Kleine Synagoge Erfurt

Jüdisches Leben einst und heute

Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena schaltet interaktives Portal „Menora“ frei
Kleine Synagoge Erfurt
Foto: Alice End
  • Wissenstransfer & Innovation

Meldung vom: 25. Februar 2021, 15:32 Uhr | Verfasser/in: Stephan Laudien

Deutschland feiert: Gerade hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier das Jubiläumsjahr „1.700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ eröffnet. Im Freistaat Thüringen heißt das Motto „900 Jahre Jüdisches Leben in Thüringen“, das Themenjahr wird im Freistaat seit Oktober 2020 begangen. Die Friedrich-Schiller-Universität Jena liefert dazu einen gewichtigen Beitrag. Das interaktive Portal „Menora“ ist seit heute (25.2.) online. Als einer der ersten informierte sich der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow per Zoom über das Portal.

Verortet ist „Menora“ an der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek (ThULB). Das Portal bildet jüdisches Leben in Thüringen heute wie auch in der Vergangenheit facettenreich ab. Gefördert wird das Projekt von der Thüringer Staatskanzlei für eine Laufzeit von zwei Jahren mit knapp 150.000 Euro. Kooperationspartner ist der Förderverein für jüdisch-israelische Kultur in Thüringen. Eingebettet in das Themenjahr „Neunhundert Jahre Jüdisches Leben in Thüringen“, soll „Menora“ aber auch darüber hinaus Bestand haben und als digitaler Wissensspeicher fungieren.

Vielfalt jüdischen Lebens in Thüringen sichtbar machen

„Unser Anliegen ist es, oftmals verborgene Spuren und Aktivitäten jüdischen Lebens in Thüringen sichtbar zu machen – damals und heute“, sagt Dr. Andreas Christoph, Projektleiter in der ThULB. Um diese Vielfalt abzubilden, sollen möglichst zahlreiche Akteure einbezogen werden, die sich der Erforschung und Pflege jüdischen Lebens in Thüringen widmen. Partner sind u. a. die Jüdische Landesgemeinde, Museen, Archive und Forschungseinrichtungen wie die Friedrich-Schiller-Universität Jena, aber auch sozio-kulturelle Initiativen.

Über das Portal werden interaktiv Orte jüdischen Lebens dargestellt, etwa Synagogen und Bethäuser, rituelle Bäder (Mikwen), Wohn- und Geschäftshäuser, aber auch Friedhöfe. Hinzu kommen Biogramme jüdischer Persönlichkeiten, die Orte ihres Wirkens sowie Zeugnisse von Vertreibung und Vernichtung. Durch die Vielfalt der Materialien und Zeugnisse sollen die Nutzerinnen und Nutzer des Portals eingeladen werden, sich selbst auf Spurensuche zu begeben.

Zu den Höhepunkten von „Menora“ gehört die Einbindung der Virtual-Reality-Rekonstruktion der Großen Synagoge Erfurt, die unter Leitung der Geschichtsmuseen der Thüringer Landeshauptstadt bis Ende 2021 entstehen wird. Das Gebäude wurde in der Reichspogromnacht 1938 zerstört und später abgerissen. „Die Große Synagoge entsteht digital neu und kann virtuell begangen werden“, sagt Andreas Christoph. Denkbar sei zudem, virtuelle Stadtrundgänge aufzunehmen. Im Portal ist auch ein Veranstaltungskalender zu finden, der umfassend die Angebote des Themenjahres „Neunhundert Jahre jüdisches Leben in Thüringen“ zeigt – auch wenn diese coronabedingt oftmals auf digitale Formate umsteigen mussten. Zum Weiterlesen soll zudem ein Glossar anregen, das jüdische Begriffe erklärt, jüdische Feiertage vorstellt und ihre Hintergründe erläutert.

Zu finden ist das Portal „Menora“ unter der Adresse www.juedisches-leben-thueringen.de.

Kontakt:

Andreas Christoph, Dr.
Leiter der Abteilung Digitales Kultur- und Sammlungsmanagement
Telefon
+49 3641 9-404003
Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek, Raum 126
Bibliotheksplatz 2
07743 Jena
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