Preisträgerin Dr. Johanna Kirchhoff.

Eine der wichtigsten Dissertationen 2020 kommt aus Jena

Dr. Johanna Kirchhoff erhält den Deutschen Studienpreis 2020 für ihre Dissertation an der Universität
Preisträgerin Dr. Johanna Kirchhoff.
Foto: David Ausserhofer
  • Forschung
  • Preise & Personalia

Meldung vom: 28. Juli 2020, 15:58 Uhr | Verfasser/in: Lavinia Meier-Ewert

Der Deutsche Studienpreis 2020 geht an die Mikrobiologin Johanna Kirchhoff vom Leibniz-Institut für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) Jena. Für ihre Dissertation an der Friedrich-Schiller-Universität Jena zum Thema Antibiotika-Resistenzen erhält sie einen der drei Spitzenpreise, mit denen die Körber-Stiftung exzellente Dissertationen von besonders hoher gesellschaftlicher Relevanz auszeichnet.

Exzellente Forschung im Kampf gegen resistente Keime

Die Mikrobiologin Johanna Kirchhoff forscht inzwischen an einem am Leibniz-IPHT entwickelten laserbasierten Schnelltest, mit dem Bakterien und ihre Antibiotika-Resistenzen direkt diagnostiziert werden können: In drei Stunden liegt das Ergebnis vor, auf das Mediziner und Medizinerinnen mit derzeitigen Methoden bis zu drei Tage warten müssen. Für ihre Dissertation im Fachgebiet Physikalische Chemie erhält Dr. Johanna Kirchhoff nun den ersten Preis in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften in Höhe von 25.000 Euro. Der Deutsche Studienpreis der Körber-Stiftung zählt zu den höchstdotierten wissenschaftlichen Nachwuchspreisen in Deutschland.

Als Mikrobiologin hat mich das Potenzial des spektroskopischen Verfahrens gleich fasziniert“, erzählt die junge Wissenschaftlerin, die seit 2014 am Leibniz-IPHT tätig ist und parallel am Institut für Physikalische Chemie der Universität Jena promovierte. Den Test erforschte ein Team der Abteilungen Spektroskopie/Bildgebung und Klinisch-spektroskopische Diagnostik am Leibniz-IPHT in Zusammenarbeit mit der Universität Jena und ihrem Klinikum. Er liefert Klarheit innerhalb kürzester Zeit. Zudem wird die optimale Antibiotika-Konzentration ermittelt, so dass Ärztinnen und Ärzte direkt die entscheidenden Informationen erhalten, um mit der optimalen Behandlung zu starten — zielgerichtet statt mit Breitband-Antibiotika.

Mit Forschung etwas für die Gesellschaft tun

Das hilft Patientinnen und Patienten mit einer lebensbedrohenden Sepsis, weil sie rasch mit einer wirksamen Antibiotika-Therapie beginnen können. Und es könnte ein Meilenstein sein im Kampf gegen resistente Keime, indem es das Entstehen weiterer Resistenzen eindämmt. „Mit meiner Forschung etwas für die Gesellschaft zu tun und dazu beizutragen, gegen die Bedrohung durch multiresistente Keime anzugehen, motiviert mich sehr“, sagt Johanna Kirchhoff.

Das Forschungsteam integriert das photonische Verfahren nun in ein mobiles Diagnosegerät, das kommerziell vermarktet wird. „Wir wollen Ärztinnen und Ärzten ein Gerät an die Hand geben, das sie dort einsetzen können, wo es gebraucht wird: in der Diagnostik vor Ort“, erläutert Kirchhoff. So könnte der Schnelltest auch Patientinnen und Patienten auf dem Land, wo keine Klinik in der Nähe ist, zu einer passgenauen Behandlung verhelfen.

Den Deutschen Studienpreis verleiht Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble als Schirmherr am 8. Dezember 2020 in Berlin.

Die beiden weiteren Spitzenpreise 2020 gehen an eine Politologin von der University of Cambridge und eine Juristin von der Georg-August-Universität Göttingen.

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