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Qualitätsentwicklung in der Lehre

Neue Stabsstelle koordiniert die Umsetzung des Qualitätsentwicklungskonzeptes im Bereich Studium und Lehre

STQL_gntherAls 1999 Europas Bildungsminister den gemeinsamen europäischen Bildungsraum ausriefen, haben sie die Weichen für einen grundlegenden Wandel an den deutschen Hochschulen gestellt: Die bis dahin üblichen Diplom- und Magisterstudiengänge sind inzwischen weitgehend Geschichte. Auch an der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) wurde das Studienangebot mit Ausnahme der auf ein staatliches oder kirchliches Examen ausgerichteten Studiengänge stufenweise in das Bachelor-Masterformat überführt. Wer hier heute sein Studium aufnimmt, kann aus über 130 Fächern wählen.

"Jeder der neuen Studiengänge musste zunächst einer externen Konzeptbegutachtung unterzogen werden. Im Rahmen der Programmakkreditierungen wurde die Einhaltung fachlicher Standards und bundeseinheitlicher Gestaltungsvorgaben überprüft", sagt Dr. Antje Wöhl. Die Wirtschaftswissenschaftlerin hat den Umstellungsprozess in der Lehre an der FSU von Anfang an intensiv begleitet: von Juni 2005 bis Januar 2008 als Bologna-Koordinatorin (siehe Uni-Journal Nr. 1 - WS 2006/07) und später als Mitarbeiterin für Qualitätssicherung im Prorektorat für Lehre und Struktur. Seit 1. August dieses Jahres hat Dr. Wöhl die Leitung der neu gegründeten Stabsstelle "Qualitätsentwicklung in der Lehre" (STQL) der FSU übernommen, in der sie gemeinsam mit ihrer Kollegin Sylvia Lenke arbeitet. Die neue Stabsstelle ist dem Prorektorat für Lehre und Struktur zugeordnet.

Systemakkreditierung

"Für die ersten der in den vergangenen Jahren gestarteten neuen Studiengänge stünden bereits jetzt Re-Akkreditierungen an", sagt Sylvia Lenke. Die Universitätsleitung hat sich aber für das alternative Begutachtungsmodell der Systemakkreditierung entschieden. "Anhand von Stichprobenprüfungen werden in einem abgestuften Verfahren die Mechanismen der Qualitätssicherung im Bereich Studium und Lehre übergreifend beurteilt", so Sylvia Lenke.

Aus der Vorbereitung auf die Systemakkreditierung ergeben sich gegenüber einer wiederholten Programmakkreditierung einzelner Studiengänge größere Potenziale für die Weiterentwicklung der hochschulinternen Evaluations- und Folgeprozesse und eine kontinuierliche Verbesserung der Lehr- und Studiensituation.
Doch welche Kriterien geben ein aussagekräftiges Bild von der Qualität des Lehrangebots der Universität? Welche Strukturen und Verfahren sind geeignet, die Qualität des Studiums zu bestimmen und zu sichern? "Sich darauf zu verständigen und konkrete Handlungsempfehlungen abzuleiten ist ein umfassender Prozess, bei dem wir als Stabsstelle die Universitätsleitung sowie die Fakultäten koordinierend und beratend unterstützen", beschreibt Antje Wöhl die Kernaufgabe der neuen Einrichtung.

Studierende werden befragt

Als Basis für diesen Entwicklungsprozess dienen u. a. umfassende Studiengangsbefragungen. In Kooperation mit dem Universitätsprojekt "Lehrevaluation" (ULe) werden seit 2009 beispielsweise die Studierenden der Bachelorstudiengänge zur Halbzeit ihres Studiums befragt (siehe Uni-Journal Nr. 2 - SS 2010 sowie Nr. 2 - SS 2011). "Diese Zwischenbilanzen geben uns Hinweise darüber, wie die Studierenden die Lehr- und Studiensituation einschätzen", erläutert Antje Wöhl.

Aus ihnen lassen sich Informationen über etwaige Problembereiche herauslesen, die bei der Studienorganisation und -beratung einbezogen und bei der Weiterentwicklung der Studiengänge berücksichtigt werden können.

In diesem Prozess gehört es zu den Aufgaben der neuen Stabsstelle, Daten und Ergebnisse der Evaluationen aufzubereiten und dem Rektorat zur Vorbereitung strategischer Entscheidungen zur Verfügung zu stellen. Die einzelnen Fakultäten werden von den Mitarbeiterinnen der Stabsstelle bei der Initiierung und Umsetzung von konkreten Maßnahmen zur Qualitätsentwicklung beraten.

In diesem Wintersemester sollen erstmals auch Masterstudierende in die Zwischenbilanz-Erhebungen einbezogen und Absolventen nach Abschluss ihres Studiums befragt werden. Perspektivisch seien auch Alumni-Befragungen geplant. "Wir wollen ein möglichst lückenloses Bild erhalten, wie die Studierenden und Absolventen die Studiengänge bewerten, wie erfolgreich sie ihr Studium meistern und anschließend in der Berufswelt bestehen", so Antje Wöhl. Ein wichtiger Aspekt dabei sei auch eine Befragung der Studienabbrecher, "da wir gerade von denen Informationen darüber bekommen wollen, was nicht reibungslos funktioniert."

Die Voraussetzungen für die Einleitung des Systemakkreditierungsverfahrens hat die FSU bereits erfüllt: Ihr Antrag auf Zulassung ist im August 2011 bei der Akkreditierungsagentur ACQUIN gestellt und positiv bewertet worden. Bis 2013 hat die Universität nun Zeit, den Vollantrag und die damit erforderlichen Unterlagen wie einen Selbstbericht der Universität und ein Qualitätshandbuch einzureichen. Nach Prüfung der Unterlagen durch die Akkreditierungsagentur werden externe Gutachter die Strukturen und Prozesse der Qualitätssicherung an der Universität in Gesprächen vor Ort beleuchten. Zwischenzeitlich auslaufende Akkreditierungsfristen für einzelne Studiengänge werden bis zum Abschluss des Systemakkreditierungsverfahrens von der Akkreditierungsagentur verlängert.

Für das aktuelle Wintersemester 2011/12 steht bei den Mitarbeiterinnen der Stabsstelle aber neben der Erweiterung der Befragungsinstrumente vor allem die Verständigung mit den Fakultäten und Serviceeinrichtungen der FSU über Anforderungen und Prozesse im Bereich der Qualitätsentwicklung an. In diesem Zusammenhang soll auch ein Satzungsentwurf zu Evaluationsstandards und Verfahren der Qualitätsentwicklung erarbeitet werden. US

Die Mitarbeiterinnen der neuen Stabsstelle, Dr. Antje Wöhl (l.) und Sylvia Lenke, bereiten die Systemakkreditierung der Universität durch die Agentur ACQUIN vor.

Foto: Günther

letzte Änderung:  am 2012-01-23 09:22:51   © FSU Jena nach oben  Seitenanfang