Überflutete Straße nach einem Hurricane in Florida.

Das passende Studium zur Krise

Neuer Masterstudiengang „International Organisations and Crisis Management“ an der Universität Jena
Überflutete Straße nach einem Hurricane in Florida.
Foto: FotoKina/Shutterstock
  • Studium & Lehre

Meldung vom: 22. Mai 2020, 10:46 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

Eurokrise, Flüchtlingskrise, Krim- und Ukraine-Krise und nun Covid-19. Krisen und krisenhafte Ereignisse gehören zum menschlichen Leben. Heute wie einst. In der Frühen Neuzeit verbreitete die Pest in Europa Angst und Schrecken – weite Land­striche wurden während der Epidemie entvölkert. Heute hält beinahe die ganze Welt wegen Covid-19 den Atem an, zugleich verwüsten Heuschreckenschwärme weite Teile Ostafrikas und rufen dort eine Hungerkrise hervor. Auch Terroranschläge und kriege­rische Auseinandersetzungen sind grausamer Alltag in vielen Teilen der Welt.

Nach der Krise ist vor der Krise

Nach der Krise ist vor der Krise. Die Frage steht, was Krisen gemeinsam haben und wie wir ihnen begegnen können“, sagt Prof. Dr. Rafael Biermann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Der Politikwissenschaftler hat gemeinsam mit seinem Kollegen Prof. Dr. Christian Kreuder-Sonnen einen neuen Masterstudiengang konzipiert. Vom Winterse­mester 2020/21 an sind Studierende aus Deutschland und der ganzen Welt eingeladen, in Jena „International Organisations and Crisis Management en“ zu studieren. Wie Prof. Kreu­der-Sonnen erläutert, werde besonders die Arbeit internationaler Regierungs- aber auch Nichtregierungsorganisationen untersucht, denn Krisen machen nicht vor Ländergrenzen Halt. Im Fokus stehen Organisationen wie das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Natio­nen, die Weltgesundheitsorganisation, das Internationale Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen. Der neue Studiengang ist international und englischsprachig konzipiert. Vier Semester lang können Studierende aus allen Ländern der Welt und unterschiedlichen Kulturen gemeinsam Krisen aus ihrer je eigenen Perspektive studieren.

Wir bedenken die Möglichkeiten und Grenzen internationalen Krisenhandelns ebenso wie die Versuchungen zum nationalen Alleingang und die Notwendigkeiten internationaler Koordination“, sagt Prof. Kreuder-Sonnen. Bedacht würden zudem die Legitimitätskrisen, in die Organisationen selbst geraten, wenn sie einer Krise nicht gerecht werden und reformiert werden müssen.

Pflichtsemester im Ausland

Der neue Studiengang „International Organisations and Crisis Management“ sieht ein Pflichtsemester im Ausland vor – an Universitäten wie Birmingham, Haifa oder Rhodes Island, wo ebenfalls Krisen und Organisationen studiert werden können. Vorgesehen sind zudem Seminare mit Praktikern ebenso wie Exkursionen zum Sitz internationaler Organi­sationen in Europa oder Praktika in Organisationen, Ministerien oder „Denkfabriken“. Eine regelmäßige Sommerschule wird sich diversen Krisenszenarien widmen.

Mit dem neuen Studiengang möchte das Institut für Politikwissenschaft der Uni Jena dazu beitragen, Erfahrungen wie die Corona-Krise langfristig zu bewahren und zu reflektieren, außerdem Experten mit breitem Krisenwissen für internationale Organisationen, nationale Verwaltungen, für Medien, Industrie und Wissenschaft auszubilden.

Internationale Studierende können sich bis zum 31. Juli bewerben, für Bewerbungen aus Deutschland endet die Frist am 15. September. Für Studieninteressierte mit formalen Fragen zum Bewerbungsprozess gibt das Master-Service-Zentrum Hilfe unter: master@uni-jena.de. Inhaltliche Fragen zum neuen Studiengang beantwortet der Studienberater unter: study-advisor.iocm@uni-jena.de.

Kontakt:

Rafael Biermann, Univ.-Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-45411
Fax
+49 3641 9-45412
Sprechzeiten:
Nach Vereinbarung
Raum 435
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
Christian Kreuder-Sonnen, Prof. Dr.
Juniorprofessor
Telefon
+49 3641 9-45406
Fax
+49 3641 9-45494
Sprechzeiten:
Anmeldung per Email an sekretariat.io@uni-jena.de unter Angabe Ihres Skype-Namens.
Raum 449/50
Carl-Zeiß-Straße 3
07743 Jena
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