Licht gewinnen und verbreiten, gehört zu den zentralen Wertvorstellungen der Universität.

Der offenen und demokratischen Gesellschaft verpflichtet

Universität verabschiedet neues Leitbild
Licht gewinnen und verbreiten, gehört zu den zentralen Wertvorstellungen der Universität.
Foto: Jürgen Scheere (Universität Jena)
  • Studium & Lehre

Meldung vom: 23. Februar 2021, 10:34 Uhr | Verfasser/in: Laura Weißert

In seiner Sitzung am Dienstag, 16. Februar, hat der Senat das neue Leitbild für die Friedrich-Schiller-Universität Jena verabschiedet. Vorausgegangen war ein mehrstufiger neunmonatiger Diskussions- und Beteiligungsprozess, der alle Gruppen der Universität einbezog.

Das neue Leitbild ist unverwechselbar“, sagt Prof. Dr. Walter Rosenthal, Präsident der Friedrich-Schiller-Universität Jena. „Es schärft unser Profil und dient uns als Orientierung beim Forschen, Lehren und Studieren ebenso wie beim Zusammenarbeiten an der Universität und im Austausch mit anderen.“

Maßgeschneidert für die Universität Jena

„Dass das Leitbild konkret auf die Universität Jena bezogen und quasi für sie maßgeschneidert ist, war uns besonders wichtig“, erläutert der Pädagoge und Theologe Professor Dr. Dr. Ralf Koerrenz. Gemeinsam mit zwölf weiteren Mitgliedern einer Senatsarbeitsgruppe hat er das Leitbild in einem Entwurf verschriftlicht, der bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie den Studierenden der Universität auf breite Zustimmung gestoßen ist.

Das Leitbild knüpft an die drei Schlagworte Light, Life und Liberty an, die auch das interdisziplinäre Forschungsprofil der Friedrich-Schiller-Universität beschreiben. „Wir haben gemerkt, dass man diese Unterscheidung nach Light, Life und Liberty nicht nur als Gliederung von Forschungsbereichen verstehen kann, sondern sie auch in einer anderen Dimension, werteorientiert, denken kann“, erläutert Koerrenz.

So wurde jedes der drei Schlagworte in eine zentrale Wertvorstellung übersetzt: Licht gewinnen und verbreiten (Light), Leben wahren und fördern (Life) sowie Freiheit schützen und gestalten (Liberty). Aus diesen abstrakten Zielen leitete die Arbeitsgruppe dann konkrete Orientierungen ab, die dem Handeln der Universität einen Rahmen geben sollen.

In gesellschaftliche Debatten einmischen

Das Leitbild der Universität geht jedoch über Forschung, Lehre und das Miteinander in der Universität hinaus. In einer universitätsweiten Online-Umfrage, die den Leitbildprozess begleitete, stimmten 93 % der 720 Befragten zu, dass es Aufgabe der Universität sei, zur gesamtgesellschaftlichen Wahrung von Menschenrechten und Menschenwürde beizutragen.

Geprägt durch ihre wechselhafte Geschichte und die Vereinnahmung der Universität im Nationalsozialismus und während der DDR-Zeit, ist es den Mitgliedern und Angehörigen der Universität Jena wichtig, sich in gesellschaftliche Debatten einzumischen.

„Die Diskussion des Leitbildentwurfs hat noch einmal verdeutlicht: Als Universität sind wir verpflichtet, uns zu Wort zu melden, wenn die demokratischen Grundwerte unserer Gesellschaft angegriffen werden“, betont Rosenthal. Dies habe man auch in der Vergangenheit bereits getan, beispielsweise als das Rektorat der Universität 2011 nach Bekanntwerden der Mordserie des rechtsterroristischen NSU die Initiative zur Bildung eines „Kompetenzzentrums Rechtsextremismus“ (KomRex) ergriff. Gefördert durch die Thüringer Landesregierung bringt das KomRex bis heute wissenschaftliche Ergebnisse zur Rechtsextremismusforschung, Demokratiebildung und gesellschaftlichen Integration gemeinsam mit Partnerinnen und Partnern aus der Zivilgesellschaft und Politik in Anwendung.

In jüngster Zeit ist die Universität mit ihrer Positionierung gegen Rassismus an die Öffentlichkeit getreten: Im September 2019 wurde im Rahmen der 112. Jahrestagung der Deutschen Zoologischen Gesellschaft die Jenaer Erklärung verabschiedet, die den Begriff „Rasse“ als rassistisches Konstrukt aufdeckt. „Der Jenaer Professor Ernst Haeckel hat mit seiner Einteilung der Menschen in Rassen den Weg bereitet für die menschenfeindliche Rassetypisierung im Nationalsozialismus. Die Entwicklung der Fächer Rassenkunde und Rassenhygiene wurde in den 1930er-Jahren an der Universität Jena vorangetrieben. Die Universität ist daher mit der Geschichte des Rassismus untrennbar verbunden und besonders verpflichtet, über Rassismus aufzuklären und dagegen vorzugehen“, erklärt Rosenthal. Die Zurückweisung rassistischer Diskriminierung wurde daher im Leitbild mit großer Zustimmung der Senatorinnen und Senatoren der Universität explizit aufgenommen.

Das neue Leitbild finden Sie hier:  www.uni-jena.de/Leitbild

Mehr zum Entstehungsprozess und Hintergründe zum Text im Uniblog.

Kontakt:

Katja Barbara Bär
Pressesprecherin der Friedrich-Schiller-Universität Jena
Telefon
+49 3641 9-401400
Universitätshauptgebäude
Fürstengraben 1
07743 Jena
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