Hortfund von Münchenroda

Schätze aus der Bronzezeit

Archäologische Sammlung zeigt ab 24. April Ausstellung zur Bronzezeit
Hortfund von Münchenroda
Foto: Ivonne Przemuß/FSU
  • Veranstaltung

Meldung vom: 18. April 2019, 11:23 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

„Parallelwelten. Bronzezeit am Mittelmeer und in Mitteldeutschland“, so ist eine kleine, aber feine Ausstellung überschrieben, die am 24. April um 18 Uhr in der Archäologischen Sammlung der Universität Jena (Fürstengraben 25) eröffnet wird. Bis zum 15. Juli werden originale Fundstücke ebenso gezeigt wie kunstvolle Nachbildungen.

„Wir zeigen Funde, die Heinrich Schliemann selbst in Troja ausgegraben hat, und Repliken der Kunstschätze aus den Königsgräbern von Mykene“, sagt Dennis Graen. Der Kustos der Antikensammlungen hat die Schau gemeinsam mit Charalampos Tsochos kuratiert. Ausgestellt werden Tongefäße, Kultgegenstände, Schmuck und bronzezeitliche Waffen aus Griechenland, Troja und Zypern. Im Untergeschoss der Ausstellungsräume wird außerdem der sogenannte Hortfund von Münchenroda gezeigt: Bronzene Gegenstände, die 1885 nahe einer Quelle bei Münchenroda gefunden wurden. „Der Fundort lässt vermuten, dass es sich um Opfergaben handelt“, sagt Dennis Graen. Darunter sind ein bronzenes Schwert samt Scheide, ein Lappenbeil, vermutlich aus Süddeutschland stammend, und verschiedene Schmuckstücke. Außerdem sind Grabungsfunde aus der Region ausgestellt. Sie stammen u. a. vom Jenzig, vom Johannisberg und dem Alten Gleisberg, drei Erhebungen, auf denen bronzezeitliche Burganlagen errichtet worden waren.

Glanzlicht der Ausstellung: Aufwändige Nachbildung der Maske des Agamemnon

Ein Prunkstück der Schau ist die sogenannte Maske des Agamemnon, die Heinrich Schliemann im griechischen Mykene ausgegraben hat. Gezeigt wird jedoch nicht das Original, sondern eine sogenannte Galvanoplastik, eine Nachbildung, die Ende des 19. Jahrhunderts von der Firma WMF hergestellt wurde. Seinerzeit wurden aufwendige Nachbildungen der wertvollen Fundstücke gefertigt und an Liebhaber, Museen und Sammlungen verkauft. In der Antikensammlung der Universität finden sich einige dieser Repliken, sie werden auch in der aktuellen Ausstellung gezeigt.

Für die Schau „Parallelwelten“ haben Tsochos und Graen Leihgaben vom Museum August Kestner in Hannover, von WMF in Geislingen an der Steige, vom Knauf-Museum in Iphofen, vom Universitätsarchiv und aus der Sammlung der Ur- und Frühgeschichte versammelt. Auch ein winziges Papyrus-Fragment mit Versen aus Homers „Ilias“ aus dem 3. Jahrhundert v. Chr., das in der Papyrus-Sammlung der Universität Jena aufbewahrt wird, ist darunter. Informationen zu Schliemann und seinem Nachfolger Wilhelm Dörpfeld erleichtern die Einordnung des Gezeigten.

Geöffnet ist die Ausstellung dienstags von 10 bis 12 Uhr, freitags von 14 bis 16 Uhr, sonntags von 13 bis 15 Uhr und nach Vereinbarung, der Eintritt ist frei. Besucher sind auch zur Langen Nacht der Museen am 24. Mai willkommen.

Kontakt:

Dr. Dennis Graen, PD Dr. Charalampos Tsochos
Institut für Altertumswissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 25
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-44827
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