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Internationales

Münzsammlung als politisches Archiv

Arabische Stipendiaten forschen über islamische Herrschaftsgeschichte

Mnzkabinett_enkeDie Orientalische Münzsammlung der Jenaer Universität umfasst rund 21.000 Stücke - damit ist sie nach Tübingen Deutschlands zweitgrößte orientalische Münzsammlung. "Wir sehen in den Münzen schriftliche Dokumente der islamischen Geschichte: Auf manchen Münzen finden sich bis zu 150 Worte Text", erläutert Dr. Stefan Heidemann. "Als Sammlung bilden Münzen für uns ein wichtiges politisches Archiv, das exakt politische Herrschaftsgeschichte wiedergibt", so Heidemann, der die wissenschaftlichen Arbeiten am Münzkabinett koordiniert. Dort beschäftigt sich seit Juli eine Promotionsstipendiatin aus Syrien mit der Rekonstruktion mittelalterlicher islamischer Geschichte.

Als wesentliche Quelle nutzt Huda Subeh von der Universität Aleppo den Jenaer Bestand orientalischer Münzen. Sie wird hier zunächst ihren Master in Islamwissenschaften absolvieren und anschließend ihre Doktorarbeit einreichen: Eine Stadtgeschichte Antiochias im historischen Nordsyrien, heute Türkei, auf neuer unausgeschöpfter Quellengrundlage, den im politischen Prozess entstandenen Münzen. Finanziert wird dieses auf vier bis sechs Jahre angelegte Programm mit einem Stipendium von Subehs Heimatuniversität Aleppo. Huda Subeh ist bereits die zweite arabische Promotionstipendiatin im Orientalischen Münzkabinett.

Internationaler Diskurs

Mohammed Younis, Assistant Lecturer an der Universität Fayoum in Ägypten, hat sein zweijähriges Forschungs- und Promotionsstipendium in Jena gerade beendet und wird seine Dissertation über Münzen des Iran im 13. und 14. Jahrhundert an seiner Heimatuniversität Kairo abschließen. "Es ist mir eine Ehre, der erste ägyptische Promovend der Islamischen Numismatik zu sein, der einen deutschen Betreuer hat", freut sich Younis. Das "Channel"-Programm des ägyptischen Bildungsministeriums ermöglicht es ägyptischen Studenten, an ihrer Heimatuniversität abzuschließen, während sie beim deutschen Professor moderne Methoden und den internationalen wissenschaftlichen Diskurs lernen. enk

 

Kontakt:

HDoz. Dr. Stefan Heidemann
The Bard Graduate Center New York
Tel.:  001 / 212 / 5013000
E-Mail: 

Mohammed Younis (l.) betrachtet zusammen mit Dr. Stefan Heidemann und Huda Subeh  orientalische Münzen.

Foto: Enke

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Die orientalischen Münzen sind wichtige Dokumente der islamischen Geschichte.

Foto: Kasper

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Engagement honoriert

Russische Studentin erhält DAAD-Preis

Ina Voblikova (Foto) hat den diesjährigen Preis des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) erhalten, den die Friedrich-Schiller-Universität an einen ausländischen Studierenden für hervorragende Studienleistungen und ein außergewöhnliches außeruniversitäres oder gesellschaftliches Engagement vergibt. Der Preis ist mit 1.000 Euro dotiert.

Die russische Studentin, die 2006 nach Jena kam, wurde am 12. Oktober für ihr wissenschaftliches und interkulturelles Engagement ausgezeichnet. Die 30-jährige Russin hat an der Universität Jena sehr erfolgreich ein Masterstudium im Fach Deutsch als Fremdsprache (DaF) absolviert und promoviert nun in diesem Bereich.

Albina Voblikova hat sich inner- wie außerhalb der Universität ehrenamtlich eingesetzt. Bei der Betreuung und Integration ausländischer Studierender war sie als Tutor des Internationalen Büros der FSU und für den Pädagogischen Austauschdienst tätig. Darüber hinaus war sie im Fachschaftsrat DaF und in der DaF-Lernwerkstatt aktiv und hat Workshops mit organisiert.

Albina Voblikova beteiligte sich an einem Posterwettbewerb des Internationalen Büros, der deutsche Studierende zur Kontaktaufnahme mit ihren ausländischen Kommilitonen bewegen sollte. Darüber hinaus ist die engagierte Studentin als Dolmetscherin im Flüchtlingsprojekt Refugio tätig und hilft bei der Integration von Asylbewerbern. "Mit diesem überdurchschnittlichen Engagement ist sie ein ausgezeichnetes Vorbild für alle - nicht nur ausländische - Studierende", sagt Prorektor Prof. Dr. Herbert Witte, der den Preis überreichte. AB

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Foto: Scheere

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Wasserstoff auf der Spur

DAAD-Stipendiat aus Jordanien forscht in Jena

Laith_Al_Mazahreh_GntherSeit Oktober forscht der jordanische Chemiker Laith Al-Mazahreh am Institut für Anorganische und Analytische Chemie. Dort untersucht er Modellkomplexe des Enzyms Hydrogenase, das in bestimmten Mikroorganismen Protonen zu molekularem Wasserstoff reduzieren kann. Welche Prozesse dabei genau ablaufen, ist die wichtigste Frage des 27-Jährigen. "Wenn wir die Mechanismen kennen, könnten wir sie nutzen, um den potenziellen Energieträger Wasserstoff in künstlichen Systemen zu produzieren", erläutert Prof. Dr. Wolfgang Weigand, der das Projekt leitet und dabei mit Prof. Dr. Alfred Fahr vom Institut für Pharmazie zusammenarbeitet.

Weigand ist einer der Initiatoren der Kooperationsvereinbarung mit der University of Science and Technology in Irbid, die 2006 unterzeichnet wurde. "Es ist eine Kooperation, die wirklich gedeiht", freut sich der Chemiker. Das beweisen auch die sechs Doktoranden aus Jordanien, die derzeit allein am Institut für Anorganische und Analytische Chemie promovieren. Zwei der Stellen, wie die von Laith Al-Mazahreh, werden vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) gefördert. "Die reibungslose Organisation verdanken wir vor allem dem überaus engagierten Leiter des DAAD-Koordinationsbüros in Jordanien, Cyrus Salimi-Asl", betont Weigand. Er ist sich sicher, dass die Kooperation in Zukunft auf weitere Forschungsbereiche ausgeweitet werden kann. MH

 

Der Chemiker Laith Al-Mazahreh wird in den kommenden drei Jahren in Jena forschen.

Foto: Günther

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100. Partneruniversität steht in Taiwan

Rektor unterzeichnet bei Asien-Reise drei Kooperationsverträge

Taiwan_FuJen_privatDer asiatische Markt befindet sich im Umbruch, auch im Bereich der Bildung. Das hat der Jenaer Uni-Rektor, Prof. Dr. Klaus Dicke, bei einer zehntägigen Reise durch Taiwan und Japan intensiv erleben können, bei der er acht Universitäten besucht und drei neue Kooperationsverträge mit taiwanesischen Universitäten zum Studierenden- und Dozentenaustausch abgeschlossen hat.

Asiatische und speziell taiwanesische Institutionen orientieren sich in ihren Kooperationsbeziehungen nicht mehr überwiegend in die USA, sondern verstärkt nach Europa. "Gerade Deutschland scheint eine gewisse Priorität zu genießen, wobei Natur- und Ingenieur-, aber auch Sozialwissenschaften gefragt sind", berichtet Rektor Dicke.

Aufgrund des Konkurrenzdrucks durch China und des starken Wettbewerbs untereinander sind die Universitäten in Taiwan sehr gut ausgestattet, "so dass die neuen Kooperationen, die zum Teil auf bereits bestehenden Kontakten aufbauen, sich für unsere Studierenden und Dozenten lohnen werden", ist sich der Rektor sicher. Gleichzeitig passt das Jenaer Studien-Angebot gut zu den gefragten Disziplinen, so dass sich die Anzahl der derzeit 16 taiwanesischen Studierenden, die an der Jenaer Universität immatrikuliert sind, in Zukunft sicher erhöhen wird.

Konkret hat Prof. Dicke Abkommen mit der Fu Jen Catholic University und der National Chung Cheng University in Taipeh sowie der National Tsing Hua University in Hsinchu unterzeichnet. Die Fu Jen, die nun Jenas 100. Partneruniversität ist, wurde 1961 gegründet und ist eine katholische Volluniversität in Trägerschaft des Vatikans mit rund 27.000 Studierenden.

Schon Mitte Juni war eine Fu Jen Delegation in Jena zu Gast gewesen. "Wir haben den Kollegen aus Taiwan ein Bild des Jenaer Fachgebietes Interkulturelle Wirtschaftskommunikation vermittelt und ihnen Anregungen zur Einführung und Gestaltung eines solchen Faches an ihrer Universität gegeben", sagt der Jenaer Fachvertreter Prof. Dr. Jürgen Bolten. An der philosophischen Fakultät der Fu Jen-Universität soll es zukünftig ein "Center for Intercultural Communication" nach Jenaer Vorbild geben.

Diese bereits bestehenden Kooperationen mit der Interkulturellen Wirtschaftskommunikation, aber auch mit den Rechtswissenschaften, sollen nun um Physik, Wirtschaftswissenschaften und Medizin erweitert werden.

Partner-Unis Nr. 101, 102

Die Chung Cheng University ist eine junge aufstrebende Voll-Universität. Es bestanden bereits eine Fakultätsvereinbarung in den Rechtswissenschaften sowie Kontakte in der Germanistik. Im Zentrum der neuen Kooperation werden neben diesen Bereichen auch das Laboratorium Aufklärung sowie eine enge Zusammenarbeit mit der Jenaer Graduierten-Akademie stehen.

Die Universität in Hsinchu gehört zu den Top 100 Universitäten im asiatisch-pazifischen Raum. Die National Tsing Hua University ist stark in den Naturwissenschaften, hat aber auch ein ausgewogenes geistes- und sozialwissenschaftliches Studienangebot. AB

 

Rektor Prof. Klaus Dicke (r.) erhält nach der Vertragsunterzeichnung einen Universitätswimpel vom Vizepräsidenten der Fu Jen Catholic University, Michael Kwo, PhD.

Foto: privat

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Meldungen

Brückenschlag nach Montreal

Um die bestehende Zusammenarbeit zu vertiefen und auf weitere Bereiche auszudehnen, unterzeichneten der Dekan der Philosophischen Fakultät Prof. Dr. Rainer Thiel, Studiendekan Prof. Dr. Hermann Funk und die Studienleiterin des Ahuntsic Colleges Montreal Lyne Boileau am 24. Juni ein gemeinsames Kooperationsabkommen. "Unsere Fakultät lebt sehr stark von den Beziehungen zum Ausland", betont Prof. Dr. Rainer Thiel, "deshalb ist uns die enge Zusammenarbeit mit ausländischen Einrichtungen besonders wichtig."

Bereits seit zehn Jahren stehen das Institut für Auslandsgermanistik/Deutsch als Fremd- und Zweitsprache und das kanadische Ahuntsic College, das seit 40 Jahren Deutsch als Fremdsprache lehrt, im engen Kontakt. Neben einer regen wissenschaftlichen Zusammenarbeit beider Hochschulen, nutzten viele Jenaer Studierende bereits die Chance, im Rahmen ihres Unterrichtspraktikums nach Montreal zu gehen. kc

In Südamerika überzeugt

"Ask Uni Jena for information" steht auf der Postkarte. Daneben sind ein Foto vom Uni-Hauptgebäude und eine Stadtansicht von Jena zu sehen. Ein paar Hundert dieser Karten haben Dr. Britta Salheiser und Julia Brade von der Uni Jena kürzlich in Südamerika verteilt: Auf der Studieninformationsmesse "EuroPosgrados" in Chile und Argentinien haben sie das Studienangebot der Universität präsentiert.

Und das sehr überzeugend, wie nicht nur gut 350 potenzielle Studieninteressenten fanden: Einer der Veranstalter der Messe, GATE-Germany - ein Konsortium Deutscher Hochschulen und des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) - hat die Jenaer Universität jetzt mit dem ersten Preis für den gelungensten Stand der Messe in Buenos Aires ausgezeichnet. Gelobt wurden vor allem "hervorragendes Standdesign und -ausstattung" sowie die Zusammensetzung des Teams mit Dr. Britta Salheiser vom Internationalen Büro und Julia Brade vom Institut für Auslandsgermanistik. US

Gast aus Ungarn am SFB 580

Der ungarische Soziologe Prof. Dr. Pál Tamás lehrt im Wintersemester 2009/2010 an der Friedrich-Schiller-Universität. Der renommierte Wissenschaftler von der Akademie der Wissenschaften in Budapest ist Gastprofessor des Sonderforschungsbereichs (SFB) 580 "Gesellschaftliche Entwicklungen nach dem Systemumbruch". Sein Lehrgebiet umfasst vor allem die Transformationsforschung.

Die Mitglieder des SFB freuen sich sehr, so SFB-Geschäftsführer Prof. Dr. Michael Hofmann, einen so hochrangigen Wissenschaftler für die Forschung in Jena gewonnen zu haben. Auf diese Weise werde auch die dauerhafte Zusammenarbeit zwischen der Akademie in Budapest und dem SFB 580 gesichert. Der Aufenthalt von Prof. Tamás wird durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziert. mh

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letzte Änderung:  am 2010-01-26 11:29:36   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang