Friedrich-Schiller-Universität Jena
 

Uni Home | Stabsstelle Kommunikation
Inhalt
Editorial
Forschung
Medizin
Lehre
Rubriken
Impressum
platzhalter

Studentenleben

Learning by doing

Erste Lehramtsstudenten haben ihr Praxissemester absolviert

Es wusste schon der Wilhelm Busch, "dass der Mensch was lernen muss." Nicht nur Schüler, auch Lehrer und vor allem jene, die es einmal werden wollen, müssen viel lernen, damit die Bildungseinrichtung Schule erfolgreich sein kann. Einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der Lehrerausbildung leistet die Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Einführung ihres "Jenaer Modells der Lehrerbildung".

Es bietet einige Neuerungen gegenüber der traditionellen Lehrerausbildung, welche die Lehramtsanwärter erst nach ihrem Studium in den Vorbereitungsdienst an die Schulen entlässt. Das "Jenaer Modell" setzt diesen ersten Bezug zum Berufsfeld weitaus früher an. Bereits nach dem 4. oder 5. Semester erhalten die Studenten nun die Möglichkeit, sich in einer fünfmonatigen Praxisphase im Schulalltag zu erproben. Der "Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft" hat das Modell jüngst in einem bundesweiten Wettbewerb ausgezeichnet ("Jenaer Modell ausgezeichnet"). Doch kann es sich auch in der Praxis bewähren? Jetzt haben die ersten 177 Jenaer "Modell-Studenten" ihr Praxissemester absolviert.

Die 21-Jährige Carolin Heine hatte wie viele ihrer Kommilitonen Bedenken, als sie das erste Mal die Klasse der "Integrierten Gesamtschule Erfurt" betrat. Werden die teilweise gleichaltrigen Schüler der Sekundarstufe II mich überhaupt als Autoritätsperson anerkennen? Wie werden die Lehrer mir entgegentreten? "Diese und ähnliche Ängste waren unbegründet", sagt die gebürtige Sächsin heute. Sie studiert Biologie und Geographie für das Lehramt, eine Fächerkombination, die nur wenige Hochschulen anbieten. "Das war ausschlaggebend für meine Wahl für Jena als Studienort", so die Studentin.


Übergang zum Bachelor möglich

Attraktiv werde das Lehramtsstudium in Jena durch eine weitere Wahlmöglichkeit: Das "Jenaer Modell der Lehrerbildung" behält das Staatsexamen als Abschluss bei. Durch die Modularisierung der Studieninhalte ist aber auch ein leichter Übergang in ein Bachelorstudium möglich, falls das Lehramtsstudium nach dem Praxissemester aufgegeben wird.

"Gerade die Aussicht auf das Staatsexamen war ein wichtiger Grund für mich, nach Jena zu gehen", sagt auch Claudia Hartleib. Die 20-Jährige stammt aus Greiz und wird einmal in den Fächern Geschichte und Ethik unterrichten. Zusammen mit ihrem Kommilitonen Rico Hollmach durfte sie für fünf Monate an der Weimarer Regelschule "Parkschule" hospitieren und selbst unterrichten.

"Natürlich war es eine ganz schöne Doppelbelastung: Das Pendeln zur Schule, die Stundenvorbereitungen und begleitend dazu auch noch Seminare in Fachdidaktik an der Uni in Jena", erklärt Rico Hollmach. Er studiert Geschichte und Englisch für das Lehramt.

"Aber", so der 23-Jährige weiter, "es hat sich gelohnt. Die Betreuung, die von Seiten der Schule stattfand, war großartig. Auch die Seminare an der Uni zur Fachdidaktik waren sehr hilfreich für uns, wenngleich diese noch verbessert werden könnten." Die zusätzlichen theoretischen Aufgaben empfand Rico Hollmach für ein Praxissemester als zuviel. "Einiges wurde für die zweite Runde aber bereits optimiert, was erkennen lässt, dass die Verantwortlichen unsere Kritik ernst genommen haben", so Hollmach weiter.

Zwischen Wissen und Didaktik

Auch der zukünftige Sport- und Lateinlehrer Andy Poltrock wünscht sich noch "konkretere Richtlinien und Tipps im Umgang mit schwierigen Unterrichtssituationen". Er hat wie viele seiner Kommilitonen erkannt: Die wahre Herausforderung des Lehrerberufs besteht darin, die Schere zwischen Fachwissen und Fachdidaktik zu schließen. Am Jenaer Sportgymnasium hat er im eigenen Unterricht erfahren, worauf es bei der Wissensvermittlung in der Schule wirklich ankommt. "Mein Blick wird sich deshalb nun vor allem auf die Didaktikveranstaltungen konzentrieren", sagt Poltrock.

Claudia Hartleib hingegen will das Hauptstudium nutzen, um ihr Fachwissen weiter zu vertiefen. "Das Praxissemester hat mir meine fachlichen Schwächen aufgezeigt", erklärt sie, "an denen muss ich jetzt noch gezielt arbeiten."

Hartleib ist wie ihre Kommilitonen froh, so früh einen Einblick in den wirklichen Berufsalltag bekommen zu haben. Und in einem weiteren Punkt sind sich alle einig: Der Wunsch, Lehrer zu werden, wurde durch das Praxissemester
nur gefestigt.

So schließen wir mit Lehrer Lämpel: "Dies ist wieder ein Exempel!" doc

 

Claudia Hartleib und Rco Hollmach gehören zu den ersten Absolventen des Praxissemesters.

Foto: Günther

[nach oben]

Kultur geht durch den Magen

Nicht nur Liebe, auch Kultur kann sprichwörtlich durch den Magen gehen: Mit einer thematischen Mensawoche hat die Studentenorganisation AIESEC an der Universität Jena allen Interessierten Interkulturalität auf kulinarische Art und Weise nähergebracht.

Vom 6. bis 10. April präsentierten sich fünf Nationen in der Mensa am Ernst-Abbe-Platz mit jeweils einem landestypischen Gericht. Nach einem indischen Auftakt haben kolumbianische Burritos ebenso wie der russische Eintopf Borschtsch einen Einblick in die jeweilige Landeskultur geben. "Umrahmt wurde der internationale Speiseplan mit Informationsangeboten rund um das jeweilige Land und die Praktikumsmöglichkeiten vor Ort", berichtet Nicole Höra. Die Studentin hat das Projekt geleitet, das vor allem jene Länder präsentierte, in die AIESEC Praktika vermittelt und aus denen AIESEC-Studenten an die Universität Jena kommen. Ziel der internationalen Mensawoche war es, auf die Möglichkeiten aufmerksam zu machen, sich sozial und praxisbezogen neben dem Studium zu engagieren. doc

[nach oben]

letzte Änderung:  am 2010-06-28 15:58:03   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang