Dr. Carina Gräf-Giesen und Dr. Fabian Pettig.

Neue Wege in der Lehre

Diesjährige Lehrpreise der Universität Jena gehen an Psychologin und Geographiedidaktiker
Dr. Carina Gräf-Giesen und Dr. Fabian Pettig.
Foto: Anne Günther/FSU
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Meldung vom: 11. Juli 2019, 07:45 Uhr | Verfasser/in: Sebastian Hollstein

Eine Psychologin und ein Geographiedidaktiker sind die diesjährigen Lehrpreisträger der Friedrich-Schiller-Universität Jena – das entschied jetzt das Experten­kollegium der universitätseigenen Akademie für Lehrentwicklung (ALe). Dr. Carina Gräf-Giesen vom Institut für Psychologie wird für ihre Vorlesung „Empirische Forschungsmethoden“ aus­gezeichnet. Dr. Fabian Pettig vom Institut für Geographie erhält die Auszeichnung für das Seminar „Sinn und Unsinn digitaler Lernumgebungen im Geographieunterricht“. Die Lehr­preise der Universität Jena werden mit Unterstützung der Sparkassenstiftung Jena-Saale-Holzland vergeben und sind mit jeweils 2.500 Euro dotiert. Sie werden während des „Dies Legendi“ am 12. November feierlich überreicht.

Wir freuen uns jedes Jahr auf die Vergabesitzung“, sagt die Vizepräsidentin für Studium und Lehre, Prof. Dr Iris Winkler. „Sie macht uns deutlich, wie exzellent und einfallsreich Lehre an der Friedrich-Schiller-Universität ist. Dies wollen wir mit dem Lehrpreis honorie­ren und beim Dies Legendi der interessierten Öffentlichkeit präsen­tieren. Dabei hoffen wir ausdrücklich auf Nachahmungseffekte.“

Witzig, clever, kreativ

Dr. Carina Gräf-Giesen hat für ihre Vorlesung, die sich in erster Linie an Studierende des Bache­lor-Studiengangs Psychologie richtet, eine herausragende Kombination aus verschiedenen Lehrmethoden konzipiert, die das Themengebiet weitaus zugänglicher gestaltet. „Metho­den verbindet man in unserem Fachbereich häufig mit Zahlen, Statistiken und Mathematik – das kann abschreckend wirken. Deshalb habe ich den Schwerpunkt auf die Forschung gelegt“, erklärt die Preisträgerin. „Gerade in der Psychologie gibt es einen wahren Schatz an witzigen, cleveren, kreativen, aber auch erschreckenden Experimenten, anhand derer man den Studierenden sehr gut vermitteln kann, wie Forschung funktioniert.“ Zudem hat Gräf-Giesen durch Live-Demonstrationen versucht, Unterschiede zwischen bestimmten for­schungsmethodischen Vorgehensweisen zu verdeutlichen. Außerdem bezog sie per elek­tronischem Abstimmsystem die Studierenden direkt ein. 

Das Expertenkollegium der ALe sieht das genauso, wie es in seiner Begründung schreibt: „So wird es möglich, schwie­rige und abstrakte Vorlesungsinhalte, die grundlegend für das Studium sind, für Studierende erfahrbar zu machen und damit eine lernrelevante Aktivie­rung der Studie­renden auch im Rahmen einer Großveranstaltung zu erreichen.“ Zudem lasse sich diese Lehrkonzeption gut auf andere Fachbereiche übertragen, bei denen empirische For­schungsmethoden ebenso elementar sind.

Der experimentelle Ansatz Gräf-Giesens kommt im Übrigen auch bei den Studierenden an. „Ich habe diese Vorlesung nun schon zweimal gehalten, in beiden Fällen mit fantastischen Lehr­­evaluationen“, sagt Carina Gräf-Giesen. „Und für den Lehrpreis hat mich der Fachschaftsrat Psychologie vorgeschlagen.

Sinnvoller Medieneinsatz im Geographieunterricht

Diese variable Einsetzbarkeit ist auch eine Stärke des Seminarkonzepts, das den Lehrpreis mit dem Schwerpunkt „Integration des Lehramtsstudiums in die universitäre Lehre“ erhält. „Obgleich wir zurzeit täglich mit Neuigkeiten rund um die Digitalisierung konfrontiert wer­den, fehlt es an vielen Stellen an geeigneten Konzepten, wie mit dieser tiefgreifenden gesell­schaftlichen Transformation in der Schule umzugehen ist“, sagt Preisträger Dr. Fabian Pettig. „Mir ist es wichtig, den zukünftigen Lehrkräften zu vermitteln, dass der Mehr­wert der digitalen Transformation im Bereich Schulbildung nicht in der Digitalisierung an sich liegt. Die Ausbildung einer kritisch-emanzipatorischen Haltung gegenüber den Möglich­keiten und Herausforderungen der Digitalisierung mit Blick auf die Ermöglichung von Bildungsprozessen in der Schule steht daher im Zentrum meiner Lehrveranstaltung.

In Pettigs Seminar erhielten die Studierenden die Gelegenheit, aktuelle fachdidaktische Ansätze zum Einsatz digitaler Medien im Geographieunterricht zur Entwicklung eigener Unterrichtsentwürfe zu nutzen und ihre Überlegungen in der Seminargruppe zur Diskus­sion zu stellen. Dabei setzten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zunächst kritisch mit aktuellen Möglichkeiten der Digitalisierung für den Unterricht auseinander, erarbei­te­ten sich einen Überblick über den geographiedidaktischen Forschungsstand, um dann die Tauglichkeit verschiedener Praxisbeispiele zu analysieren.

Mit dieser Vorgehensweise gelingt auf vorbildliche Weise die didaktische Begründung von Digitalisierungskonzepten“, begründet das Expertenkollegium seine Entscheidung für das Seminar von Fabian Pettig, der parallel zu seiner wissenschaftlichen Arbeit als Lehrer in einer Schule arbeitet. Besonders hervorzuheben ist die Verknüpfung von Wissenschaft und Anwendungsbezug, die auch von den Studierenden sehr positiv aufgenommen wurde: Pettig erarbeitete gemeinsam mit den Lehramtsstudierenden Unterrichtskonzepte, ent­wickelte diese während des Semesters weiter und fängt somit theoretische Ansätze und praktische Ausrichtungen gleichermaßen ein. Am Ende der Lehrveranstaltung fassten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Ergebnisse in einer Kurszeitschrift zusammen.

Weitere Informationen zum Lehrpreis, zu den Preisträgern und den Nominierten sind zu finden unter: https://www.uni-jena.de/ALe_Lehrpreis.html.

Kontakt:

Dr. Katja Hüfner
Akademie für Lehrentwicklung der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Fürstengraben 1
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-31028
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