PD Dr. Andreas Koeberle vom Institut für Pharmazie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Wie aus Naturstoffen neue Medikamente werden

Biochemiker erhält Forschungspreis des Europäischen Verbandes der Medizinischen Chemie
PD Dr. Andreas Koeberle vom Institut für Pharmazie der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Foto: Anne Günther/FSU
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Meldung vom: 03. September 2019, 09:11 Uhr | Verfasser/in: Ute Schönfelder

PD Dr. Andreas Koeberle von der Friedrich-Schiller-Universität Jena wird von der European Federation for Medicinal Chemistry (EFMC) mit einem Forschungspreis ausgezeichnet. Der Biochemiker vom Lehrstuhl für Pharmazeutische und Medizinische Chemie wird als bester Nachwuchschemiker im akademischen Bereich geehrt. Der mit 1.000 Euro dotierte Preis wird morgen (4. September) während eines internationalen Symposiums der EFMC in Athen verliehen.

Mit dem Preis würdigt der Fachverband Koeberles Forschungsarbeiten zur Aufklärung molekularer Wirkmechanismen von Naturstoffen sowie zellulärer Signalwege von Lipiden (Fetten). Der 38-Jährige gehört zu den führenden Wissenschaftlern, die das noch junge Gebiet der funktionellen Lipidomics bearbeiten – mit dem Ziel, molekulare Mechanismen von Krankheiten wie Entzündungen besser zu verstehen und effektiver behandeln zu können.

Stoffwechselprodukt von Vitamin E als neuartiger Wirkstoff gegen Entzündungen

Während des Symposiums in Athen präsentiert Koeberle seine aktuellsten Forschungsergebnisse zur Wirkungsweise von Vitamin E und seiner Stoffwechselprodukte. „Für Vitamin E in der empfohlenen Tagesdosis werden seit langem gesundheitsfördernde Effekte beobachtet, die vor allem auf eine Hemmung von Alterungs- und Verschleißerscheinungen zurückzuführen sind“, sagt Dr. Koeberle. Welche molekularen Prozesse dabei im Detail in den Zellen ablaufen, war bis vor kurzem jedoch erst unzureichend untersucht. Andreas Koeberle und sein Team haben nun herausgefunden, dass beispielsweise die entzündungsregulierende Wirkung von Vitamin E auf die Bildung eines bestimmten Stoffwechselproduktes zurückzuführen ist und wollen diese Erkenntnis nutzen, um neue Medikamente zu entwickeln, die sowohl anti-entzündlich als auch entzündungsauflösend wirken.

Seine innovativen Projekte bringen dabei nicht nur die pharmazeutische Forschung insgesamt voran. Auch die Wissenschaftskarriere von Andreas Koeberle nimmt einen erfolgreichen Verlauf. Nachdem er in den vergangenen acht Jahren am Jenaer Institut für Pharmazie als Postdoktorand geforscht und eine Nachwuchsgruppe aufgebaut hat, macht er nun den nächsten Karriereschritt: Zum 1. Oktober wechselt Andreas Koeberle als Professor für Pflanzliche Wirkstoffforschung an das Michael Popp-Forschungsinstitut der Universität Innsbruck.

Weitere Informationen zum EFMC-Preis sind zu finden unter: www.efmc.info.

Kontakt:

PD Dr. Andreas Koeberle
Institut für Pharmazie der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Philosophenweg 14
07743 Jena
Telefon
+49 3641 9-49815
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