Die Historikerin Holly Case erforscht politische Denkmuster der europäischen Geschichte.

„The Age of Questions“

Humboldt-Forschungspreis für Forscherin des Imre Kertész Kollegs
Die Historikerin Holly Case erforscht politische Denkmuster der europäischen Geschichte.
Foto: Brown University
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Meldung vom: 08. Juni 2021, 09:05 Uhr | Verfasser/in: Ute Schönfelder

Prof. Dr. Holly Case, Professorin für Geschichte an der US-amerikanischen Brown University und Beiratsmitglied des Imre Kertész Kollegs der Universität Jena, ist für ihre Arbeiten mit einem Forschungspreis der Alexander von Humboldt-Stiftung ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert und beinhaltet auch eine Einladung zu einem bis zu einjährigen Aufenthalt in Deutschland, um Forschungsarbeiten mit hiesigen Fachkolleginnen und -kollegen durchzuführen.

Grundlage für die Auszeichnung der Historikerin ist unter anderem ihre Studie „The Age of Questions“, welche bis heute wirksame politische Denkmuster der europäischen Geschichte aufschlüsselt. Das Buch erschien 2018 bei Princeton University Press und bietet eine neue und originelle Interpretation europäischer Geschichte. Case spürt den großen „Fragen“ des 19. Jahrhunderts, allen voran der „Orientalischen Frage“, der „sozialen Frage“ oder der „Frauenfrage“, nach und zeigt, wie das Denken in Fragen, wie Sprache und Argumentation die Möglichkeiten für politischen Wandel schufen oder zerstörten, wie zeitliche Impulse geschaffen oder ausgebremst wurden und schließlich Europa in den Krieg führten.

Wichtige Vorstudien zu dieser Arbeit sind bei Aufenthalten am Imre Kertész Kolleg hier an der Universität in Jena entstanden“, erläutert Prof. Dr. Joachim von Puttkamer, Professor der Osteuropäischen Geschichte der Universität und Direktor des Imre Kertész Kollegs, an dem Holly Case 2012 einen mehrmonatigen Gastaufenthalt als Fellow absolvierte.

Das Preisgeld will Holly Case nutzen, um die Zusammenarbeit mit den Jenaer Kolleginnen und Kollegen zu vertiefen und um die bereits bewährten gemeinsamen deutsch-amerikanisch-osteuropäischen Sommerschulen an der Universität Jena dauerhaft zu verankern.

Preisträgerin stellt ihre Arbeit in Online-Veranstaltung vor

Der interessierten Öffentlichkeit wird Prof. Case ihre Ergebnisse im „Zeitgeschichtlichen Kolloquium“ des Historischen Instituts der Universität am 9. Juni vorstellen. Die Veranstaltung in deutscher und englischer Sprache mit dem Titel „The Age of Questions: Or, A First Attempt at an Aggregate History of the Eastern, Social, Woman, American, Jewish, Polish, Bullion, Tuberculosis, and Many Other Questions over the Nineteenth Century, and Beyond“ findet von 18 bis 20 Uhr als Zoom-Konferenz statt. Interessierte können sich per E-mail an daniela.gruber@uni-jena.de anmelden und erhalten dann den Zugangslink.

 

Kontakt:

Imre Kertész Kolleg
Daniela Gruber
Telefon
+49 3641 9-44082
JenTower
Leutragraben 1
07743 Jena
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