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Forschung an geschichtsträchtigem Ort

Imre Kertész Kolleg hat das Griesbachsche Gartenhaus bezogen

Griesbachhaus_gntherEin geschichtsträchtigerer Ort ließ sich für das Imre Kertész Kolleg Jena "Europas Osten im 20. Jahrhundert" kaum finden. Seit 16. Januar ist das Forschungskolleg im ehemaligen Griesbachschen Gartenhaus angesiedelt. Uni-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke hat das Gebäude nach einer mehrmonatigen umfänglichen Sanierung durch die Universität im Rahmen eines Festakts übergeben. Dicke sagte: "In diesem Haus spielten die Töchter der russischen Großfürstin und Weimarer Großherzogin Maria Pavlovna. Es ist ein würdiger Ort, um den Osten Europas wissenschaftlich in den Blick zu nehmen und seine Geschichte zu erforschen."

Das 2010 eingerichtete Kolleg, das nach dem ungarischen Literaturnobelpreisträger Imre Kertész benannt ist, arbeitet zur jüngeren Geschichte Ostmittel- und Südosteuropas, die es vergleichend in den Blick nimmt. "Wir freuen uns sehr über die Möglichkeit, in diesem repräsentativen und schönen Haus einen ganz besonderen Ort historischer Forschung und des wissenschaftlichen Gesprächs einrichten zu können", sagte Prof. Dr. Włodzimierz Borodziej. Der Historiker leitet das Kolleg gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, der ergänzt: "Wir sind der Universitätsleitung ausgesprochen dankbar für ihr großes Engagement um dieses Haus und für das sachgerechte und flexible Eingehen auf die spezifischen Bedürfnisse eines Forschungskollegs."

Das Gartenhaus wurde 1784/85 von dem Jenaer Theologen Johann Jakob Griesbach vor den Mauern der Stadt erbaut. Im Jahre 1818 erwarb es der Weimarer Hof. Ab 1820 wurden hier die Weimarer Prinzessinnen Augusta und Marie, die Töchter der russischen Großfürstin und Weimarer Großherzogin Maria Pavlovna, erzogen und auch von Johann Wolfgang von Goethe unterrichtet. Augusta wurde als Ehefrau Wilhelms I. Königin von Preußen und deutsche Kaiserin.

Bei der Fassadensanierung orientierte sich der Weimarer Architekt Klaus Aschenbach an der historischen Ansicht der Zeit um 1830. Im Inneren wurde die historische Bausubstanz erhalten und denkmalgerecht mit moderner Technik ergänzt. sl

Im Griesbachschen Gartenhaus, auch Prinzessinnenschlösschen genannt, wird nun die Geschichte Osteuropas erforscht.

Foto: Günther

 

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„Niemals den Mut verlieren“

Die Professorinnen der Friedrich-Schiller-Universität im Porträt

"Es sind die Möglichkeiten des selbstbestimmten Arbeitens und die Lust an Entdeckungen." So beschreibt Prof. Dr. Andrea Meyer-Fraatz, was sie an ihrer Arbeit als Wissenschaftlerin am meisten schätzt. Die Professorin für Slawistische Philologie steht damit nicht allein: Neugier und Leidenschaft für die Forschung sowie der Wunsch, die eigene Begeisterung an Studierende weitergeben zu können, sind für die meisten der derzeit 47 Professorinnen der Jenaer Universität die entscheidenden Gründe für eine Unikarriere - trotz der vielen damit verbundenen Unwägbarkeiten. Das berichten 45 Professorinnen (Fotos) in der zu Jahresanfang erschienenen Veröffentlichung "Frauen in der Wissenschaft. Professorinnen an der Friedrich-Schiller-Universität Jena".

"Wir wollen junge Frauen ermutigen, dem Beispiel dieser erfolgreichen Wissenschaftlerinnen zu folgen", sagt Prof. Dr. Amelié Mummendey, die die Veröffentlichung angeregt hat. Denn das sei bis heute nicht selbstverständlich. "Zwar nehmen inzwischen deutlich mehr junge Frauen als Männer ein Universitätsstudium auf", so die ehemalige Prorektorin für die Graduierten-Akademie. "Doch auf den Professuren sind Frauen noch immer eine Minderheit." Ihren gleichberechtigten Platz in der Wissenschaft müssten sich die Frauen selbst erobern.

Neben institutioneller und persönlicher Unterstützung, so Prof. Dr. Erika Kothe, brauchen die Nachwuchswissenschaftlerinnen dafür vor allem eines: Selbstvertrauen. "Dabei können positive Vorbilder helfen", ist die Prorektorin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Gleichstellung überzeugt.

professorinnen


Die Veröffentlichung wurde am 13. Februar mit einem Festakt erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Festredner Prof. Dr. Matthias Kleiner gratulierte der Universität zu dieser "wunderbaren Initiative" und ihrem "überzeugenden Gesamtkonzept" zur Gleichstellung. Sie sei, so der Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft, "keine reine Frauenangelegenheit." So appellierte er an Männer wie Frauen, sich des Themas anzunehmen. Am Ende rief Kleiner die Nachwuchswissenschaftlerinnen dazu auf, sich zu trauen, mutig und schwierig zu sein. Denn: "Am Ende steht ein toller Job als Professorin".

Dass die Friedrich-Schiller-Universität schon heute tolle Professorinnen hat, zeigt die Veröffentlichung eindrucksvoll. Neben ausdrucksstarken Porträtaufnahmen enthält sie Informationen zum wissenschaftlichen Werdegang der Porträtierten sowie deren Antworten auf einen vorgegebenen Fragenkatalog. Entstanden sind individuelle Porträts, die die Vielfalt der Karrierewege widerspiegeln.

Es zeigt sich, dass der Weg zur Professur keineswegs immer gradlinig verläuft: Viele der erfolgreichen Forscherinnen berichten von Phasen des Selbstzweifels, von Rückschlägen und Durststrecken. Aber sie stimmen auch darin überein, dass es sich lohnt, durchzuhalten. "Schwierigkeiten gab und gibt es immer, aber man wächst, indem man sie bewältigt", sagt etwa Berit Jungnickel, Professorin für Zellbiologie.

Die Professorinnen haben für ihre Nachwuchskolleginnen auch ganz konkrete Tipps parat: "Vermeiden sollten Sie alles, was zu viel Druck auf Sie ausübt - auch bezüglich eigener und fremder Erwartungen", empfiehlt Politikwissenschaftlerin Viktoria Kaina. Und das Wichtigste, so bringt es Andrea Meyer-Fraatz auf den Punkt: "Niemals den Mut verlieren." US

Die zweiteilige Veröffentlichung, die die Universität künftig allen ihren promovierten Nachwuchswissenschaftlerinnen mit auf den Weg gibt, ist auch im Internet zu finden unter: www.uni-jena.de/professorinnen

Fotos: Günther, Kasper, Folkmann

 

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50 Jahre Kaukasiologie in Jena

Universität feiert das deutschlandweit einmalige „Orchideenfach“

Fhnrich_kasperZu einer Reise durch den Kaukasus hatte die Universität am 31. Januar eingeladen. In das Gebirge - die mythische Grenze zwischen Europa und Asien -, das ein buntes Gemisch von Völkern und Sprachen beherbergt. Während des "Tages der Kaukasiologie" konnten die Besucher einen Einblick in diese Vielfalt gewinnen. Die Jenaer Kaukasus-Experten, deren Studiengang einmalig in Deutschland ist, feierten an diesem Tag das 50-jährige Bestehen des "Orchideenfachs" an der Universität.

Zu verdanken ist dies in hohem Maße Prof. Dr. Heinz Fähnrich, dem Jenaer Nestor der Kaukasiologie. Von einer "höchst lebendigen Brücke von Jena nach Georgien" sprach Uni-Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke während seines Grußworts mit Blick auf den Ruheständler. Er habe dafür gesorgt, dass die Kaukasiologie trotz mancher Widrigkeiten bis heute höchst lebendig geblieben sei. Er hoffe, so der Rektor, dass die nächsten 50 Jahre ebenso reich an Geschichten sein mögen. Wie Prof. Dicke während der Festveranstaltung hervorhob, ist die Schaffung eines interdisziplinären Zentrums für Kaukasus-Regionalstudien an der Universität geplant.

"Es ist besonders wertvoll, dass Sie sich der georgischen Märchen angenommen haben, denn die Märchen zeigen die Seele eines Volkes besonders deutlich", würdigte Gabriela von Habsburg den Kaukasiologen Fähnrich, dem sie an diesem Tag die Medaille des Goldenen Vlieses verlieh. Diese Medaille ist die höchste Auszeichnung, die der georgische Staatspräsident an ausländische Bürger vergibt. Bislang seien erst 31 Personen damit geehrt worden, so die Botschafterin.

In seiner Dankesrede hob Prof. Fähnrich die Leistungen seiner Lehrerin Gertrud Pätsch hervor, die das Fach Kaukasiologie vor einem halben Jahrhundert an der Friedrich-Schiller-Universität etabliert hatte. Dank gelte zudem zahlreichen Wissenschaftlern in Georgien, die ihn auf seinem Weg begleitet und unterstützt hatten. Um die Zukunft der Kaukasiologie müsse einem nicht bange sein, sagte Fähnrich. Die Berufung des kanadischen Kaukasiologen Prof. Dr. Kevin Tuite - einer "der Großen" seines Faches - sei dafür ein deutliches Signal.

Unter den Gästen des "Tages der Kaukasiologie" war auch der Rektor der Ivane Javakhishvili Tbilisi State University, Alexander Kvitashvili. Er verlieh Heinz Fähnrich die Ehrendoktorwürde seiner Universität.

Fotos zeigen georgischen Alltag



Die Botschafterin Georgiens Gabriela von Habsburg verlieh Prof. Dr. Heinz Fähnrich die Medaille des Goldenen Vlieses.

Foto: Kasper

Kaukasus_StudentinnenZu Beginn der Reise in den Kaukasus zeigten Jenaer Studierende ihre Fotos, die im Rahmen des Exkursionsmoduls "Kaukasiologische Feldforschung" entstanden sind. Die Aufnahmen spiegeln den Alltag in einem muslimischen Dorf in Nordost-Georgien wider und wurden im Foyer der Aula gezeigt.

Die nächsten Stationen waren eine Buchpräsentation von Dr. Florian Mühlfried (Beitrag rechts) und die Vorführung des Films "Lipanali" von Gastprofessor Prof. Dr. Elguja Dadunashvili.

Weitere Vorträge, u. a. der Festvortrag des Jenaer Lehrstuhlinhabers für Kaukasiologie Prof. Dr. Kevin Tuite, und eine Podiumsdiskussion über die Frage "Berge, Blut und Öl - Was ist der Kaukasus?" rundeten das Programm des "Tages der Kaukasiologie" an der Universität Jena ab. sl
  Die Studentinnen Sopio Mgaloblishvili (l.) und Mildred Gebert besuchten während einer Exkursion in Georgien das Dorf Tchantliskure und trafen dort Rauza Ibragimowa. Dieses und weitere Fotos von Studierenden waren während des "Tages der Kaukasiologie" im Aulafoyer ausgestellt.

Foto: Minkner

 

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Bestnoten für die Lehre

Studierende bewerten Uni-Angebote sehr positiv

Studies_Campus_kasperIm Rahmen der Qualitätssicherung der Lehre beteiligt sich die Universität Jena seit 2007 am Studienqualitätsmonitor der Hochschul-Informations-System GmbH (HIS). Jedes Jahr werden darin die Studienqualität und -bedingungen an derzeit mehr als 100 Universitäten im gesamten Bundesgebiet durch Online-Befragungen erhoben.

"Aus den Befragungsergebnissen für das Jahr 2011 geht hervor, dass unsere Studentinnen und Studenten ihre Hochschule mit Spitzennoten bewerten", freut sich Studiendezernentin PD Dr. Eva Schmitt-Rodermund. Neben Räumlichkeiten und technischer Ausstattung werde auch das Lehrangebot als überdurchschnittlich gut eingeschätzt. "In Breite und Vielfalt, der inhaltlichen und zeitlichen Koordination der Lehrveranstaltungen und Erfüllbarkeit der Studienpläne, aber auch hinsichtlich des Forschungsbezuges haben wir im Vergleich zu anderen Universitäten sehr gute Benotungen erzielt."

Auch die Beratungs- und Serviceeinrichtungen erhielten höchste Punktzahlen in der Bewertung durch die Studierenden: 20 Prozent mehr Studierende als im Bundesdurchschnitt gaben etwa dem Studierenden-Service-Zentrum die Note "sehr zufrieden". Auch das Sportangebot und die kulturellen Veranstaltungen in Jena kommen gut an. "In allen genannten Bereichen erzielt die Universität Werte, die höher liegen als der Durchschnitt der bundesdeutschen Hochschulen insgesamt und der Durchschnitt aller ostdeutschen Universitäten. Damit bescheinigen uns die Studierenden, dass sie gern an dieser Universität studieren und sich für ihr Fach begeistern können", so Dr. Schmitt-Rodermund.

Potenzial für Verbesserungen


Dennoch gibt es in einzelnen Punkten auch kritische Anmerkungen. So sind nach Auskunft der Studierenden z. B. die E-Learning-Angebote ausbaufähig. Die Wohnsituation wird als problematisch wahrgenommen. Kritisiert wird auch die Bibliothek, etwa im Hinblick auf zu geringe Öffnungszeiten. Darüber hinaus arbeiten einige Prüfungsämter noch nicht so effektiv wie anderswo und die Hilfestellung für Auslandsaufenthalte könnte nach Einschätzung der Studierenden besser sein. esr/kir

Studierende der Uni Jena geben ihrer Hochschule Spitzennoten in Sachen Lehre. Das geht aus dem aktuellen HIS-Studienqualitäts- monitor hervor.

Foto: Kasper

 

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Hausarbeit erledigt

Schreibzentrum erstmals bei Aktion dabei

Das quälende Problem kennt jeder Studierende: Der Abgabetermin für die Hausarbeit steht bevor, aber man schiebt die Arbeit noch - ein wenig - hinaus. Diesem besonderen Problem begegneten 13 Schreibzentren an deutschen Universitäten mit einer besonderen Aktion: Sie veranstalteten am 1. März "Die Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten". Beteiligt hat sich erstmals auch das Schreibzentrum der Friedrich-Schiller-Universität (FSU).

Studierende trafen sich hier, um ihre Hausarbeiten mit anderen zu­sammen und unterstützt von Schreibtutoren und -tu­torinnen endlich anzupacken. Ob die Studierenden ganz am Anfang einer Hausarbeit standen oder ihnen nur noch die Endredaktion fehlte: In dieser Nacht konnten sie in Jena mit ihrem Laptop und ihren Materialien ins "Haus auf der Mau­er" kommen, um hier zu arbeiten. Darüber hinaus gab es Impuls-Workshops sowie Entspannungs- und Lockerungsübungen.

"Die Studierenden sollten erfahren, dass man beim wissenschaftlichen Schrei­ben nicht notwendig auf sich allein zurückgeworfen ist, sondern dass eine angenehme und gemeinschaftliche Atmosphäre helfen kann, in Schreibfluss zu kommen", erläutert Dr. Peter Braun.Das Fazit des Leiters des Schreibzentrums der Universität Jena: "Die erste ,Lange Nacht der aufgeschobenen Hausarbeiten' in Jena kann man getrost als Er­folg bezeichnen. Es waren zwischen 50 und 60 Studierende im Haus auf der Mauer. Ein Teil hat wirklich kontinuierlich an Hausarbeiten geschrieben, zwei, drei haben sogar ihre Arbeit an diesem Abend abgeschlossen. Der andere Teil hat sehr rege an den Workshops teilge­nommen. Und was mich besonders freut: Es haben sich viele Gespräche über das (wissenschaftliche) Schreiben er­geben. Kurz: Der Abend war ein Stück Schreibkultur an der FSU". AB

Schreibberatung
Schreibberatung gibt es von Dr. Peter Braun nicht nur zur Langen Nacht.

Foto: Günther

 

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Zentrum für Polenstudien

Jena und Halle-Wittenberg kooperieren

Die Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit (SdpZ), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Deutsch-Polnische Wissenschaftsstiftung (DPWS) fördern die Einrichtung eines neuen Zentrums für Polenstudien an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Die Stiftereinrichtungen begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Universitäten ein anspruchsvolles, interdisziplinär angelegtes Konzept modern verstandener area studies vorlegten. An der Endauswahl nahmen zehn Universitäten mit zum Teil sehr differenzierten Vorschlägen und Angeboten für die Einrichtung eines Zentrums für Polenstudien teil. Der Auswahlkommission gehörten die Stiftereinrichtungen und Universitätsvertreter an sowie Beobachter beider Regierungen.

Die Förderung sieht die Einrichtung eines Lehrstuhls vor sowie die Unterstützung von interdisziplinären Forschungsvorhaben für maximal fünf Jahre. Damit wird neben der Universität Viadrina in Frankfurt (Oder) und dem Mainzer Polonicum ein weiteres Standbein fächerübergreifender polenbezogener Studiengänge in Deutschland geschaffen und entsprechend der Absicht der Stiftereinrichtungen die polenbezogene Kompetenz in Deutschland gestärkt.

Ost-Beziehungen gestärkt

"Die Friedrich-Schiller-Universität mit ihren traditionsreichen Beziehungen in den Osten wird um einen wichtigen Baustein reicher durch das neue Zentrum für Polenstudien, das unsere Stärken vom Kaukasus über den Balkan bis nach Osteuropa ausbaut. Gerade für die Slawistik und das exzellente Imre Kertész Kolleg mit seinen engen Beziehungen nach Polen wird eine noch breitere Basis geschaffen, die Forschung, Lehre und das Kooperationsklima weiter befruchten wird", betont der Jenaer Rektor Prof. Dr. Klaus Dicke.

Der neue nach dem Historiker und Slawisten Alexander Brückner benannte Lehrstuhl wird am Zentrum für interdisziplinäre Regionalstudien in Halle angesiedelt sein. PM


 

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Nüchterner Blick auf einen Mythos

Der Blick auf den Kaukasus ist von zahlreichen Mythen verstellt. So geistert das Bild von den Inguschen als den noblen Wilden ebenso durch die Medien wie die Vorstellung vom unbändigen Freiheitswillen der Tschetschenen. Der Jenaer Ethnologe und Kaukasiologe Dr. Florian Mühlfried und sein Moskauer Kollege Sergey Sokolovskiy wagen in ihrem jüngst erschienenen Buch "Exploring the Edge of Empire: Soviet Era Anthropology in the Caucasus and Central Asia" einen nüchternen Blick auf die Region.
Im Fokus steht die Erforschung des Kaukasus und Zentralasiens in der Zeit der Sowjetunion. Die Großmacht habe sich bemüht, ein nationales Bewusstsein bei den Völkern Zentralasiens zu wecken, sagt Mühlfried. "Moskau ging es vornehmlich darum, den Willen nach Unabhängigkeit zu brechen."

Die sowjetischen Kaukasus-Forscher nahmen vor allem die tiefgreifenden Umwälzungen in den Regionen in den Blick, während in Zentralasien eher der Prozess der Verstädterung und die Versuche, Nomaden sesshaft zu machen, im Blickpunkt der Forscher standen. sl

Buch_Kaukasiologie

Florian Mühlfried, Sergey Sokolovskiy (Hg.): Exploring the Edge of Empire. Soviet Era Anthropology in the Caucasus and Central Asia, LIT Verlag, Berlin 2012, 344 Seiten, 29,90 Euro, ISBN 978-3-643-90177-4

 

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Start mit 19 200 Studierenden

Im aktuellen Sommersemester sind 19 190 Studentinnen und Studenten an der Friedrich-Schiller-Universität eingeschrieben. "Dass dies deutlich weniger als zum Wintersemester sind liegt daran, dass wegen der Umstellung auf das Bachelor- und Masterformat zum Sommersemester nur noch in wenige Fächer immatrikuliert wird", erläutert Studiendezernentin PD Dr. Eva Schmitt-Rodermund.

684 der Studierenden sind Erstsemester, das ist über ein Drittel mehr als vor einem Jahr, was vor allem an der gestiegenen Nachfrage nach Masterstudienplätzen liegt (plus 50 Prozent). Von den Erstsemestern stammen - wie vor einem Jahr -  21,6 Prozent aus den alten Bundesländern. "Der gute Ruf der Universität Jena spricht sich auch jenseits der Grenzen des Landes herum", schätzt Eva Schmitt-Rodermund ein und verweist auf die wachsende Mund-zu-Mund-Propaganda, die auf dem ausgezeichneten Studienangebot und dem attraktiven Umfeld in Jena beruht.

56,2 Prozent aller Studierenden in diesem Sommersemester sind - ähnlich wie im Vorjahr - weiblich, 7,8 Prozent (plus ein Prozentpunkt) kommen aus dem Ausland und 21,8 Prozent stammen aus den alten Bundesländern - eine Steigerung um über ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. AB


 

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UNO-Simulation

Am 9. Juli 2011 wurde ein neuer Staat geboren: der Südsudan. Keine Woche später war er Mitglied der Vereinten Nationen. Doch welche Rolle kann ein so junges Land auf dem Parkett der Weltpolitik spielen? Das haben sieben Jenaer Politikwissenschaftsstudierende während des diesjährigen "World Model United Nations" (WorldMUN) erfahren können: Janine Dersin, Jörg Hebestreit, Christian Jänsch, Franziska Rode, Franziska Sandt, Friederike Selle und Alisa Weinhold haben während der internationalen Simulation im kanadischen Vancouver vom 11. bis 15. März das jüngste Land der Welt repräsentiert.

Während der vier Tage haben sie in unterschiedlichen Gremien der UN die Interessen des Südsudan vertreten. Unter anderem ging es um den Nahostkonflikt sowie um Lösungsansätze für die schwierige Wasserversorgung in vielen Teilen der Erde. sh


 

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Neues Kulturportal für Thüringen

Die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) hat am 16. Februar 2012 das Internetportal www.digitalesthueringen.de freigeschaltet. Das von der ThULB Jena mit Unterstützung des Freistaats Thüringen entwickelte Portal bietet Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie der interessierten Öffentlichkeit zukünftig einen zentralen Sucheinstieg zu einer Vielzahl digitalisierter Kulturgüter aus und über Thüringen.

Mit Hilfe innovativer Suchmaschinentechnologie realisiert das Portal die Vernetzung der in diversen Thüringer Bibliotheken, Archiven und Museen digitalisierten und qualifiziert erschlossenen Bestände und ermöglicht deren strukturierte Bereitstellung. Das Angebot ist bereits in der Startphase umfangreich und wird kontinuierlich ausgebaut. Neben den im Rahmen der Universal Multimedia Electronic Library (UrMEL) verfügbaren digitalen Angebote umfasst das neue Portal eine Vielzahl weiterer historischer Bestände aus verschiedenen Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen - darunter auch solche der Thüringer Staatsarchive und zahlreicher Museen. PM


 

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Juristen gewinnen Gerichts-Wettbewerb

Das Team der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat den diesjährigen deutschen "Philip C. Jessup International Moot Court 2012" im Februar in Bochum gewonnen. Im Finale des Völkerrechtswettstreits setzten sich Marc Dietrich, Katrin Fenrich, Christopher Hunt, Alexander Rehfeld und Robert Rook gegen die Mitfavoriten von der Universität Heidelberg durch. Im Halbfinale hatten sie das Team der Universität Düsseldorf besiegt. "Hier herrscht nur noch übersprudelnde Freude über die gläserne Trophäe", sagte Prof. Dr. Sharon Byrd von der Universität Jena nach der Sieger­ehrung. Seit 15 Jahren koordiniert sie die Jenaer Teilnahme. Die Mannschaft wurde dieses Jahr von den drei Coaches Elise Kleinsorgen, Philipp Meinert und Stefan Muschol trainiert, die ebenfalls schon für die Universität Jena am Wettbewerb teilgenommen haben.

Für Jena ist das bereits der vierte nationale Titel. Mit dem Sieg qualifizierte sich das Team zudem zum achten Mal für das internationale Finale in Washington, bei dem vom 25. März bis 1. April Mannschaften aus aller Welt gegeneinander antraten. Das Jenaer Team kam bis ins Achtelfinale, also unter die letzten 16 von insgesamt 137 Mannschaften. In der Bewertung der Schriftsätze erreichte die Mannschaft den 22. Platz. Außerdem errangen Christopher Hunt den 70. und Marc Dietrich den 89. Platz im Wettbewerb der mündlichen Plädoyers.

Unterstützt wurde die Delegation erneut auch vom Land Thüringen. Der Staatssekretär des Thüringer Justizministeriums Prof. Dr. Dietmar Herz überreichte dazu einen Scheck in Höhe von 3 000 Euro aus Lottomitteln und leistete damit einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung der Reisekosten. sh


 

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letzte Änderung:  am 2012-07-10 07:12:49   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang