Joachim Bauer (l.) und Joachim Ott (r.) präsentieren Walter Rosenthal das Büchlein.

Schillertag: Zwischen Tradition und Zukunft

Friedrich-Schiller-Universität Jena würdigt am 28. Juni ihren Namenspatron sowie den Wissenschaftsnachwuchs und veranstaltet Sommerfest / Original von Schillers Antrittsvorlesung erworben.
Joachim Bauer (l.) und Joachim Ott (r.) präsentieren Walter Rosenthal das Büchlein.
Foto: Anna Schroll
  • Veranstaltung

Meldung vom: 21. Juni 2019, 14:17 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt

Titelseite von Schillers Antrittsvorlesung. Titelseite von Schillers Antrittsvorlesung mit dem falschen Titel als „Professor der Geschichte in Jena“. Foto: Anna Schroll

Wie sehr die Friedrich-Schiller-Universität Jena ihrem Namens­patron verbun­den ist, machte heute Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal deutlich. Er präsentierte ge­meinsam mit dem Leiter des Universitätsarchivs Prof. Dr. Joachim Bauer und dem Leiter der Hand­schriftenabteilung der Thüringer Univer­sitäts- und Landesbibliothek (ThULB) Dr. Jo­achim Ott ein gerade erworbenes Exem­plar von Schillers Antrittsvorlesung in der ersten Druckfassung. Damit konnte eine höchst empfindliche Lücke in den Sammlungen der Universität geschlossen wer­den. Inzwischen steht das Buch auch digital zur Verfügung.

Es ist gelungen, den ersten Separatdruck von 1789 der berühmten Jenaer Antrittsvorlesung Friedrich Schillers ,Was heißt und zu welchem Ende studiert man Univer­salgeschichte‘  anti­quarisch zu erwerben“, sagte Walter Rosenthal. „Das Exem­plar ist hervorragend erhalten“, freute sich Joachim Ott über den neuen Schatz in der ThULB.

Streit um den „Professor der Geschichte in Jena“

Die Vorlesung wurde etwa zeitgleich im Weimarer „Teutschen Merkur“ abgedruckt wie auch von der Jenaer Akademischen Buchhandlung als Separatdruck herausgebracht. Auf dessen Titelseite ließ sich Schiller als „Professor der Geschichte in Jena“ titulieren. Doch das Or­dinariat hatte er nicht inne, lediglich eine außerordentliche Professur in den historischen Fächern. Die Verwendung des Titels führte zu erheblichen Kontro­ver­sen in der Philosophischen Fakultät, mit dem für Schiller empörenden Ergebnis, dass der Erstdruck eingezogen wurde. 1790 erschien dann eine zweite Ausgabe mit der korrigierten Angabe „Professor der Philosophie in Jena“. Im Universitätsarchiv liegen die Dokumente die­ses bemerkenswerten Streitfalls, einschließlich des beanstandeten Titelblatts.

Aufgrund dieser Vorgänge ist der Erstdruck von großer Seltenheit. Da er in Jena verboten war, blieb dort kein Exemplar erhalten. Bis dato war das berühmte Werk also ausgerechnet am Ort seiner Entstehung nicht im Erstdruck, sondern nur im korrigierten Zweitdruck vorhan­den. Umso glücklicher ist die Universität nun, in den Besitz dieses zentralen literarischen Zeugnisses ihrer Geschichte gekommen zu sein.

Der höchste Festtag der Universität Jena

Friedrich Schiller ist nicht nur im neuerworbenen Buch und im Namen mit der Universität verbunden. Der alljährliche Schillertag, zu dem die Öffentlichkeit in diesem Jahr am 28. Juni eingeladen ist, ist der höchste Festtag der Jenaer Hochschule. Er verbindet alljährlich Tra­di­tion mit Zukunft. Denn zum Gedenken an die Antrittsvorlesung Friedrich Schillers findet ab 14 Uhr in der Universitätsaula ein Festakt statt, bei dem Prof. Myles W. Jackson, Ph.D. aus Princeton den Festvortrag hält. Er spricht in Anlehnung an Schillers Vorlesung zum Thema: Was heißt und zu welchem Ende studiert man Naturwissenschaftsgeschichte?  

Teil des Festaktes ist auch die universitäre Promotionsfeier. Die frischgeba­cke­nen Dokto­rin­nen und Dok­toren, die in den letzten zwölf Mo­na­ten an der Je­naer Universität ihre Promotion abgeschlossen haben, erhalten feierlich ihre Urkun­den. Zudem werden der Dissertations­för­derpreis des Alumni Jenenses e. V. so­wie die von der Gesellschaft der Freunde und För­derer der Jenaer Universität gesponserten Pro­motionspreise und der Habilitations­preis der Uni­ver­si­tät ver­lie­hen.

Treffen der Freundesgesellschaft, Gottesdienst und Sommerfest

Eingerahmt wird der Schillertag, der von der Gesellschaft der Freunde und För­derer sowie der Gra­duierten-Aka­demie der Uni Jena ausgerichtet wird, von der Mitgliederversammlung der Freundesgesellschaft. Diese beginnt um 11 Uhr im Senatssaal des Universitätshaupt­ge­bäu­des.

Am Nachmittag schließt sich an den Festakt ein ökumenischer Gottesdienst an. Der Berliner und ehemalige Jenaer Kirchenhistoriker Prof. Dr. Dr. h. c. mult. Christoph Markschies wird um 17 Uhr in der Stadtkirche St. Michael die Predigt zum Thema „Des Herren Wort bleibet in Ewigkeit – Predigten zur Barmer Theologi­schen Erklärung“ halten.

Einen feierlich-fröhlichen Ausklang findet der Schillertag mit dem Universitäts-Sommer­fest ab 19.30 Uhr (Einlass 18 Uhr). Unter dem Motto „Zusammen.Wirken“ erwartet die Gäs­te auf dem Areal von Botanischem Garten, Planetarium und Gries­bach­garten ein buntes Programm. Die Karten dafür sind ausverkauft und die Universität weist darauf hin, dass es keine Online-Karten gibt.

Für alle Studierenden der Friedrich-Schiller-Universität ist am 28. Juni ab 13 Uhr Zeit zum Feiern, denn ab dann ist „Dies academicus“ und damit lehrfrei.

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