Die europäische Universität wird nicht nur den Jenaer Markt, sondern die ganze Region einbeziehen.

Der Europäische Campus der Stadt-Universitäten kommt

Universität Jena siegt im Wettbewerb der EU und gehört zu den Gründern einer europäischen Universität
Die europäische Universität wird nicht nur den Jenaer Markt, sondern die ganze Region einbeziehen.
Foto: Jürgen Scheere (Universität Jena)
  • Internationales

Meldung vom: 09. Juli 2020, 16:24 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt

Die Internationalität der Friedrich-Schiller-Universität Jena erhält einen weite­ren Schub. Sie gehört zu den Universitäten, die von der EU-Kommis­sion ausgewählt worden sind, eine „Europäische Hochschule“ mitzubegründen. Die Kommission hat heute die Ge­win­ner der zweiten Pilotrunde ihres Wettbewerbs „Europäische Hochschulen“ bekanntgegeben. Aus den 62 eingegangenen Bewerbungen wurden von der EU 24 Europäische Hochschulal­lianzen ausgewählt, an denen 165 Hochschulen aus 26 Ländern beteiligt sind. Darunter be­finden sich 20 deutsche, die an 18 der insgesamt 24 Netzwerke mitwirken. Die Hochschul­allianzen werden für drei Jahre mit bis zu 5 Mio. Euro gefördert.

Die Friedrich-Schiller-Universität bildet die Allianz „Europäischer Campus der Stadt-Uni­versitäten“ gemeinsam mit den Universitäten in Coimbra (Portugal), Alexandru Ioan Cuza in Iasi (Rumänien), Pavia (Italien), Poitiers (Frankreich), Salamanca (Spanien) und Turku (Finnland). Jenas Uni-Präsident Prof. Dr. Walter Rosenthal freut sich über den Erfolg: „Die Universität Jena setzt in Forschung und Lehre stark auf internationale Kooperationen. Sie hat ihr weltumspannendes Netzwerk mit renommierten Forschungsinstituten und Universitäten in den vergangenen Jahren nochmal massiv ausgebaut.“ Die neue Hochschulallianz führe diese Bestrebungen weiter. Und dies sei wichtig, betont Rosenthal, denn „Wissenschaft lebt vom Austausch und ist nur als Bestand­teil des weltweiten Wissensflusses in der Lage, Antworten auf globale Fragen zu finden. Krank­heiten wie Corona aber auch die Klimakrise sind beispielhafte globale Herausforde­rungen, die nur durch gemeinsame Forschung und den Austausch von Wissen bewältigt werden können.“ 

Die europäische Identität und unsere gemeinsamen Werte dabei zu stärken, ist für uns bereits ein Wert an sich.

Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Campus ohne Grenzen

Ziel der Allianz EC2U (European Campus of City-Universities) ist es beispielsweise, neue Modelle bei gemeinsamen Studiengängen und Abschlüssen zu erproben. Eine Heraus­for­derung besteht darin, die bestehende Vielfalt zu fördern und sichtbar zu machen und zu­gleich Prozesse zu vereinheitlichen. „Hier ist dann letztlich aber auch die Politik gefordert, die rechtlichen Rahmenbedingungen innerhalb der EU so zu gestalten, dass von einem gemein­sa­men Campus ohne Grenzen geredet werden kann“, mahnt Rosenthal.

„Science with and for Society“

In EC2U werden die Regionen und Städte mitgedacht und integriert. Unter dem Titel „Science with and for Society“ wurde ein Maßnahmenpaket entwickelt, das Wissenschaftler, Studie­rende und Bürger sowie Akteure aus Wirtschaft, Schulen, Politik verbindet, deren Input auf­nimmt, sie informiert, beteiligt und gemeinsame Projekte gestaltet. „Wir haben übrigens be­reits gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Städten“, so Rosenthal. „Un­sere Universi­tät hat gemeinsam mit der Stadt Jena 2016 die Poitiers Declaration unter­zeich­net, in der eine Vielzahl von Unis und ihre Städte bzw. Regionen sich zur Zusammenarbeit verpflichten, da­runter die Städte unserer Partner in der Allianz.“

Die Themen der Allianz sind greifbar: „In der Zusammenarbeit mit der Wirtschaft wollen wir im europäischen Kontext den Berufseinstieg von Absolventen fördern und Gründungen un­terstützen. Gemeinsam mit den Schulen schicken wir Lehramtskandidaten im Praxisse­mes­ter in unsere europäischen Partnerstädte. Bürgerinnen und Bürger kommen mit Wissen­schaft­lerinnen und Wissenschaftlern und Studierenden in Think Tanks zusammen, um ge­meinsam über europäische Probleme nachzudenken“, nennt die Leiterin des Internationalen Büros der Universität Dr. Claudia Hillinger einige Bei­spiele.

Die Europäi­sche Universität wird unsere Stärken international noch sichtbarer machen.

Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena

Nicht zuletzt profitieren die Studierenden der Jenaer Universität vom neuen europäischen Verbund. „Unser Angebot an attraktiven Studienangeboten wird mit komplementären Mo­dulen im Ausland ergänzt. Diese sind als Austausch oder mit Abschluss studierbar. Wir stärken damit zum einen unser Profil als Studienstandort, zum anderen aber auch die interkul­tu­relle Kompetenz der Studierenden. Die Auslandserfahrung, die durch Studium und Praktika bei den Partnern erworben wird, macht unsere Absolventen auf dem nationalen wie internationalen Arbeitsmarkt noch begehrter“, betont Präsident Rosenthal.

Das Projekt sei "ein wichtiger Schritt zur Stärkung des Europäischen Bildungsraums sowie des internationalen Profils der Jenaer Universität“, so Wissenschaftsstaatssekretär Carsten Feller. Daher stellt das Thüringer Wissenschaftsministerium der Universität für die Aktivitäten auf dem „Europäischen Campus“ weitere 100.000 Euro zur Verfügung. 

Hintergrund
Die Europäische Union fördert im Rahmen des Programms Horizont 2020 „Europäische Hochschulen“ Hochschulallianzen, die die Stärken und die Vielfalt europäischer Forschung und Lehre in neuen Strukturen – einem europäischen Campus – bündeln sollen. Ziel des Programms ist es, die Leistungsfähigkeit des europäischen Hochschulsystems zu stärken sowie gemeinsame Werte und eine europäische Identität bei der jungen Generation zu för­dern, um das geeinte Europa zu stärken. Auch die Städte und die Regionen der beteiligten Universitäten sollen in die Allianzen eingebunden werden.

Kontakt:

Claudia Hillinger, Dr.
Telefon
+49 3641 9-401500
Fax
+49 3641 9-401502
Universitätshauptgebäude, Raum 2.66
Fürstengraben 1
07743 Jena
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