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Wirtschaft

Ein Naturprodukt für schöne Haut

Nanopartikel aus Zellulose als Wirkstofftaxi in Kosmetika testen

NanorelationenGlatte, faltenfreie Haut, die ein jugendliches Aussehen verleiht - vollmundige Versprechen wie diese dominieren die meisten Werbebotschaften der Kosmetikhersteller. "Viele Cremes und Lotionen werben mit speziellen Wirkstoff-Vehikeln, sogenannten Liposomen", weiß Prof. Dr. Thomas Heinze von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. "Diese sollen Pflegesubstanzen besonders effektiv in die Haut transportieren", so der Professor für Organische Chemie weiter. Allerdings, so gibt Heinze zu bedenken, seien Liposomen über einen längeren Zeitraum nur wenig stabil, weshalb ihre Wirksamkeit von vornherein begrenzt sei.

Die Chemiker in Heinzes Team arbeiten nun an einer wirksamen Alternative. Gemeinsam mit der fzmb GmbH in Bad Langensalza und dem mittelständischen Kosmetikhersteller MACON haben sie jetzt ein Forschungsprojekt gestartet, das Zellulose-Partikel als Wirkstoff-Transporter für kosmetische Anwendungen nutzbar machen soll. Die Thüringer Aufbaubank unterstützt den Forschungsverbund in den kommenden zweieinhalb Jahren mit rund 610 000 Euro.

Zellulosepartikel sehr stabil

"Es ist bekannt, dass sich aus Zellulose Nanopartikel herstellen lassen", weiß Prof. Heinze. Der Leiter des Kompetenzzentrums Polysaccharidforschung der Jenaer Universität verfügt über langjährige Erfahrungen mit dem Naturprodukt Zellulose.

Die Vorteile dieser 50 bis 250 Nanometer (Millionstel Millimeter) winzigen Partikel gegenüber heute gängigen Liposomen liegen für den Chemiker auf der Hand. "Die Zellulose-Partikel sind extrem stabil", so Heinze. In seinem Labor gebe es Zellulose-Partikel, die bereits über mehrere Jahre nichts von ihrer Stabilität eingebüßt hätten. Außerdem biete Zellulose von ihrer chemischen Grundstruktur her eine Vielzahl an Verknüpfungsmöglichkeiten. Dadurch lassen sich Wirkstoffe, beispielsweise die für die Hautpflege wichtigen Vitamine A und E, an die Partikel binden. Auf diese Weise lassen sich diese - ansonsten in Wasser unlöslichen Substanzen - direkt auf die Haut transportieren.

Auch für Medizin und Pharmazie

In dem gemeinsamen Projekt wird es nun darum gehen, Ergebnisse aus der Grundlagenforschung der Uni Jena in wirtschaftlich verwertbare Produkte zu überführen. Während die Chemiker ihr Know-how hinsichtlich der Herstellung und Charakterisierung der Zellulose-Partikel einbringen, wird der Industriepartner MACON verschiedene kosmetische Zubereitungen mit Zellulose-Partikeln herstellen und deren Eigenschaften untersuchen. Die Technologie zur Partikelherstellung in großem Maßstab wird die fzmb GmbH beisteuern. Langfristig wollen die Kooperationspartner Zellulose-Nanopartikel nicht nur für Anwendungen in der Kosmetikbranche testen, sondern diese auch in der Medizin und Pharmazie einsetzbar machen. US

Zellulose-Nanopartikel mit 250 Nanometer Durchmesser (r.) im Größenvergleich zu einem Haar (m.) und einer Cent- Münze.
Foto: AG Heinze

 

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Tarnkappe für Fluoreszenzlicht

Chemiker entwickeln mit Pharmaunternehmen neuen „Dark Quencher“

Ein "Patentrezept", wie sich das Budget vieler Forschungslabore künftig erheblich schonen ließe, haben Chemiker der Universität Jena entwickelt: Das Team um Prof. Dr. Rainer Beckert hat eine neue organische Verbindung synthetisiert, die Fluoreszenzlicht auslöschen (engl: "quenchen") kann. Der sogenannte "Dark Quencher" ist in Kooperation mit dem Pharma-Unternehmen "Roche Diagnostics" entstanden und mittlerweile zum europäischen Patent angemeldet.

"Bei dem Patent handelt es sich um heterocyclische Chinonderivate", erläutert Prof. Beckert. "Diese Verbindungen sind relativ einfach herstellbar und stabil gegenüber verschiedenen Chemikalien." "Als wesentliche Voraussetzung für die Fluoreszenzlöschung - das ,Quenching' - zeigen sie intensive und langwellige Absorptionen im sichtbaren Spektrum", ergänzt Thomas Welzel. Der Nachwuchs- Chemiker aus Beckerts Labor hat die Synthese des Dark Quenchers maßgeblich vorangebracht und gerade seine Doktorarbeit zu diesem Thema verteidigt. Die neuen Verbindungen werden, sobald sie die Marktreife erlangt haben, eine kostengünstige Alternative zu den auf dem Markt befindlichen Produkten darstellen.

Molekulares Maßband

Zum Einsatz kommen Fluoreszenzlicht-Löscher in Laboren, in denen die Erbgut-Substanz DNA für Untersuchungszwecke vervielfältigt wird. "Das reicht von der biologischen Grundlagenforschung über die Forensik bis zur molekularen Medizin", so Prof. Beckert. "Innerhalb des DNA-Vervielfältigungsprozesses fungiert der Dark Quencher praktisch als molekulares Maßband, das den Synthesefortschritt anzeigt." Wann die Jenaer Neuentwicklung in den Laboralltag Einzug halten wird, sei aber noch offen. US

Thomas Welzel hat den Dark Quencher mit synthetisiert.

Foto: Scheere

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Sprache als Abenteuer

Mit dem „Linguarium“ auf der Learntec

Die Bedeutung von Sprachen wächst in der globalen Wissensgesellschaft. Indogermanisten, Wirtschaftsinformatiker und Wirtschaftswissenschaftler der Uni Jena erschließen derzeit einen neuen Weg des informellen Sprachenlernens: Auf der Messe "Learntec", die vom 2. bis 4. Februar in Karlsruhe stattfand, haben sie ihr "Linguarium" vorgestellt. Diese Plattform ist eine Spracherlebniswelt, die sich aus den Bausteinen: Edutainment, Interaktivität, Informelles Lernen, Lern- und Wissens-Plattform und Social Gaming zusammensetzt. Vermittelt werden Themen wie Sprachbewusstsein, Dialekte, Sprachgeschichte, Schriftsysteme, Sprachmythen. Das interdisziplinäre Team entwickelt dazu verschiedene Angebote: von der Namenforschung über Einzelwortgeschichte bis hin zu Sprachspielen und Weiterbildungsseminaren. AB

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Fingerabdruck verrät Keim

Neues Verfahren auf der Analytica präsentiert

Eigentlich geht man ins Krankenhaus, um gesund zu werden, doch häufig passiert das Gegenteil: Schätzungsweise 400 000 bis 800 000 Patienten infizieren sich dort jährlich mit multiresistenten Erregern, gegen die Antibiotika machtlos sind. Um diese oft tödliche Ansteckung im wahrsten Sinne des Wortes "im Keim" zu ersticken, haben Wissenschaftler des Institutes für Physikalische Chemie der Universität Jena ein neuartiges Verfahren zum Aufspüren jeglicher Art von Mikroorganismen entwickelt.

Den "BioParticleExplorer" hat das Jenaer Forschungsteam vom 23. bis 26. März auf der Münchner Messe Analytica präsentiert. Das Analysegerät und seine vielfältigen Einsatzfelder waren am Gemeinschaftsstand "Forschung für die Zukunft" der Hochschulen der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zu begutachten. "Der BioParticleExplorer ermöglicht es, schädliche Keime in Sekundenschnelle nachzuweisen und bietet somit einen entscheidenden Vorteil gegenüber den üblichen mikrobiologischen Techniken", erläutert Prof. Dr. Jürgen Popp. Der Lehrstuhlinhaber für Physikalische Chemie leitet die Arbeitsgruppe "Material- und Biophotonik", welche den "BioParticleExplorer" in Kooperation mit der Firma rap.ID entwickelt hat. Möglich macht das Verfahren die Mikro-Raman- Spektroskopie. Sie kann spektroskopische ,Fingerabdrücke' von Mikroorganismen gewinnen, die in Kombination mit statistischen Auswertungsverfahren und zielorientierten Datenbanken eine zuverlässige Einzelidentifikation der Keime ermöglicht. doc

 

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Physik-Jobbörse

Der Alumniverein der Physikalisch-Astronomischen Fakultät der Universität Jena hat am 13. April seine vierte Jobbörse veranstaltet.

Die Schwerpunkte der Veranstaltung lagen im Bereich der Optik, Materialwissenschaft, Festkörperphysik und Solartechnologie. Firmen wie Jenoptik,Schott, Zeiss, Göbel Electronik Jena,Osram, Vistec Electron Beam, Fibotec Fiberoptics Meiningen und Analytik Jena haben sich Interessenten vorgestellt, Arbeits- und Praktikumsplätze sowie weitere Angebote für Studierende und Absolventen präsentiert.

Umgekehrt haben die Institute der Physikalisch-Astronomischen Fakultät den Firmen die Möglichkeit gegeben, einen kleinen Einblick in deren Forschungsarbeiten zu erhalten. Finanzdienstleister (MLP) und Zeitarbeitsfirmen (Job in time Thüringen) rundeten das Angebot der Jobbörse ab. AB


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Hochschulen als Wirtschaftsmotor

"Hochschulen als regionaler Wirtschaftsmotor? Innovationstransfer aus Hochschulen und seine Bedeutung für die regionale Entwicklung" heißt eine aktuelle Publikation, mit der sich die Universität Jena vom 18. bis 21. März auf der Leipziger Buchmesse präsentierte.

Am Gemeinschaftsstand der Unis Leipzig, Halle und Jena konnten Messebesucher Bücher nicht nur in traditioneller Form betrachten: Ein Terminal ermöglichte einen digitalen und schnellen Einblick in sämtliche "Schriften der Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät der Uni Jena". Diese Publikationsdatenbank informiert über Autoren und ihre Schriften und stellt diese zum Download bereit. doc

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IT-Projekte auf der CeBIT

Bei der CeBIT vom 2. bis 6. März in Hannover hat sich die Uni Jena am Stand "Forschung für die Zukunft" der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen mit drei Projekten präsentiert.

Die Fakultät für Mathematik und Informatik stellte den Messebesuchern die mobile Informationsplattform "MOPS" (Adaptive Planung und sichere Ausführung mobiler Prozesse in dynamischen Szenarien) vor. "MOPS" zielt darauf ab, bisher statisch in den Unternehmen oder dem Internet ablaufende Geschäftsprozesse mobiler zu gestalten.

Außerdem konnten sich die CeBITBesucher über das Projekt "SpeedUp" informieren, in dem Mitarbeiter der Uni Jena in einem interdisziplinären Konsortium mit der TU München sowie Partnern aus der Wirtschaft zusammenarbeiten. In "SpeedUp" sollen mobile und selbstorganisierende Kommunikations- und Datenplattformen sowie Organisations- und Handlungsstrategien für komplexe Großlagen untersucht werden.

Als dritten Messebeitrag der Friedrich-Schiller-Universität stellten Sprach- und Wirtschaftswissenschaftler ihr "Linguarium" vor, das sie im Februar bereits auf der "Learntec" präsentiert hatten.

Informationen zu den Projekten unter: mops.uni-jena.de, www.speedup-projekt.de, www.linguarium.eu. doc

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letzte Änderung:  am 2010-06-28 15:55:59   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang