Das SARS-Coronavirus-2.

InfectControl bündelt Kompetenzen zur Bewältigung der Corona-Krise

BMBF fördert interdisziplinäre Projekte des Infektionsnetzwerks in den Bereichen Prävention, Diagnostik und Therapie
Das SARS-Coronavirus-2.
Foto: Tobias Hoffmann, Michael Laue/RKI
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Meldung vom: 28. Juli 2020, 09:08 Uhr

Das Forschungsbündnis InfectControl, zu dem auch die Universität Jena gehört, konzentriert seine Kompetenzen an den Standorten Berlin, Braunschweig, Greifswald, Jena und Würzburg und trägt mit interdisziplinären Projekten zur Bewältigung der SARS-CoV-2-Pandemie bei. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Vorhaben mit rund 4,5 Millionen Euro.

Die nun bewilligten Projekte begegnen der aktuellen Corona-Pandemie aus unterschiedlichen Blickwinkeln, wie der Prävention, Diagnostik und Therapie. „Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von InfectControl können auf ein etabliertes Netzwerk von Expertisen unterschiedlicher Disziplinen zurückgreifen, dazu gehören human- und veterinärmedizinische Forschung, aber auch Architektur, Sozialwissenschaften oder Epidemiologie. Die transdisziplinäre Arbeit ist eine der Stärken unseres Bündnisses zur Erforschung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten“, so Prof. Dr. Axel Brakhage, Sprecher von InfectControl. Er ist Professor für Mikrobiologie und Molekularbiologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und Direktor des Leibniz-Instituts für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie – Hans-Knöll-Institut – (Leibniz-HKI).

Projekte zur Bekämpfung der SARS-CoV-2-Pandemie

Zu den neuen Projekten gehört die Kooperation von Architekten der TU Braunschweig mit Medizinern der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Sie entwickeln gemeinsam bauliche Lösungen, um den Eintritt des Erregers in Krankenhäusern und Altenheimen und damit verbundene Ausbrüche künftig zu kontrollieren. Um das Infektionsgeschehen besser einschätzen und Maßnahmen zielgerichteter planen zu können, beschäftigen sich weitere Vorhaben mit sinnvollen Überwachungskonzepten. So untersuchen Veterinärmediziner des Friedrich-Loeffler-Instituts Greifswald – Insel Riems (FLI) , ob Nutz- und Haustiere bei der Verbreitung des Virus eine Rolle spielen können. Mikrobiologen, Kinderärzte, Allgemeinmediziner und Kinderpsychiater derUniversität Würzburg sowie der Würzburger Uniklinik überwachen zudem das Infektionsgeschehen in Kinderbetreuungseinrichtungen. Sie testen, welche Monitoring-Konzepte eine Infektionsausbreitung in Kitas weitgehend reduzieren und von Kindern, Eltern und Betreuern akzeptiert werden.

Ein Team des Leibniz-HKI in Jena forscht gemeinsam mit Kollegen der Universitäten Jena und Würzburg sowie des FLI Greifswald an einem neuen therapeutischen Konzept gegen SARS-CoV-2. Die Forschenden wollen hierzu menschliche Immunzellen aktivieren, die Viruspartikel im Körper zu erkennen und zu beseitigen. In aufwendigen Laborexperimenten prüfen sie die Anwendbarkeit des Konzepts und wollen den Weg für eine kommerzielle Herstellung ebnen.

COVID-19-Patienten haben eine lange Verweildauer auf Intensivstationen. Durch die Schwere der Erkrankung müssen sie darüber hinaus oft künstlich beatmet werden. Mediziner und Hygieniker der Charité möchten deshalb herausfinden, ob weitere im Krankenhaus erworbene sogenannte Superinfektionen bei COVID-19-Fällen häufiger vorkommen als bei anderen Intensivpatienten.

InfectControl
Der Forschungsverbund InfectControl vereint Partner aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft an den zentralen Standorten Berlin, Braunschweig, Greifswald, Jena und Würzburg. Gemeinsam entwickeln sie neue Strategien zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten. Die Forschungsprojekte des vom BMBF geförderten Konsortiums überschreiten stets die Grenzen von klassischen Fachdisziplinen und betrachten Infektionskrankheiten konsequent nach dem One-Health-Ansatz. Ihren Fokus legen die Forschenden auf die Bereiche: Landwirtschaft und Veterinärmedizin, Mobilität, Klima und Infrastruktur, Medizinische Forschung und Versorgung sowie Öffentlichkeit und Patienten.

Kontakt:

Axel A. Brakhage, Univ.-Prof. Dr.
Lehrstuhlinhaber
Telefon
+49 3641 532-1001
Fax
+49 3641 532-0802
Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie
Beutenbergstraße 11a
07745 Jena
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