Ein Auszug aus dem Bildindex zur Politischen Ikonographie des Warburg-Hauses.

„Bildindex zur Politischen Ikonographie“ wird digital

Universitätsbibliothek an neuem Kooperationsprojekt beteiligt
Ein Auszug aus dem Bildindex zur Politischen Ikonographie des Warburg-Hauses.
Foto: UHH, RRZ/MCC, Mentz.
  • Forschung

Meldung vom: 20. November 2019, 13:10 Uhr | Verfasser/in: Anna Maria Priebe

Bilder haben Macht – nicht zuletzt in der Politik. Der „Bildindex zur Politischen Ikonographie“ im Warburg-Haus in Hamburg umfasst mehr als 200.000 Bilder aus den Bereichen Politik und Sozialgeschichte. Ein Kooperationsprojekt zur Digitalisierung dieses Bestandes fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft nun mit mehr als 500.000 Euro für eine Laufzeit von 30 Monaten.

Ziel ist es, den „Bildindex zur Politischen Ikonographie digital in einem eigenen Internetportal der Forschung, der Lehre und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Geleitet wird das Projekt, das im Frühjahr 2020 startet, von der Universität Hamburg, dem Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg/Philipps-Universität Marburg und der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena. Die Einrichtungen entwickeln gemeinsam eine maßgeschneiderte Datenbankstruktur, die den Bildindex in seinen komplexen Bezügen digital abbilden wird.

Die politische Bedeutung von Bildern

Der vom Hamburger Kunsthistoriker Martin Warnke angelegte Bildindex ist mit seiner Vielzahl – vor allem auch rarer – Bildbelege ein zentrales Instrument der aktuellen Forschung zur politischen Bedeutung von Bildern. Der im Warburg-Haus aufbewahrte Index umfasst 200.000 Karten mit Fotos, Ausschnitten und Drucken sowie den dazugehörigen Informationen. Die Systematik, die an der Forschungsstelle Politische Ikonographie entwickelt wurde, umfasst circa 125 Ober- und etwa 900 Unterkategorien aus den Bereichen Politik und Sozialgeschichte, aber auch spezifische Forschungsgegenstände, wie beispielsweise Herrscherikonographie, Bildfunktionen sowie die Verbildlichungen von Freiheit, Demokratie und politischen Grundbegriffen.

Eine Herausforderung der Digitalversion wird es sein, die vielfältigen visuellen Bezüge des Index für ein zukunftsträchtiges Arbeitsinstrument zu nutzen, Warnke auf den Schultern Warburgs sozusagen“, erklärt Prof. Dr. Uwe Fleckner, Professor für Kunstgeschichte an der Universität Hamburg und Leiter des Warburg-Hauses. „Wir wollen den Index in seiner Komplexität für die internationale Forschung digital abruf- und nutzbar machen“, ergänzt Prof. Dr. Hubert Locher, Direktor des Deutschen Dokumentationszentrums für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg.

Der Bildindex steht in der Tradition der Kulturwissenschaftlichen Bibliothek (K.B.W.) Aby Warburgs (1866-1929). Bis zum Gang ins Exil nach London im Jahr 1933 bestand in der K.B.W bereits ein Archiv zur politischen Propaganda des Ersten Weltkriegs. Martin Warnke verfolgte die Idee zur Anlage eines Index zur politischen Ikonographie bereits während seiner Zeit als Professor für Kunstgeschichte an der Philipps-Universität Marburg seit 1971. Ab 1978 legte er als Professor am Kunstgeschichtlichen Institut der Universität Hamburg den Bildindex zunächst als Sonderbestand der dortigen Diathek an. 1991 konnte der Bildindex mit Unterstützung der DFG zu einem eigenen Forschungsbereich ausgebaut werden. Jetzt unterstützt die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena mit ihrer Digitalisierungsexpertise die Weiterentwicklung.

Kontakt (in Jena):

Michael Lörzer
Telefon
+49 3641 9-404020
Fax
+49 3641 9-40022
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Raum 2.13
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
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