Die Plakate informieren u. a. über den Anteil der internationalen Beschäftigten in Thüringen.

Mit Zahlen und Fakten für ein weltoffenes Miteinander

Plakatkampagne zum Thema Fachkräftemangel begegnet Vorurteilen mit fundierten Informationen
Die Plakate informieren u. a. über den Anteil der internationalen Beschäftigten in Thüringen.
Foto: das creative auge
  • Forschung

Meldung vom: 23. Dezember 2019, 07:58 Uhr | Verfasser/in: Till Bayer

Der Fachkräftemangel in Thüringen verschärft sich weiter. Die Zeiträume, in denen offene Stellen unbesetzt bleiben, sind im Freistaat inzwischen weit größer als im Bundesdurchschnitt. Um zukunftsfähig zu bleiben, sind Unternehmen darauf angewiesen internationale Arbeitskräfte anzuwerben – jedoch stoßen diese Beschäftigten in der Bevölkerung nicht nur auf Zustimmung. Mit der Kampagne "Weltoffen miteinander arbeiten. In Thüringen" will ein gleichnamiges Forschungsprojekt der Friedrich-Schiller-Universität Jena dazu beitragen, Vorurteile gegenüber internationalen Fachkräften abzubauen. Im Rahmen der Kampagne, die am 17. Dezember begonnen hat, werden derzeit auf großflächigen Plakaten und "Citycards" im Raum Altenburg/Gera Zahlen und Fakten zum Fachkräftemangel in Thüringen präsentiert. Forscherinnen und Forscher vom Projektteil Interkulturelle Wirtschaftskommunikation organisieren die Aktion und begleiten sie mit wissenschaftlichen Befragungen.

Verzerrte Wahrnehmung gegenüber internationalen Fachkräften

"Hinsichtlich der Situation internationaler Fachkräfte entspricht die Wahrnehmung in der Thüringer Bevölkerung häufig nicht der tatsächlichen Faktenlage", sagt Prof. Dr. Jürgen Bolten vom Bereich für Inter­kul­turelle Wirtschaftskommunikation der Universität Jena. "So wird teilweise angenommen, dass über 70 Prozent der Zugewanderten arbeitslos sind, doch in Wirklichkeit liegt diese Quote bei nur 15 Prozent." Bolten leitet das Projekt gemeinsam mit der Finanzwissenschaftlerin Prof. Dr. Silke Übelmesser und dem Wirtschaftsgeographen Prof. Dr. Sebastian Henn von der Universität Jena. Das Team möchte – auch vor dem Hintergrund der allgemeinen de­mo­graphischen Entwicklung Thüringens – den Vorurteilen mit fundierten Informationen begegnen. Auf diese Weise wollen sie die Bedingungen für ein weltoffenes Miteinander in der Arbeitswelt verbessern. "Im März 2020 tritt ein neues Fach­kräfteeinwanderungsgesetz in Kraft und viele qualifizierte Arbeitskräfte werden aus dem Aus­land nach Thüringen kommen", erläutert Bolten. "Aus wirtschaftlicher und gesell­schaft­licher Sicht ist es entscheidend, dass sich diese Menschen hier heimisch fühlen und bleiben wollen."


Plakat der Kampagne "Weltoffen miteinander arbeiten. In Thüringen" Foto: das creative auge

Mögliche Ausweitung der Kampagne auf weitere Regionen in Thüringen

Das Konzept für die Kampagne basiert auf Erhebungen in Thüringer Betrieben und in der Be­völkerung sowie auf soziokommunikativen Analysen. Mit diesen Maßnahmen hatten die Jenaer Forschenden im Vorfeld nach ökonomischen und nichtökonomischen Gründen für Vorbehalte gegenüber Immigration gesucht. Im Zuge der zweiten Phase der Kampag­ne, die bereits für Februar 2020 geplant ist, wird die Plakataktion vermutlich auf weitere Regionen in Thüringen ausgeweitet und durch zusätzliche Medien wie Radio- und Fernsehspots ergänzt. Ab 2020 wird es außerdem ein Angebot für Thüringer Unternehmen geben, das Methoden zur Organisations- und Personalentwicklung vermittelt. Diese Methoden sollen den Unterneh­men dabei helfen, qualifizierte internationale Fachkräfte langfristig zu binden.

Alle Maßnahmen werden im Rahmen des gleichnamigen Forschungsprojekts Weltoffen miteinander arbeiten. In Thüringen durchgeführt. Das Projekt läuft im Zeitraum von 2019 bis 2021. Es wird mit 1,6 Mio. Euro vom Land Thüringen und dem Europäischen Sozial­fonds gefördert.

Kontakt:

Jürgen Bolten, Univ.-Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-44371
Fax
+49 3641 9-44372
Raum 501
Ernst-Abbe-Platz 8
07743 Jena
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