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Medizin

Schonende Röntgentechnik für Kinder

Kinderradiologie setzt neue digitale Durchleuchtungsanlage ein

kinderradiologie_schrderWann immer es geht, versuchen die Kinderradiologen bei der Untersuchung ihrer kleinen Patienten ohne Röntgenstrahlen auszukommen. "Trotzdem sind Röntgenstrahlen manchmal notwendig, zum Beispiel bei Knochenbrüchen oder Lungenentzündungen", so Prof. Dr. Hans-Joachim Mentzel, Leiter des Bereiches Kinderradiologie im Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie am Universitätsklinikum.

Für Untersuchungen dynamischer Prozesse im Körper verfügt die einzige kinderradiologische Einrichtung in Thüringen jetzt über eine sogenannte digitale gepulste Durchleuchtungsanlage, mit der die Strahlenbelastung um bis zu 90 Prozent reduziert werden kann.

Dieser Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Verfahren mit kontinuierlicher Bilderzeugung und analoger Übertragung kommt durch digitale Technik zustande. Drei Röntgenpulse pro Sekunde reichen jetzt für ein qualitativ gleichwertiges Bild aus, ausgeklügelte Software errechnet die "fehlenden" Bilddaten. Das digitale Bild wird dann in das Bildarchiv des Klinikums eingespeist und ist für die zuständigen Ärzte an ihren Arbeitsplätzen zugänglich. Im Aufbau ist die neue Durchleuchtungsanlage ebenfalls an die Bedürfnisse der Kinderradiologie angepasst: Ein Lichtvisier zeigt exakt das zu untersuchende Gebiet an, so dass Fehlaufnahmen vermieden werden. Zusätzlich kommen sogenannte Kinder-Filter zum Einsatz, die für die Aufnahme unnötige Strahlung absorbieren.

Funktionelle Abläufe abbilden

Das Durchleuchtungsverfahren wird insbesondere zur Diagnostik von funktionellen Abläufen eingesetzt - zum Beispiel zur Untersuchung der Passage durch den Magen-Darm-Trakt oder zur Beurteilung von Blase und Harnröhre beim Wasserlassen. Mit Hilfe von Kontrastmitteln werden die dynamischen Prozesse je nach Fragestellung im Körper sichtbar gemacht. DK

Oberarzt Dr. Martin Stenzel (l.) und Dr. Halil Öztürk untersuchen einen jungen Patienten mit der neuen Anlage.

Foto: Schröder

 

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Neueste Diagnosetechnik

Nuklearmediziner nutzen neues PET/CT-Gerät

pet_ct_Freesmeyer_SchrderAn der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums wurde ein Siemens-PET/CT-Gerät der neuesten Generation in Betrieb genommen. Die Anlage, eine der drei modernsten ihrer Art in Europa, ermöglicht insbesondere in der Onkologie wesentlich schnellere Diagnosen mit höchster Genauigkeit.

"Gerade in der Tumor-Diagnostik ist bei vielen Erkrankungen der Einsatz einer Kombination aus Positronen-Emissions-Tomograph und Computertomograph (PET/CT) die optimale Lösung", erklärte Dr. Martin Freesmeyer, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin.

Die PET/CT-Geräte verbinden die anatomischen Informationen der Computertomografie, die ein hochaufgelöstes dreidimensionales Röntgenbild erstellt, mit den hochempfindlichen Stoffwechselinformationen der Positronenemissionstomografie. "Durch diese Hybridbildgebung erhalten wir sehr viel schneller wesentlich bessere Bilder als mit einer der Methoden allein", so Freesmeyer.

Die Anschaffung der etwa zwei Millionen Euro teuren PET/CT-Anlage unterstützte der Freistaat mit 1,5 Millionen Euro. Den Restbetrag und notwendige Umbauten in Höhe von nochmals etwa einer Million Euro finanzierte das Uni-Klinikum selbst. Eingesetzt wird die Technik künftig vor allem zur Diagnose und Behandlungsplanung bestimmter Krebserkrankungen, wie Haut-, Darm-, Lungen- oder Lymphdrüsentumoren. Aber auch Herz und Hirn lassen sich im PET/CT abbilden. "Für unsere Patienten verkürzt sich durch die Kombination der diagnostischen Verfahren die Untersuchungszeit auf ein Drittel", beschreibt Dr. Freesmeyer die Vorteile.

Die Nuklearmediziner planen auch Forschungsprojekte am PET/CT. Die Hybridbildgebung soll zum Beispiel eingesetzt werden zur Bestrahlungsplanung bei Bronchialkarzinomen und Kopf-Hals-Tumoren. vdG

Dr. Martin Freesmeyer, Chefarzt der Klinik für Nuklearmedizin, mit dem neuen PET/CT-Gerät

Foto: Schröder

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Meldungen

Drogen sind nicht cool

suchtprvention1 mvUnter dem doppelsinnigen Motto "Drug-Schluss" haben Uniklinikum und Stadt Jena am 2. September zum Schüler-Aktionstag zur Suchtprävention ins Klinikum Lobeda eingeladen. In Vorträgen und Workshops machten sie den Jugendlichen die medizinischen, psychologischen und sozialen Gefahren von Drogenmissbrauch und Suchtverhalten deutlich und stellten Hilfsangebote vor. Über 400 Schüler aus 6. und 7. Klassen von Jenaer Schulen haben sich informiert.

Foto: Schröder

 

 

Sepsis-Kongress

Sepsis ist in den Industrieländern ähnlich häufig wie Schlaganfall oder Herzinfarkt und nimmt jährlich um sieben bis acht Prozent zu. Der 4. Internationale Weimarer Kongress der Deutschen Sepsisgesellschaft (DSG) vom 9.-12. September griff die Problematik aus globaler und nationaler Perspektive auf. Wichtige Themen waren die Verhinderung der Sepsis durch adäquate Hygienemaßnahmen oder Impfung, aber auch neue Diagnoseverfahren zur Sepsis-Früherkennung und zum rationalen Einsatz von Antibiotika, die vielfach zu spät bzw. zu lange eingesetzt werden.

Wissenschaftler, Vertreter von Forschungsinstitutionen und Ministerien diskutierten die Strategie der öffentlichen Forschungsförderung in Deutschland. "Gerade in der Medizinforschung drohen wir den Anschluss an die Spitzenzentren in der Welt zu verlieren. Wir brauchen eine an den Bedürfnissen der Gesundheitsversorgung ausgerichtete, nachhaltige und hinreichend ausgestattete Förderpolitik, um mit einer leistungsfähigen Medizinforschung den wachsenden Anforderungen an die medizinische Versorgung der Bevölkerung genügen zu können", forderte Tagungspräsident Prof. Dr. Konrad Reinhart, Vorsitzender der DSG und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Uni-Klinikum. vdG

Operationstraining für HNO-Ärzte

Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Uniklinikums Jena hat vom 20. bis 22. August 2009 den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie von Speicheldrüsenerkrankungen präsentiert. Die "1. Jenaer Speicheldrüsentage", zu der Gäste der Hals-Nasen-Ohren- sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie-Kliniken aus ganz Deutschland nach Jena gekommen waren, boten nicht nur eine theoretische Einführung in die Chirurgie der Munddrüsen. Es wurden außerdem praxisnahe Einblicke durch Live-Operationen gewährt. In einem sogenannten Sialendoskopie-Workshop hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Spiegelung des Speichelgangs selbst am Tiermodell anzuwenden. DK

14. Thüringer Rheuma-Symposium

Etwa 100 Ärzte sind der Einladung des Rheumazentrums am Universitätsklinikum zum 14. Thüringer Rheumasymposium am 12. September nach Jena gefolgt. Schwerpunkt war in diesem Jahr die Verbindung rheumatologischer Krankheitsbilder mit anderen Erkrankungen. "Wir beobachten seit Jahren ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rheumapatienten", nennt PD Dr. Peter Oelzner, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin III, ein Krankheitsbild, das im Zusammenhang mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung steht. Weitere Themen waren differentialdiagnostische Probleme und neue medikamentöse Therapieansätze. vdG

Nierenschäden sind vermeidbar

Etwa die Hälfte der Menschen mit Diabetes mellitus trägt nach längerer Diabetesdauer Nierenschäden davon. Es drohen nicht nur Nierenversagen und Dialyse. Auch das vorzeitige Sterberisiko ist erhöht. Wie aktuelle Forschungserkenntnisse von Nephrologen des Jenaer Uniklinikums zeigen, könnten zukünftige Therapien die Nierenfunktion bis ins hohe Alter erhalten.

Wie Prof. Dr. Gunter Wolf in der Fachzeitschrift "Der Diabetologe" veröffentlichte, könnten langfristig gute Blutzuckerwerte das Fortschreiten der Nephropathie verlangsamen. Ebenso wichtig sei es, den häufig mit auftretenden hohen Blutdruck zu behandeln. PM

 

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letzte Änderung:  am 2010-01-26 11:28:34   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang