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Studentenleben

Lebensberatung aus dem Netz

Studierende gewinnen in bundesweitem Wettbewerb „Was macht gesund?“

OnlineBeratung_Fischer_kasperArbeitsüberlastung im Job? Ärger mit dem Chef? Die Beziehung in der Krise? Psychische und soziale Probleme, verursacht durch Stress und Hektik des Alltags, sind heute weit verbreitet. "Obwohl es einen stetig wachsenden Bedarf an Beratung in unserer turbulenten Gesellschaft gibt, fehlt es vielen Menschen doch an Möglichkeiten oder dem Mut, professionelle Hilfe zu suchen", sagt Dr. Jörg Fischer. Diesen Menschen wollen Studierende am Lehrstuhl für Sozialpädagogik und außerschulische Bildung, den Fischer derzeit vertritt, mit einer Onlineberatungsplattform konkrete Hilfe anbieten.
Mit dieser Idee haben sich die Jenaer Studierenden im Wettbewerb "Was macht gesund?" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) als eines von 15 Gewinnerteams durchgesetzt. Die 10 000 Euro Preisgeld fließen nun in die Umsetzung ihres "Facing Faithless" genannten Projekts.
Der Titel sei ein Wortspiel: ",Facing Faithless' steht einerseits für Unverbindlichkeit im Umgang mit dem teilweise sehr sensiblen Beratungsbedarf", erläutert Dr. Fischer. "Zum anderen soll der Titel die inhaltliche Ausrichtung deutlich machen. Wir richten uns an Menschen, die sich in einer schwierigen Lebenssituation befinden und deren Persönlichkeit durch sich und andere Menschen gestärkt werden soll."

Beratung spielerisch testen

Die Internetplattform verbindet Elemente von Browsergames, sozialen Netzwerken und klassische Onlineberatung. "Damit haben wir ein individuelles Beratungs- und Forschungsinstrument geschaffen, in dem die Nutzer aktive Unterstützung erfahren", erläutert Martin Preußentanz. Der 25-Jährige studiert Erziehungswissenschaft und koordiniert das studentische Projektteam. "Die Nutzer können sich spielerisch und unverbindlich an verschiedene Beratungsformen herantrauen, ohne das Gefühl zu haben, dass sie das Onlinegeschehen von ihrer Alltagswelt trennt."
Der Wettbewerb ist Teil des aktuellen Wissenschaftsjahres - Forschung für unsere Gesundheit.
US

Studierende um Martin Preußentanz (l.) und Dr. Jörg Fischer haben die prämierte Onlineberatung "Facing Faithless" entwickelt: www. facingfaithless.de.

Foto: Kasper

 

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Warten auf den Vulkanausbruch

Geoinformatik-Studentin erlebt Bestätigung ihrer Theorie auf Hawaii

Vulkanausbruch_Richter_USGSNein, viel geschlafen hat Nicole Richter in letzter Zeit nicht: Anfang März ist genau das eingetreten, was die 25-jährige Studentin in ihrer gerade abgeschlossenen Masterarbeit vorausgesagt hat. Der Vulkan Kilauea ist "auf spektakuläre Weise nahe des Napau Kraters ausgebrochen". Nicole Richter hatte von September 2010 bis März 2011 am Hawaiianischen Vulkan-Observatorium zum Deformationsverhalten des Vulkans geforscht und den bevorstehenden Ausbruch des Vulkans für wahrscheinlich erklärt.
Nicole Richter hat ihre Arbeit im Masterstudiengang "Geoinformatik" bei der Fernerkundungsexpertin Prof. Dr. Christiane Schmullius geschrieben. Darin beschäftigt sich die Studentin mit den Möglichkeiten, wie Satellitendaten genutzt werden können, um Bewegungen der Erde zu dokumentieren und ihre Folgen zu analysieren. Die gebürtige Chemnitzerin hatte Gelegenheit, aktuelle Bewegungsdiagramme des Kilauea- Vulkans aus Bilddaten des deutschen Radarsatelliten TerraSAR-X zu erstellen und gemeinsam mit dem Geophysiker Dr. Michael Poland auszuwerten.

Satellit beobachtet Kraterregion

"Damit ist erstmals ein Vulkan flächendeckend mit drei Meter Pixelauflösung durch einen Radarsatelliten beobachtet und analysiert worden", sagt Prof. Schmullius und ergänzt: "Wegen der hohen geometrischen Auflösung von TerraSAR-X konnten selbst feinste Veränderungen registriert werden. Anhand dieser Daten haben Nicole Richter und die hawaiianischen Vulkanologen bereits im Februar eine Veränderung in der Aktivität des Kilauea für wahrscheinlich gehalten".
"Langfristige Vorhersagen des Zeitpunktes eines Vulkanausbruchs sind bisher nicht möglich", schränkt Prof. Schmullius jedoch ein. Doch die Qualität der neuen Satellitendaten mache eine kurz- bis mittelfristige Wahrscheinlichkeit für solche Ereignisse erkennbar. Es lohne sich daher, gefährdete Zonen mit Radaraufnahmen zu beobachten und die gewonnenen Daten zeitnah zu analysieren.
Nicole Richter freute sich über die Ereignisse, selbst wenn sie dafür rund um die Uhr im Observatorium und am Vulkan unterwegs sein musste: "Wir haben Nachtschicht geschoben, um eine Crew im Gelände zu überwachen, alle Instrumente abzulesen, Logs zu schreiben und die Öffentlichkeit über die Ereignisse auf dem Laufenden zu halten", schreibt sie. Für die Geoinformatikstudentin ist "dieser Ausbruch die Krönung meines Aufenthaltes auf Hawaii. Und die ,fissure eruption' live aus nächster Nähe zu beobachten war - ohne zu übertreiben - das Überwältigendste, was ich je erlebt habe!"
AB

Masterstudentin Nicole Richter vor dem ausbrechenden Vulkan Kilauea in Hawaii. Die 25-Jährige hat in ihrer Masterarbeit seinen bevorstehenden Ausbruch angekündigt. Inzwischen hat sie Hawaii verlassen und kehrt nach einigen Zwischenstopps Mitte Mai nach Jena zurück.

Foto: USGS Hawaiian Volcano Observatory

 

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Famulatur in China

Neun Studierende der Humanmedizin und eine Zahnmedizinstudentin aus Jena haben im Februar und März in der chinesischen Provinz Henan an der dortigen Medizinischen Hochschule Xinxiang ein sechswöchiges ärztliches Praktikum absolviert. Den Kontakt nach Ostchina vermittelte Anatomieprofessor Christoph Redies, zwischen dessen Institut und der Xinxiang Medical University seit mehreren Jahren ein wissenschaftlicher Austausch besteht. 7 000 Studenten zählt die Medizinische Hochschule in Xinxiang, das mit seinen 5,5 Millionen Einwohnern eine eher kleine chinesische Stadt ist. Vor ihrem Aufenthalt lernten die angehenden Mediziner im Sprachenzentrum der Universität die Grundzüge der chinesischen Sprache. In Xinxiang stand jedem der Jenaer Gäste ein studentischer Mentor zur Seite.
vdG


 

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Stolz ist größte Ressource

Politik-Studierende bereisen den Kosovo

Kurz vor der vorgezogenen Parlamentswahl im Kosovo Ende 2010 ist eine Gruppe Jenaer Studenten zu einer Studienreise in Europas jüngsten Staat aufgebrochen, um sich ein Bild über die politische Situation der ehemaligen serbischen Provinz zu machen.
Unter Leitung von PD Dr. Olaf Leiße, der derzeit die Professur für Europäische Studien vertritt, konnte die Gruppe hochkarätige Gesprächspartner treffen. So wurden die Gäste etwa im Parlament vom Minister für Europäische Integration, Besim Beqaj, empfangen. Beqaj stellte die europäische Perspektive des Kosovo als ein herausragendes Ziel dar. "Der Weg für das Kosovo in die EU ist noch sehr weit", lautete dagegen die inoffizielle Einschätzung eines Mitarbeiters im Verbindungsbüro der Europäischen Kommission in Prishtina. Tatsächlich wird im Kosovo so gut wie nichts produziert. Viele Menschen leben von Unterhaltszahlungen ihrer Angehörigen im Ausland. Ein Besuch in Mitrovica machte den Studierenden weitere Defizite deutlich: die Ausstattung der Polizei in der ethnisch geteilten Stadt ist unzureichend, die Justiz praktisch kaum vorhanden.
Die größte Ressource im Land sei wahrscheinlich der Nationalstolz, bemerkte Prof. Arben Hajrullahu von der Universität Prishtina, die seit vielen Jahren zu den Partneruniversitäten der Universität Jena gehört.
OL


 

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Ardenien gegen Rigalien

Nachwuchsjuristen bestes deutsches Team beim „Moot Court“ in Washington

MootCourtEine solche Lautstärke hat der Senatssaal wohl noch nie erlebt. Kurz nachdem der Richter den Sieger des Halbfinales des nationalen Vorausscheids des "Philip C. Jessup International Law Moot Court 2011" kürt, springen die Zuschauer von ihren Sitzen und Jubel brandet auf. Die gastgebenden Jenaer Juristen besiegten am 19. Februar das Team der LMU München und zogen somit ins Finale am gleichen Tag ein. Zwar unterlagen sie dort den Vertretern der Universität Bochum - der Einzug in die internationale Endrunde in Washington vom 20. bis 26. März war ihnen aber nicht mehr zu nehmen. Von dort kehrten sie mit einem beachtlichen 41. Platz von 130 teilnehmenden Unis zurück und lagen damit sogar vor den Bochumern. Außerdem bekamen sie den "Alona E. Evans Award" für den siebtbesten Schriftsatz.
Während des Moot Courts "spielen" Jura-Studenten völkerrechtliche Verhandlungen vor einem fiktiven internationalen Gerichtshof durch. Dies geschieht alles in Englisch. Ausgangspunkt sind Konflikte zwischen zwei erfundenen Staaten. In diesem Jahr waren es die Länder Ardenien und Rigalien. "Die Fälle sind nah an der Realität angesiedelt", erklärt Annelie Gallon vom Organisationsteam.
Die Beziehung zwischen beiden Ländern ist angespannt. Schuld daran sind die Zetianer - eine Volksgruppe, die in beiden Ländern angesiedelt ist und deren rigalienische Vertreter einen unabhängigen Staat ausrufen wollen. Die Lage eskaliert: Rigaliens Präsident bittet seinen Amtskollegen aus Morganien darum, einen Militärschlag mit unbemannten Drohnen durchzuführen, da er selbst keine besitzt. Durch den Angriff sterben ein zetianischer Führer, seine Familie, aber auch 150 Personen in einem Krankenhaus, das aus Versehen getroffen wird. Wer ist Schuld am Tod der Unschuldigen? Wurde Völkerrecht gebrochen? Um diese Fragen zu beantworten, ruft Ardenien nun den Internationalen Gerichtshof an.

"Beeindruckende Leistung"

Jeweils ein studentisches Team übernimmt die Rolle des Klägers und des Beklagten. Trotz immer gleichen Inhalts sind die Verhandlungen jedes Mal unterschiedlich. Denn eine Jury - zusammengesetzt aus Völkerrechtsexperten - unterbricht die Redner regelmäßig mit Zwischenfragen. Dabei geht es nicht nur um den Fall, sondern die Richter holen weit aus und prüfen auch das allgemeine Völkerrechtswissen der jungen Juristen. Für den nationalen Vorausscheid konnten die Jenaer etwa Abdul G. Koroma und Bruno Simma vom Internationalen Gerichtshof in Den Haag gewinnen. "Das Gericht ist tief beeindruckt von der Leistung der Finalisten", sagte Koroma nach dem Finale in Jena.
sh

Das Jenaer Team (v. l.): Jens Kaiser, Manuela Weyh, Anna-Luise Friedrich, Carolin Damm, Marcus Getschmann.

Foto: Kasper

 

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Delegation aus „Tansanjena“

Uni Jena vertritt Tansania während der „WorldMUN 2011“ in Singapur

WorldMUN_FahnenWährend der 20. "World Model United Nations Conference" vom 14. bis 18. März in Singapur haben Jenaer Politik- Die Flagge Tansanias (r.) weht auf dem Ernst-Abbe-Platz: Jenaer Politik-Studenten vertraten das afrikanische Land, das seit 1964 Mitglied der Vereinten Nationen ist, während der 20. "World Model United Nations Conference" (WorldMUN) in Singapur. Foto: Kasper Studentenleben studenten den Staat Tansania vertreten. Etwa 2 000 Politikstudenten aus 65 Ländern simulierten wärend dieser von der Harvard University und der gastgebenden National University of Singapur organisierten Tagung die Vereinten Nationen. Jede der 270 teilnehmenden Universitäten spielte dabei die Rolle eines Staates, arbeitete sich in dessen politische Positionen ein und vertrat diese dann bei den Vereinten Nationen. Am Ende verabschiedeten alle Gremien Resolutionen.
"Es war eine große Herausforderung, eines der ärmsten Länder der Welt zu vertreten", sagt Franziska Gutzeit. Die Jenaer Politikstudentin hatte am UNEntwicklungsprogramm teilgenommen und über alternative Energien und die Verbesserung medizinischer Infrastruktur diskutiert. Zur Vorbereitung auf die Tagung haben die Studenten die tansanische Botschaft und das Auswärtige Amt besucht. In Gesprächen mit Diplomaten hatten sie sich mit dem tansanischen Standpunkt etwa zur Außen- und Entwicklungspolitik vertraut gemacht.
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Die Flagge Tansanias (r.) weht auf dem Ernst-Abbe-Platz: Jenaer Politik-Studenten vertraten das afrikanische Land, das seit 1964 Mitglied der Vereinten Nationen ist, während der 20. "World Model United Nations Conference" (WorldMUN) in Singapur.

Foto: Kasper

 

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letzte Änderung:  am 2011-06-20 12:48:12   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang