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Kultur

Zwischen Biologie, Kunst und Design

Sonderausstellung im Phyletischen Museum präsentiert Kieselalgen

Wer das Phyletische Museum der Jenaer Universität betritt, wird nicht nur mit Entwicklungsgeschichte, sondern auch mit Kunst konfrontiert. Medusenzeichnungen von Ernst Haeckel, dem Gründer des Museums, schmücken die Decke. Und diese Verbindung von Natur und Kunst spiegelt auch die neue Sonderausstellung "Diatomeen - Formensinn" wider, die seit 23. Oktober gezeigt wird.

Diatomeen sind mit bloßem Auge kaum sichtbare Einzeller: Kieselalgen. Diese Algen haben nicht nur bereits Johann Diedrich Möller - noch vor Haeckel - inspiriert, Kunst nach dem Vorbild der Natur zu schaffen und damit reich zu werden, wie in der Ausstellung gezeigt wird. Die Algen sind bis heute Vorbild - und so zeigt die neue Schau auch die Spuren, die diese winzigen Kieselalgen mit ihrem formschönen und funktionalen Glaspanzer in der Architektur und Bionik, beim Design und in der Kunst hinterlassen haben.

Auf einer Reise in den biologischen Mikrokosmos erfahren die Besucher von der Bedeutung der Organismen, die fast ein Viertel des Sauerstoffs weltweit produzieren. Die Exposition schafft auch etwas, was kein Buch, kein Fernsehen kann: Sie zeigt Größe - oder besser Winzigkeit. Denn Diatomeen-Forschung ist untrennbar mit der Geschichte ihrer Sichtbarmachung durch das Mikroskop verbunden. "Formensinn" fragt dabei nach dem Verhältnis von Funktion und Ornament.

Für die Besucher soll deutlich werden, dass die wissenschaftliche und gestalterische Beschäftigung mit Naturformen stets im Kontext von ästhetischen, technischen und gesellschaftlichen Vorbedingungen erfolgt.

Schönheit und Funktionalität

Autofelge

Die Fragen, "wie entsteht überhaupt Form und welchen Sinn hat sie", "kann etwas so Schönes wirklich funktional sein" und "kann etwas, das eigentlich nur aus Funktion besteht, gleichzeitig als Verzierung wahrgenommen werden", ziehen sich so als roter Faden durch die Ausstellung. Doch die Kieselalgen sind auch im Alltag präsent: als Katzenstreu, das

aus fossilen Diatomeen besteht, als Vorbild für Koffer, Boote und Bahnhöfe. Exponate wie das Modell eines nach dem Vorbild von Diatomeen entworfenen Bahnhofs für Luxemburg des Jenaer Architekten Pohl, Frei Ottos legendäre Entwürfe für eine Stadt in der Arktis und weitere Originalzeichnungen des berühmten Architekten sowie innovative Designprototypen zeigen, wie die Kieselalge zum Vorbild wurde und bis heute wird.

Neu im Phyletischen Museum ist auch, dass das Ausstellungsdesign erstmals nicht selber gestaltet wurde: Seit über einem Jahr arbeiteten 16 Studierende der Bauhaus-Universität Weimar an Konzeption und Umsetzung. Einige der Kunst- und Medienstudenten haben auch eigene Arbeiten zur Ausstellung beigesteuert. "Die Studierenden treffen die Sprache unserer jungen Zielgruppe", sagt Museums-Direktor Prof. Dr. Martin S. Fischer, der die Ausstellung initiiert hat. Die Kooperation ist nun, dank des Kurators der Ausstellung Felix Sattler, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Bauhaus-Universität Weimar, um drei renommierte Partner erweitert worden: das Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung Bremerhaven, das Zoologische Museum Hamburg und das Leichtbauinstitut Jena. AB

koffer

Eine Koffer-Studie von Alvaro Uribe, der sich an Diatomeen orientiert hat.

Fotos (2): Scheere 

Eine nach dem Vorbild von Diatomeen gestaltete Leichtbau-Autofelge.

Die Kunst-Natur-Schau wird ein Jahr zu sehen sein. Das Phyletische Museum (Vor dem Neutor 1) ist täglich von 9-16 Uhr geöffnet.
Weitere Informationen zur Ausstellung:
www.diatomeen-ausstellung.de

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Beim Teutates! Asterix wird 50!

Aktuelle Sonderausstellung in der ThULB feiert den berühmten Gallier

Asterix_Schloesser_gnther"Wir befinden uns im Jahr 50 v. Chr. Ganz Gallien ist von den Römern besetzt…" So beginnt jedes der Abenteuer von Asterix und seinen Freunden, dessen 34. Folge am 22.10. in Deutschland auf den Markt gekommen ist. Die Abenteuer des kleinen, schnauzbärtigen Galliers und seines dicken - "Wer ist hier dick?" - Freundes Obelix erfreuen inzwischen fast die ganze Welt. In über 80 Sprachen sind die Geschichten, die René Goscinny und Albert Uderzo erschufen, übersetzt worden. Hinzu kommen Übertragungen in zahlreiche deutsche und fremdsprachliche Mundarten sowie Parodien. Bei allen Entwicklungen blieb eines unverändert: Asterix scheint nicht älter zu werden. Dabei konnte er am 29. Oktober 2009 seinen 50. Geburtstag feiern. Er wird es wahrscheinlich mit einem der berüchtigten Festmahle in seinem gallischen Dorf getan haben.

Siegeszug um die ganze Welt

In Jena feiert man Asterix' Geburtstag mit der Sonderausstellung "Beim Teutates! Asterix wird 50!". Sie ist pünktlich zum Geburtstag am 29. Oktober in der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB) eröffnet worden und noch bis zum 28. Januar 2010 montags bis freitags von 9-22 Uhr und samstags von 10-18 Uhr zu sehen. Der Eintritt ist frei.

Am 29. Oktober 1959 veröffentlichte die französische Jugendzeitschrift "Pilote" das erste Asterix-Abenteuer. Und bei solchen ein- bis zweiseitigen Kurzgeschichten blieb es zunächst. Seit 1961 erscheinen dann zunächst in Frankreich, seit 1968 auch in Deutschland die Abenteuer als Comic-Album. Der Siegeszug erfasst nach und nach die ganze Welt: Asterix, Obelix mit Hund Idefix und die anderen Einwohner und Einwohnerinnen des gallischen Dorfes haben längst Kultstatus erreicht und sind ein "Mythos der Moderne". Viele junge Leser kommen durch die Asterix-Comics erstmals mit der antiken Welt in Berührung und die Wissenschaft hat Asterix längst als Forschungsobjekt entdeckt.

All dies wird auch in der neuen Ausstellung sichtbar, die die ThULB und das Institut für Romanistik der Universität Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Rainer Schlösser präsentieren. Unterstützt wird die Schau von der Französischen Botschaft in Berlin und der Freundesgesellschaft der Jenaer Universität. Zu sehen sind natürlich die Asterix-Bände aus aller Welt. Darüber hinaus werden nützliche, skurrile und humorige Fan- und Werbeartikel gezeigt. Auch die Asterix-Verfilmungen sind präsent. Die Darstellung antiker Lebensweise wird beispielhaft thematisiert und natürlich erzählen Texttafeln Wissenswertes und Interessantes über die Asterix-Comics und ihre Entstehung. "Man kann zwar nicht alles als bare historische Münze nehmen", erläutert Prof. Schlösser, weist aber auf die zahlreichen Details hin, die historisch korrekt sind. AB

Ausstellungsmacher Prof. Schlösser präsentiert das wohl auffälligste Exponat der Ausstellung: ein Originalspielautomat, den die Besucher aktivieren können, um bei "Asterix & La Traviata" ihr Glück zu versuchen. Die dabei eingespielten Mittel werden ebenso wie der Apparat und ein Großteil der übrigen Exponate am 30. Januar 2010 für einen guten Zweck versteigert: Der Gesamterlös soll der bilingualen Ganztagsgrundschule "Dualingo" des Deutschen Roten Kreuzes, Kreisverband Jena-Eisenberg-Stadtroda, übergeben werden.

Foto: Günther

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Korrekte Beschreibung des Sonnensystems

„400 Jahre ASTRONOMIA NOVA des Johannes Kepler“ in der ThULB

Astro_Ausstellung_ThULBAus Anlass des Internationalen Jahres der Astronomie 2009 präsentiert die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena (ThULB) seit dem 6. Oktober die Ausstellung "400 Jahre ASTRONOMIA NOVA des Johannes Kepler. Astronomische Werke des 15. bis 18. Jahrhunderts aus dem Besitz der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena". Die wertvollen Bücher geben Einblicke in astronomische Entdeckungen, die zu einem neuen Weltbild führten. Bis zum 28. Januar 2010 sind einige jener kostbaren Schriften im Original erlebbar, welche vor Jahrhunderten den Blick der staunenden Menschheit in den Kosmos weiteten.

Im Mittelpunkt stehen die bahnbrechenden Arbeiten Johannes Keplers (1571-1630), insbesondere seine 1609 erschienene ASTRONOMIA NOVA, welche die ThULB im Original besitzt. In diesem Werk formulierte Kepler auf Grundlage der Schriften von Tycho Brahe (1546-1601) eine korrekte Beschreibung des Sonnensystems nach dem Vorbild des Nikolaus Kopernikus (1473-1543), die der Nachwelt als das erste und zweite Keplersche Gesetz erhalten blieben.

Die Ausstellung spannt einen Bogen von Vertretern des geozentrischen Weltbildes über Kopernikus, den Begründer der modernen Astronomie, bis hin zu Isaac Newton (1643-1727), der mit seinem Gravitationsgesetz die Himmelsmechanik Keplers zu einem krönenden Abschluss brachte. Neben Werken Brahes dürfen natürlich jene Galileo Galileis (1564-1642) nicht fehlen.

Die Ausstellung ist Dienstag 10-12 Uhr und Donnerstag 16-18 geöffnet. Um telefonische Voranmeldung wird gebeten
(03641/940100). PM

Die Ausstellung wird im Zimelienraum der ThULB gezeigt. Der Eintritt ist frei.

Foto: Günther

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Illustrierte Weltchronik

ThULB_Ausstellung_Ott_kasperBeidseitig dicht illustriert, detailreich und farbenfroh sind die rund acht Meter Pergament der "Jenaer Bilderrolle"aus dem Bestand der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB). In einer Ausstellung im Juli wurde die illustrierte Weltchronik aus dem 15. Jahrhundert erstmals der Öffentlichkeit gezeigt. Auch wissenschaftlich war die mittelalterliche Handschrift bislang ein gänzlich "unbeschriebenes" Blatt. Dr. Joachim Ott (Foto), Leiter der Abteilung Handschriften und Sondersammlungen der ThULB, hat gemeinsam mit Kollegen die Bilderchronik im Rahmen eines von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderten Projekts untersucht. In dem dazu veröffentlichten Katalog haben die Jenaer Wissenschaftler die Pergamentrolle erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Foto: Kasper

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"Arisierung in Thüringen"

Die Wanderausstellung ",Arisierung' in Thüringen - Ausgegrenzt. Ausgeplündert. Ausgelöscht." wird seit Herbst 2008 in Thüringen gezeigt. Das Projekt ist von einer Gruppe Geschichtsstudenten der Universität Jena unter Leitung von Dr. Monika Gibas in Kooperation mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen und den Thüringischen Staatsarchiven erarbeitet worden. Dank der Unterstützung der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland kann die Exposition nun erstmals auch in Jena gezeigt werden. Sie ist bis 21. November 2009 im Historischen Rathaus (Markt 1) und vom 25. November 2009 bis 13. Januar 2010 in der Staatlichen Regelschule Winzerla (Oßmaritzer Straße 12) zu sehen.

Die Ausstellung dokumentiert an ausgewählten Thüringer Beispielen, wie seit 1933 die organisierte Verdrängung der jüdischen Minderheit aus allen Bereichen des öffentlichen Lebens erfolgte. Das Hauptaugenmerk gilt dabei Wirtschaftsunternehmen, die ihren jüdischen Inhabern entrissen wurden. Dargestellt werden Fallbeispiele u. a. aus Apolda, Eisenach, Erfurt, Gera, Gotha, Nordhausen, Pößneck, Saalfeld und Weimar.

Der Ausstellungskatalog ist in der s-selecta-Reihe der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen erschienen. Er ist gegen eine Schutzgebühr von fünf Euro beim Leipziger Universitätsverlag (Tel.: 0341/9900440) oder online unter: www.univerlag-leipzig.de erhältlich. PM

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letzte Änderung:  am 2010-01-26 11:33:21   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang