Petra Frehe-Halliwell

Zwei Fächer, eine Einheit

Petra Frehe-Halliwell ist neue Professorin für Wirtschaftspädagogik
Petra Frehe-Halliwell
Foto: Anne Günther/FSU
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Meldung vom: 25. September 2019, 07:45 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

„Das Spannende an meiner Arbeit ist das Wandeln zwischen den Disziplinen, die Verbindung von Wirtschaft und Pädagogik“, sagt Petra Frehe-Halliwell. Es gebe sehr vielfältige Forschungsfelder, die zu beackern sich lohne, so die 38-jährige Wissenschaftlerin, die neu auf den Lehrstuhl für Wirtschaftspädagogik der Friedrich-Schiller-Universität Jena berufen wurde.

Reizvoll sei für sie ebenfalls die Verzahnung von Theorie und Praxis – eine Verzahnung, die Petra Frehe-Halliwell in ihrer Biografie vorgelebt hat. Aus einer Familie mit landwirtschaftlichem Betrieb stammend, war sie die Erste, die das Abitur ablegte. Daran schloss sich – dem elterlichen Rat folgend – eine Lehre zur Bankkauffrau bei der Sparkasse an. In dieser Zeit reifte der Gedanke, Wirtschaftspädagogik in Paderborn zu studieren.

„Als studentische Hilfskraft arbeitete ich an interessanten Forschungsprojekten mit“, sagt Frehe-Halliwell. Am Ende stand die Dissertation: „Auf dem Weg zu einer entwicklungsförderlichen Didaktik am Übergang Schule-Beruf“. Die Forschungsschwerpunkte der jungen Wissenschaftlerin waren schon damals Inklusion, Integration und individuelle Förderung. Daran hat sich bis heute nichts geändert.

Besser Stärken hervorheben als Schwächen betonen

„Aktuell beschäftige ich mich mit den Problemen von Jugendlichen in der Berufs- und Ausbildungsvorbereitung“, sagt Frehe-Halliwell. Es gehe dabei um eine Gruppe von stark benachteiligten jungen Menschen, denen kaum Chancen auf dem ersten Arbeitsmarkt eingeräumt werden. Sei es wegen fehlender Zeugnisse, familiärer Probleme oder schlechter Sprachkenntnisse. Hier gelte es, die Stärken hervorzuheben und nicht immer die Defizite zu betonen, sagt Prof. Frehe-Halliwell: „Die Herangehensweise muss potenzial-orientiert sein: Jeder hat doch individuelle Stärken!“ Dieser Befund gelte auch im Zusammenhang mit der Integration von Flüchtlingen.

Die Ausrichtung der eigenen Forschungsthemen an der konkreten Praxis färbt bei Petra Frehe-Halliwell auch auf die Lehre ab: „Meine Studierenden sollen eine forschende Haltung einnehmen, schon wenn sie Praktika absolvieren.“ Heißt konkret, wenn sie etwa in einer Berufsschule hospitieren und feststellen, dass immerfort der Unterricht gestört wird, sollen sie analysieren, weshalb es laut ist und wann es laut ist. Das Ziel sei es, aus der Analyse der Situation Lösungsansätze zu entwickeln, eigene Ideen zu kreieren.

Petra Frehe-Halliwell stammt aus Ibbenbüren. Die 38-jährige Professorin ist verheiratet, als Freizeitbeschäftigungen nennt sie Lesen und Reisen. Früher habe sie noch Handball gespielt, doch dazu fehle jetzt die Zeit.

Die eigene Arbeit kritisch zu hinterfragen, das habe sie schon während ihrer Lehre zur Bankkauffrau gelernt, sagt Prof. Frehe-Halliwell. Von den Erfahrungen zehre sie bis heute. So falle es ihr leicht, beispielsweise ihre eigene Lehrtätigkeit auf den Prüfstand zu stellen und sogar zum Gegenstand der eigenen Forschung zu machen. Das Wandeln zwischen den Disziplinen bringe auch hier neue Erkenntnisse.

Kontakt:

Petra Frehe-Halliwell, Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-43330
Fax
+49 3641 9-43332
Raum 4.142
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
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