem Titel "...damit nichts umkomme. Die Handschriftensammlung Georg Rörers (1492-1557) als Schatz der Reformation" hat zahlreiche dieser Handschriften aus der Zeit der Reformation gezeigt.
Die umfangreichen Quellensammlungen der Reformationsgeschichte waren außerdem Gegenstand eines wissenschaftlichen Kolloquiums am 17. und 18. Februar. Unter dem Titel "Kulturelles Gedächtnis der Reformation. Die Aufarbeitung der Sammlung Georg Rörers (1492-1557) im transdisziplinären Wissenschaftsdiskurs" haben Wissenschaftler der ThULB und des Lehrstuhls für Kirchengeschichte der Jenaer Universität erste Ergebnisse ihres Forschungsprojektes präsentiert, in dem sie den einstigen Buchbesitz Rörers wissenschaftlich aufarbeiten und digitalisieren.
In der digitalen Datenbank UrMEL (www.urmel-dl.de/content/main/collections/roerer.xml) lässt sich bald Rörers vollständiges Werk einsehen . doc


Foto: Günther



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Objekt des Monats

Die Universität Jena unterhält fünf Museen und Erinnerungsstätten sowie über 30 Sammlungen. Während die Museen regelmäßig besucht werden können, sind die wertvollen Exponate mancher Sammlung nur in Ausnahmefällen zu sehen. Doch in der über 450-jährigen Forschungs- und Sammlungsgeschichte der Jenaer Universität sind unzählige wertvolle und schöne Exponate zusammengekommen. Für die Öffentlichkeit werden die Sammlungen im Internet präsentiert (www.uni-jena.de/Museen).
Um die Aufmerksamkeit auf das eine oder andere besonders wertvolle Stück zu lenken, haben die jeweiligen Sammlungsverantwortlichen gemeinsam mit der Sammlungsbeauftragten der Universität, Dr. Tilde Bayer, die Rubrik "Objekt des Monats" eingeführt.

Das erste "Objekt des Monats" war im Dezember 2009 ein Pachtvertrag über den Verkauf von Linsenbrei (247 v. Chr.) aus der Papyrus-Sammlung. Ein Gemälde aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts, das Matthias Flacius Illyricus (1520-1575) zeigt, ist das Objekt des Monats April (Foto). AB

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Foto: Michaelis


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letzte Änderung:  am 2010-06-28 16:02:37   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang