Sepsis-Kongress
Sepsis ist in den Industrieländern ähnlich häufig wie Schlaganfall oder Herzinfarkt und nimmt jährlich um sieben bis acht Prozent zu. Der 4. Internationale Weimarer Kongress der Deutschen Sepsisgesellschaft (DSG) vom 9.-12. September griff die Problematik aus globaler und nationaler Perspektive auf. Wichtige Themen waren die Verhinderung der Sepsis durch adäquate Hygienemaßnahmen oder Impfung, aber auch neue Diagnoseverfahren zur Sepsis-Früherkennung und zum rationalen Einsatz von Antibiotika, die vielfach zu spät bzw. zu lange eingesetzt werden.
Wissenschaftler, Vertreter von Forschungsinstitutionen und Ministerien diskutierten die Strategie der öffentlichen Forschungsförderung in Deutschland. "Gerade in der Medizinforschung drohen wir den Anschluss an die Spitzenzentren in der Welt zu verlieren. Wir brauchen eine an den Bedürfnissen der Gesundheitsversorgung ausgerichtete, nachhaltige und hinreichend ausgestattete Förderpolitik, um mit einer leistungsfähigen Medizinforschung den wachsenden Anforderungen an die medizinische Versorgung der Bevölkerung genügen zu können", forderte Tagungspräsident Prof. Dr. Konrad Reinhart, Vorsitzender der DSG und Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin am Uni-Klinikum. vdG
Operationstraining für HNO-Ärzte
Die Klinik für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde des Uniklinikums Jena hat vom 20. bis 22. August 2009 den aktuellen Stand der Diagnostik und Therapie von Speicheldrüsenerkrankungen präsentiert. Die "1. Jenaer Speicheldrüsentage", zu der Gäste der Hals-Nasen-Ohren- sowie Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgie-Kliniken aus ganz Deutschland nach Jena gekommen waren, boten nicht nur eine theoretische Einführung in die Chirurgie der Munddrüsen. Es wurden außerdem praxisnahe Einblicke durch Live-Operationen gewährt. In einem sogenannten Sialendoskopie-Workshop hatten die Teilnehmer die Möglichkeit, die Spiegelung des Speichelgangs selbst am Tiermodell anzuwenden. DK
14. Thüringer Rheuma-Symposium
Etwa 100 Ärzte sind der Einladung des Rheumazentrums am Universitätsklinikum zum 14. Thüringer Rheumasymposium am 12. September nach Jena gefolgt. Schwerpunkt war in diesem Jahr die Verbindung rheumatologischer Krankheitsbilder mit anderen Erkrankungen. "Wir beobachten seit Jahren ein erhöhtes Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Rheumapatienten", nennt PD Dr. Peter Oelzner, Oberarzt an der Klinik für Innere Medizin III, ein Krankheitsbild, das im Zusammenhang mit einer entzündlich-rheumatischen Erkrankung steht. Weitere Themen waren differentialdiagnostische Probleme und neue medikamentöse Therapieansätze. vdG
Nierenschäden sind vermeidbar
Etwa die Hälfte der Menschen mit Diabetes mellitus trägt nach längerer Diabetesdauer Nierenschäden davon. Es drohen nicht nur Nierenversagen und Dialyse. Auch das vorzeitige Sterberisiko ist erhöht. Wie aktuelle Forschungserkenntnisse von Nephrologen des Jenaer Uniklinikums zeigen, könnten zukünftige Therapien die Nierenfunktion bis ins hohe Alter erhalten.
Wie Prof. Dr. Gunter Wolf in der Fachzeitschrift "Der Diabetologe" veröffentlichte, könnten langfristig gute Blutzuckerwerte das Fortschreiten der Nephropathie verlangsamen. Ebenso wichtig sei es, den häufig mit auftretenden hohen Blutdruck zu behandeln. PM
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