Rabbiner und Sofer Reuven Yaacobov schreibt die Tora-Rolle.

Die Entstehung einer heiligen jüdischen Schriftrolle miterleben

Eine Tora-Rolle wird am 30. Juni in den Rosensälen im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung geschrieben
Rabbiner und Sofer Reuven Yaacobov schreibt die Tora-Rolle.
Foto: Alice End
  • Veranstaltung

Meldung vom: 21. Juni 2021, 07:30 Uhr | Verfasser/in: Axel Burchardt

Die Tora besteht aus den fünf Büchern Mose. Sie ist Teil der hebräischen Bibel und des Alten Testaments und daher „gemeinsame Grundlage von Judentum und Christentum“, sagt Prof. Dr. Christopher Spehr von der Universität Jena. Eine neue Tora-Rolle wird am Mittwoch (30.06.) von 16.00 bis 17.45 Uhr an der Friedrich-Schiller-Universität Jena geschrieben. Interessierte sind herzlich in den Großen Rosensaal (Fürstengraben 27) einge­laden, an diesem ehrenvollen Akt teilzunehmen. Das Schreiben einer neuen Tora-Rolle wird wahrscheinlich in den nächsten 100 Jahren nicht noch einmal zu erleben sein, so die Veran­stalter, die Arbeitsgemeinschaft „Tora ist Leben“ und die Theologischen Fakultät der Uni­ver­sität Jena.

Kleine Geste der Versöhnung

Wir machen uns für den christlich-jüdischen Dialog stark“, sagt der Dekan der Theologischen Fakultät, Prof. Dr. Christopher Spehr, und verweist auf die bisherigen und noch kommenden Ak­­tivitäten von Universität und Fakultät zum Themenjahr „Neun Jahrhunderte jüdisches Le­ben in Thüringen“. Man wolle mit der Unterstützung dieser Aktion „auch einen weiteren Ge­gen­akzent setzen gegen die unheilvolle Geschichte der Jenaer Universität in der Zeit des Na­tionalsozialismus.“ Damals wirkten nicht zuletzt Professoren der Theologischen Fakultät in rassistisch-antisemitischer Weise und beteiligten sich aktiv am Eisenacher „Entjudungs­in­stitut“ vor 80 Jahren. Daher wertet Spehr das Tora-Schreiben in den Räumen der Universität als „kleine Geste der Versöhnung“ – die sich auch in die umfassenden Aktivitäten der Ver­söhnungsforschung an der Theologischen Fakultät einreihe.

Geschrieben wird die Tora-Rolle vom Rabbiner und Sofer (=Schreiber) Reuven Yaacobov mit Feder und Tinte in hebräischer Sprache auf handgefertigtem Pergament aus der Haut ko­sche­rer („reiner“) Tiere. Fehler darf der Sofer aber nicht machen, sonst muss er von vorne anfangen. Die interessierten Gäste können dem Rabbiner nicht nur beim konzentrierten Schreiben zusehen, sondern auch mit ihm ins Gespräch kommen. Und wer sich selber in hebräischer Kalligraphie versuchen möchte, bekommt dazu die Gelegenheit unter Anleitung von Experten aus Universität und Arbeitsgemeinschaft.

Interessierte können ohne Anmeldung teilnehmen, müssen aber die Hygienevorschriften der Universität – v. a. das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung – beachten.

„Tora ist Leben" ist ein gemeinsames Projekt der Jüdischen Landesgemeinde Thüringen, des Bistums Erfurt und der Evangelischen Kirche Mitteldeutschlands.

Kontakt:

Dekanat der Theologischen Fakultät
Christopher Spehr, Univ.-Prof. Dr.
Dekan
Telefon
+49 3641 9-42601
Fax
+49 3641 9-42602
Sprechzeiten:
Do., 11.30-12.30 Uhr

In der vorlesungsfreien Zeit nach telefonischer Vereinbarung
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Fürstengraben 6
07743 Jena
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