Ein virtueller 4D-Stadtrundgang durch Jena wird im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelt.

Mit digitalem Tourismus das kulturelle Erbe bewahren

Die Europäische Union fördert innovative Konzepte für nachhaltigen und digitalen Tourismus in Thüringen – Projektsteuerung an der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Ein virtueller 4D-Stadtrundgang durch Jena wird im Rahmen des Forschungsprojektes entwickelt.
Foto: © Time Machine Organisation
  • Forschung

Meldung vom: 03. Februar 2021, 12:00 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

Heute fällt der Blick von der Johannisstraße in Jena zum Eichplatz auf geparkte Fahrzeuge und öden Beton im Schatten des gewaltigen Jentowers. Doch wie sah dieser Blick vor 100 oder sogar 200 Jahren aus? Welche Gebäude säumten den Platz, welche Wege und Gassen ließen sich durchstreifen? Erleben lässt sich diese Zeitreise bei einem virtuellen 4D-Stadtrundgang. Angebote wie dieser Streifzug durch das historische Jena können künftig im Rahmen eines europäischen Netzwerks erstellt werden. Die Europäische Union fördert dieses europäische Netzwerk unter dem Stichwort „Sustainable and Digital Tourism“ für die Dauer eines Jahres mit zunächst 100.000 Euro. Koordiniert wird das Netzwerk von der Time Machine-Organisation, deren deutsche Sektion am Lehrstuhl für Digital Humanities der Friedrich-Schiller-Universität Jena angesiedelt ist.

Thüringen ist Leitregion und Vorbild für Europa

„Thüringen ist Leitregion und damit ein Vorreiter bei der Etablierung eines digitalen und nachhaltigen Tourismus“, sagt Dr. Sander Münster. Der Juniorprofessor für Digital Humanities an der Universität Jena entwickelt in einem Forschungsprojekt Angebote wie den 4D-Stadtrundgang durch Jena. Weitere Angebote in europäischen Regionen sollen im Rahmen der Initiative erstellt werden. Beteiligt sind gegenwärtig neben Thüringen noch Sachsen, Niederösterreich, Zypern, Paris, Amsterdam und Galizien.

Wie Sander Münster erläutert, können sich Kultureinrichtungen wie Museen oder Tourist-Informationen Rat und Hilfe holen, um neue digitale Formate zu etablieren. Dazu erfolgt in diesem Jahr zunächst der Aufbau von Beratungs- und Unterstützungsstrukturen. Die Koordination obliegt der Time Machine – „Zeitmaschine“ –, einem wissenschaftlichen Verein, dem knapp 700 Organisationen in 34 Ländern angehören. Sander Münster ist Generalsekretär dieses Vereins und leitet die deutsche Koordinierungsstelle.

Das kulturelle Erbe Europas bewahren

„Ein Ziel ist die Bewahrung und Zugänglichmachung des kulturellen Erbes“, sagt Sander Münster. Für Thüringen ergebe sich zudem die Chance, im europäischen Kontext stärker wahrgenommen zu werden. Anfang 2021 beginnt die einjährige Pilotphase des Projekts, das später noch weitere Akteure aufnehmen soll. Im Time Machine-Netzwerk sind schon jetzt Städte wie Antwerpen, Barcelona, Budapest, Jerusalem, Neapel oder Venedig vertreten.

Kontakt:

Sander Münster, Juniorprof. Dr.
Telefon
+49 3641 9-44771
Raum 3050
Carl-Zeiss-Platz 16
07743 Jena
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