Das Graduiertenkolleg zu Schlüsselmechanismen des Alterns wird weitere vier Jahre gefördert.

Erforschung von Schlüsselmechanismen des Alterns geht weiter

Graduiertenkolleg „ProMoAge“ Halle-Jena für weitere 4,5 Jahre mit rund 5,5 Millionen Euro gefördert
Das Graduiertenkolleg zu Schlüsselmechanismen des Alterns wird weitere vier Jahre gefördert.
Foto: Anne Günther (Universität Jena)
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Meldung vom: 10. November 2020, 08:25 Uhr | Verfasser/in: Cornelia Fuhrmann, Uta von der Gönna

Das Graduiertenkolleg (GRK) 2155 „ProMoAge“ (Protein Modification: Ageing – Proteinmodifikationen: Schlüsselmechanismen des Alterns) wird um weitere vier Jahre verlängert. Das hat die Deutsche Forschungsgemeinschaft bekanntgegeben, die das GRK mit weiteren rund 5,5 Millionen Euro finanziert. Beteiligt sind am Kolleg die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, die Friedrich-Schiller-Universität Jena, die Universitätsklinika Halle und Jena und das Leibniz-Institut für Alternsforschung Jena (Fritz-Lipmann-Institut).

Molekulare Mechanismen und translationale Forschung

Wir freuen uns sehr über den Erfolg. Es zeigt, dass unsere Forschungsprojekte im GRK von großer Relevanz sind und die Erforschung des Alterns immer mehr Bedeutung erlangt“, so Prof. Dr. Andreas Simm von der Universitätsmedizin Halle und Sprecher des GRK. Während sich die 14 Projekte in der ersten Förderphase vor allem beschreibend damit befasst haben, welche Modifikationen beim Alterungsprozess ablaufen, gehe es nun in der zweiten Phase um molekulare Mechanismen und die translationale Forschung, das heißt, die Übertragung der Ergebnisse auf den Menschen, so Simm. Bisher seien im Rahmen des GRK bereits zehn Doktorarbeiten abgeschlossen worden, weitere sind kurz vor der Fertigstellung. Des Weiteren sind mehr als 70 Fachpublikationen erschienen. In der neuen Förderphase werden 14 naturwissenschaftliche Projekte und sechs medizinische Promotionen gefördert. 

Hauptziel des Graduiertenkollegs „ProMoAge“ ist die Erforschung von sogenannten posttranslationalen Proteinmodifikationen (PTM) zellulärer Proteine als ein Schlüsselmechanismus des Alterns und deren Einfluss auf alternsrelevante Signalproteine und epigenetische und transkriptionelle Regulationsprozesse. Kenntnisse über diese molekularen Mechanismen, die zu altersabhängigen Einschränkungen von Organfunktionen führen, können dazu beitragen, den Gesundheitszustand älterer Menschen zu verbessern. Deshalb sind weitere große Ziele die Identifikation neuer Biomarker für das Altern und altersassoziierte Erkrankungen, aber auch die Qualifizierung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für eine Laufbahn im Bereich der interdisziplinären Alternsforschung. „Wir können mit gewissem Stolz sagen, dass unsere Absolventinnen und Absolventen sehr gefragt sind“, sagt Simm.

Weiterbildung der Promovierenden besonders wichtig

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Jena sind mit sieben Teilprojekten am Universitätsklinikum, der Friedrich-Schiller-Universität und dem Leibniz-Institut für Alternsforschung - Fritz-Lipmann-Institut - am Graduiertenkolleg beteiligt. Sie beschäftigen sich zum Beispiel mit altersbedingten Veränderungen des Stoffwechsels von Gefäßwandzellen, mit dem Einfluss der Ernährung auf Signalprozesse in der Zelle oder mit erblich bedingten neurodegenerativen Erkrankungen. „Neben den Themen der einzelnen Forschungsprojekte, die spezifische altersbedingte Funktionsstörungen von Proteinen und den daraus resultierenden Funktionsverlust von Zellen und Geweben untersuchen, legen wir großen Wert auf die Weiterbildung unserer Promovierenden. Wir bieten ihnen Kurse zum Erlernen von analytischen Methoden und Soft Skills sowie die Gelegenheit zu intensivem wissenschaftlichen Austausch, um sie in die interdisziplinären Netzwerke der biomedizinischen Alternsforschung einzuführen“, betont die stellvertretende Sprecherin des Graduiertenkollegs Prof. Dr. Regine Heller vom Universitätsklinikum Jena.

Kontakt (in Jena):

Regine Heller, Prof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-395633
Institut für Molekulare Zellbiologie, Universitätsklinikum Jena
Am Klinikum 1
07747 Jena
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