Das Universitätsklinikum Jena.

COVID-19: Studie zur Therapie der schweren Entzündungsreaktion

Klinikum leitet multizentrische klinische Studie, die einen Ansatz aus der Leukämieforschung als Behandlung von COVID-19 testet
Das Universitätsklinikum Jena.
Foto: Anna Schroll/UKJ
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Meldung vom: 12. Mai 2020, 13:07 Uhr | Verfasser/in: Uta von der Gönna

Zur Bekämpfung der Lungenkrankheit COVID-19, die von dem neuartigen Coronavirus Sars-CoV-2 verursacht wird, erforschen Wissenschaft und Medizin weltweit Strategien, um Infektionen zu verhindern, die Vermehrung des Virus zu hemmen und die Symptome bei schweren Erkrankungen zu behandeln. Bei einem kleinen Teil der Patienten verläuft die Krankheit mit ausgeprägten, den gesamten Körper erfassenden Entzündungssymptomen und einer in der Folge auftretenden Lungenschädigung.

Erfahrungen mit der Behandlung von Leukämien sollen helfen

In Kooperation mit Professor Paul Graf La Rosée, Direktor der Klinik für Innere Medizin II am Schwarzwald-Baar-Klinikum Villingen-Schwenningen, initiierten Hämatologen des Universitätsklinikums Jena (UKJ) jetzt eine multizentrische klinische Studie, die einen Therapieansatz gegen die überschießende Entzündungsreaktion testet. Dabei greifen sie auf Erfahrungen von der Behandlung leukämie-ähnlicher Erkrankungen zurück, bei der regulierend in das Immunsystem eingegriffen wird. „Durch JAK-Inhibitoren konnte bei den myeloproliferativen Neoplasien eine Verbesserung der hämatologischen Parameter, eine Reduktion der Milzgröße und insbesondere eine Verbesserung der Allgemeinsymptome erreicht werden“, so Studienleiter Professor Andreas Hochhaus, Klinik für Innere Medizin II am Universitätsklinikum Jena. JAK-Inhibitoren hemmen das Enzym Januskinase, das als ein zentraler Signalvermittler in den Zellen über die Aussendung von Botenstoffen Entzündungssignale gibt, die zu generalisierten Symptomen führen.

Gemeinsam mit Infektiologen und Intensivmedizinern wollen die Leukämiespezialisten nun testen, ob auch COVID-19-Patienten mit ähnlicher Symptomatik von der Behandlung mit den JAK-Inhibitoren profitieren. Andreas Hochhaus ist sich sicher: „Dieser Therapieansatz belegt die enge Verbindung der Leukämieforschung mit den aktuellen Optionen zur Therapie von Infektionskrankheiten.“ Die Studie, an der insgesamt 200 Patienten teilnehmen sollen,  wird an sechs Zentren in Deutschland durchgeführt.

Weitere Informationen im Studienregister: NCT04338958

Kontakt:

Andreas Hochhaus, Prof. Dr.
Klinik für Innere Medizin II, Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07747 Jena
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