Das Förderprogramm ermöglicht Medizinern eine intensive Forschungszeit.

Sprungbrett für forschende Ärzte

Else Kröner-Forschungskolleg „Altern und Krankheit: Translationale Analyse von therapeutischen Interventionen (AntiAge)“ wird mit einer Million Euro weitere drei Jahre gefördert
Das Förderprogramm ermöglicht Medizinern eine intensive Forschungszeit.
Foto: Michael Szabó/UKJ
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Meldung vom: 17. Februar 2020, 09:45 Uhr | Verfasser/in: Anke Schleenvoigt

Im klinischen Alltag führt der demographische Wandel zu einem stetigen Anstieg älterer Patienten, die oft altersbedingte Erkrankungen mehrerer Organsysteme vorweisen. Um diese Patientengruppe fachgerecht behandeln zu können, braucht es forschende Ärzte – sogenannte Clinician Scientists – aus verschiedenen Fachgebieten, die Patienten nicht nur praktisch behandeln, sondern sich auch wissenschaftlichen Fragestellungen zuwenden können. Mit dem Else Kröner-Forschungskolleg (EKFK) AntiAge sollen Ärzte durch ein Qualifikationsprogramm auf diese anspruchsvolle klinisch-wissenschaftliche Tätigkeit vorbereitet werden und Karriereperspektiven in der universitären Altersmedizin vermittelt bekommen.

Das von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung mit einer Million Euro bewilligte Forschungskolleg wurde 2017 als ein Instrument der Exzellenz- und Nachwuchsförderung für Clinician Scientists am UKJ etabliert. Nun wurde eine zweite Laufzeit von weiteren drei Jahren bewilligt, die die Stiftung erneut mit einer Million Euro fördert. Das wissenschaftliche und strukturelle Konzept für die angestrebte Verlängerungsphase, die mündlichen Projektvorstellungen der Kollegiaten sowie das hohe Engagement aller Beteiligten am Kolleg konnten überzeugen. Derzeit werden sieben Mediziner sowie drei assoziierte Wissenschaftlerinnen aus sechs verschiedenen Kliniken und Instituten des UKJ gefördert. Sie haben die Möglichkeit, ihre eigene Forschungsarbeit innerhalb von drei Jahren voranzubringen.

Neue Diagnostik und Therapien für altersbedingte Störungen

Das Forschungskolleg bietet durch das gemeinsame Forschungsumfeld der translationalen Altersmedizin die einzigartige Möglichkeit, in einem interdisziplinären Team altersbedingte Störungen der Zell- und Gewebefunktion in verschiedenen Organsystemen wie Gehirn, Blut, Leber, Gefäßen und Knochen zu untersuchen und mittels geeigneter therapeutischer Interventionen entgegenzuwirken. Neue, altersrelevante Diagnostik- und Therapiemethoden können so wissenschaftlich erarbeitet und erprobt werden und schließlich durch den Transfer in die klinische Anwendung zu einer besseren Versorgung der Patienten beitragen.

Der strukturelle Rahmen des Kollegs umfasst neben der finanziellen Unterstützung eine 18-monatige Forschungszeit, in der die Clinician Scientists von ihren ärztlichen Aufgaben befreit sind. Weiterhin rundet ein Qualifikationsprogramm bestehend aus Mentoring-Konzept, methodisch-fachlichen Kursen und bedarfsorientiertem Angebot zu überfachlichen Kompetenzen das Ausbildungskonzept ab. Austausch und Netzwerkbildung werden im EKFK AntiAge großgeschrieben: So können im Rahmen der Vortragsreihe „Else Kröner-Forschungskolleg Kolloquium“ oder dem „Seminars on Research in Healthy Ageing“ in Kooperation mit dem Jena Zentrum für Gesundes Altern (ZGA) geeignete Referenten eingeladen werden. Der Besuch von Fachtagungen oder die Rotation in ein Partnerlabor zum Erlernen neuer Techniken wird ausdrücklich unterstützt. Auch die Vernetzung zu Clinician Scientists anderer Standorte wird gefördert. Ein Alleinstellungsmerkmal des EKFK AntiAge ist die thematische und inhaltliche Verzahnung mit dem 2018 bewilligten Else Kröner-Promotionskolleg Jena School for Ageing Medicine (JSAM). Dieses richtet sich an Studierende der Human- und Zahnmedizin, die im Rahmen eines strukturierten Promotionsprogramms eine Promotion in der Altersforschung anstreben. Die EKFK-Kollegiaten betreuen dabei als Mentoren die JSAM-Promovierenden und führen so den wissenschaftlichen Nachwuchs an die Altersmedizin heran.

Inhaltlich soll das Programm in der zweiten Förderperiode bisher noch nicht berücksichtigte Organsysteme untersuchen. Strukturell wird es als Advanced Clinician Scientist-Programm forschungserfahrene Fachärzte auf dem Weg zur Habilitation unterstützen. Nach Durchlauf eines kompetitiven Bewerbungsverfahrens können bis zu acht exzellente Kandidaten gefördert werden.

Kontakt:

Otto W. Witte, Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-396760
Am Klinikum 1
07747 Jena
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