Prof. Dr. Rolf Beutel

Käfer-Geheimnisse ergründet

Rolf Beutel erhält den Ernst-Jünger-Preis für Entomologie
Prof. Dr. Rolf Beutel
Foto: Anne Günther/FSU
  • Preise & Personalia

Meldung vom: 26. September 2019, 08:42 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

Prof. Dr. Rolf Beutel von der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält am 27. September in Stuttgart den Ernst-Jünger-Preis für Entomologie. Verliehen wird die mit 5.000 Euro dotierte Auszeichnung im Staatlichen Museum für Naturkunde Stuttgart, Museum am Löwentor.

In der Begründung für die Preisverleihung heißt es, Rolf Beutel sei ein weltweit aner­kannter Wissenschaftler, der als Morphologe und Evolutionsbiologe die Stammes­geschichte der Insekten, insbesondere der Käfer, erforscht. Beutel habe über 250 wissenschaftliche Publikationen und ein Lehrbuch der Entomologie veröffentlicht. Zudem habe der Wissenschaftler von der Universität Jena vier Bände der Reihe „Handbuch der Zoologie“ herausgegeben. Beutel, der mit modernen Methoden wie der Computertomo­graphie arbeitet, habe maßgeblich dazu beigetragen, die Stammesgeschichte und höhere Systematik der Insekten aufzuklären.

Verbindung zu Ernst Jünger

Durch diese Würdigung meines Lebenswerkes fühle ich mich sehr geehrt“, sagt Rolf Beutel. Es gebe sogar eine kleine Verbindung zu Ernst Jünger, nach dem der Preis benannt wurde. Er habe dem fast hundertjährigen Jünger 1996 seine Habilitationsschrift zu Über­gängen zum Wasserleben bei Käfern geschickt. Der greise Jünger habe ihm „huldvoll“ geantwortet: „Wir jagen beide in der Omophron-Zone“. Der Grundkäfer (Omophron) sei ein seltener, ungewöhnlich hübscher Laufkäfer, der im Uferbereich von Gewässern lebt. Ernst Jünger habe die Suche nach dem Käfer in seinem Werk „Subtile Jagden“ beschrieben.

Zur Preisverleihung im Staatlichen Museum für Naturkunde in Stuttgart, Museum am Löwentor, spricht dessen Direktorin Prof. Dr. Johanna Eder. Die Laudatio auf den Preis­träger hält Dr. Arnold Staniczek vom Museum. Im Anschluss spricht Rolf Beutel über seine Laufbahn, Weggefährten, und über die „Evolution der Insektensystematik“.

Der Schriftsteller Ernst Jünger (1895-1998) wurde weithin bekannt durch sein umstritte­nes Erstlingswerk „In Stahlgewittern“, das 1920 erschien und seine Erlebnisse im Ersten Weltkrieg beschreibt. Als hochdekorierter Offizier wurde er intensiv von den Nationalso­zialisten umworben, hat sich ihnen aber konsequent verweigert und sich später zu einem Pazifisten und entschiedenen Demokraten gewandelt. Seit früher Jugend sammelte Ernst Jünger Käfer und hat eine bedeutende Privatsammlung angelegt. Seine entomologische Passion beschrieb er in dem Band „Subtile Jagden“, der 1967 erschien.

Der Ernst-Jünger-Preis für Entomologie wurde vom Land Baden-Württemberg im Jahr 1985 aus Anlass des 90. Geburtstages Ernst Jüngers gestiftet. Er wird im dreijährlichen Rhythmus an Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen vergeben, die mit heraus­ragen­den Arbeiten auf dem Gebiet der Entomologie hervorgetreten sind.

Kontakt:

Rolf Beutel, Univ.-Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-49153
Fax
+49 3641 9-49142
Erbertstraße 1
07743 Jena
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